Grausame Morde, psychisch gestörte Täter und viel Blut: In der neuen Ausstellung in Köln-Ehrenfeld sind Besucher Serienkillern ganz nah.
Zutritt erst ab 16 JahrenWarnung vor Kölner Ausstellung: „Manches nicht schön anzusehen!“

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Kopf im Kühlschrank: Die Ausstellung stellt Jeffrey Dahmers Küche nach.

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Im Kühlschrank lagert neben Budweiser-Dosen ein menschlicher Kopf, ein abgetrenntes männliches Genital und in einem Schraubglas Innereien. Das Herz liegt schon in der Pfanne, blutige Messer in der Spüle. Ein Anblick des Grauens.
Detailgetreu wurde der Tatort, die Küche des Serienmörders Jeffrey Dahmer, für die Serienkiller-Ausstellung nachgebildet. Dahmer tötete zwischen 1978 bis 1991 17 Menschen, aß sie teils auf. Um länger von ihnen zu zehren, wie es heißt.
„Serienkiller – Die True Crime Ausstellung“ eröffnet am Freitag in Köln-Ehrenfeld. Dort, wo bis vor Kurzem noch die Titanic-Ausstellung mehr als 250.000 Menschen anzog.
Die Ausstellung beleuchtet die berüchtigsten Serienkiller der jüngeren Geschichte, hauptsächlich aus den USA, aber auch aus Deutschland – so können die Besucher durch die mit Pornobildchen zutapezierte Dachgeschosswohnung des Hamburger Frauenmörders Fritz Honka gehen.

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Ted Bundy ist einer von mehr als 20 Killern der Ausstellung.
Die Exponate sind Nachbildungen, die Tatorte und Leichen sind nach Vorbildern von Polizeifotos rekonstruiert. Wer empfindlich sei, der müsse sich auch nicht alles genau ansehen, warnt Carsten Schütte, Fallanalytiker, vor dem Presserundgang. „Manches ist nicht schön anzusehen“, sagt er. Deshalb gilt auch FSK16.
Schütte ist Teil des Teams der „Crime Coaches“, zu dem auch Sarah Stockhausen (Rechtsmedizinerin), Monika Bodmann (pensionierte Kriminalbeamtin) und Dr. Thorsten Sueße (Facharzt für Psychiatrie, Gerichtsgutachter) gehören und die im Rahmenprogramm der Ausstellung Vorträge halten.
Psychiater: Menschen sind meist schuldfähig
Wer empfindlich ist, der könnte tatsächlich an den Nachbildungen der Lampenschirme aus Menschenhaut Anstoß finden, die Ed Gein aus den Überresten seiner Opfer gebastelt hat. Der US-amerikanische Mörder wollte auch in der Haut seiner Mutter leben. Wortwörtlich. Ganz so hyperrealistisch wie vom Veranstalter angekündigt sind die Ausstellungsstücke glücklicherweise nicht.
Menschen, die so etwas tun, würden oft mythologisiert, sagt Psychiater Sueße. „Es gibt gute Erklärungsmodelle für solche Taten und das nimmt ihnen die Überhöhung.“
Dass die Täter psychisch krank seien und daher schuldunfähig, sei selten. „Das ist eher eine Verunglimpfung psychisch kranker Menschen.“ Zwar gibt es bei den meisten problematische Verhältnisse – etwa familiär – im Hintergrund, aber sie wussten, was sie tun. „Die Täter haben meist große Selbstzweifel und versuchten, ihr kleines Ego groß zu machen“, sagt er Gerichtsgutachter.
Serienkiller-Ausstellung: Mit VR selbst zum Polizisten werden
Gegen einen Aufpreis von vier Euro können Besucher noch via VR selbst zum Ermittler werden und in wechselnden virtuellen Räumen Hinweisen nachgehen, um zwei Entführungsopfer rechtzeitig zu retten. Einfluss auf die Handlung hat man dabei zwar nicht – aber man taucht doch so sehr ein, dass man aufpassen will, nicht über Bordsteine (oder Leichen) zu stolpern.
Eine True-Crime-Ausstellung wandert auf einem schmalen Grat, immerhin stehen hinter den filmreifen Verbrechen echte Opfer und echte Angehörige. Im letzten Raum wird ihnen gedacht. Bei der Grausamkeit der Killer schaudert es einen allerdings ohnehin genug. Wie eine Geisterbahn, nur realer.
„Serienkiller – Die True Crime Ausstellung“ läuft ab Freitag, 8. Mai, bis 25. Oktober, in der Oskar-Jäger-Straße 99, 50825 Köln. Tickets über serienkiller-ausstellung.com ab 22 Euro.
