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Nicht-NominierungNagelsmann nennt weiteren Grund – El Mala macht’s wie Schweini

Julian Nagelsmann im Interview bei Alexander Schlüter und Bastian Schweinsteiger.

Copyright: IMAGO/Michael Weber

Julian Nagelsmann sprach vor dem Pokalfinale im ARD-Interview mit Alexander Schlüter und Bastian Schweinsteiger.

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Während sich Said El Mala nach seinem WM-Aus eine neue Haarfarbe gönnte, gab Julian Nagelsmann weitere Einblicke in seine Entscheidung gegen den FC-Star.

Said El Mala ging nach der Enttäuschung erst einmal zum Friseur. Der Youngster des 1. FC Köln, der nicht für die WM nominiert wurde, zeigte sich am Freitag auf Instagram frisch blondiert bzw. ergraut.

„El Blond oder was?“, fragte Teamkollege Ragnar Ache, der selbst gerne mit seiner Haarfarbe experimentiert. Auch Denis Huseinbasic feierte die neue Frisur.

Said El Mala mit neuer Frisur

Bastian Schweinsteiger trägt seine Haare schon seit geraumer Zeit in einer ähnlichen Färbung. Der Weltmeister von 2014 traf am Samstagabend auf einen Mann, der bei El Mala und vielen Fans zuletzt für ordentlich Frust gesorgt hatte.

Vor dem DFB-Pokalfinale zwischen dem VfB Stuttgart und dem FC Bayern stand Julian Nagelsmann auf dem Rasen des Olympiastadions Sportschau-Moderator Alexander Schlüter und ARD-Experte Schweinsteiger noch einmal Rede und Antwort zu dem von ihm nominierten WM-Kader.

Auch die Nicht-Berücksichtigung von El Mala war Thema. Schlüter wollte wissen, warum es ein Youngster wie Lennart Karl (18) ins Team geschafft habe, andere Top-Talente wie El Mala (19) aber nicht. 

Daraufhin ließ Nagelsmann durchblicken, dass Karl ihn bei seiner ersten DFB-Nominierung im März mehr überzeugt hat als El Mala bei dessen Berufung im vergangenen November.

In diesem Instagram-Video ist El Malas neue Frisur zu sehen:

„Die Krux ist, ich muss natürlich bewerten, was die Spieler im Verein machen. Das ist ein großer Teil der Bewertungsgrundlage. Ich muss aber auch bewerten, was die Spieler bei uns machen“, so der Bundestrainer. „Lenny hat bei uns in einer sehr kurzen Zeit einen unheimlich guten Eindruck hinterlassen.“

Der Bayern-Profi sei „demütig“ gewesen, „trotzdem frech“, erklärte Nagelsmann: „Er hat sehr viel probiert nach seiner Einwechslung. Er war auf zwei verschiedenen Positionen sehr gut, er war im Training sehr gut.“ Im Vergleich dazu schaffte es El Mala im November offenbar nicht, im Training die ganz großen Akzente zu setzen. Ein erster Länderspieleinsatz war dem Kölner noch nicht vergönnt. „Said war ein bisschen zurückhaltender bei uns“, so Nagelsmann.

Danach betonte er wie bereits bei der Nominierungs-PK, dass El Mala eine sehr gute Rückrunde gespielt habe, dabei aber auch vom Konterspiel des FC profitiert habe. Mit Deutschland will Nagelsmann bei der WM dagegen nicht auf Konter setzen. „Wir wollen von der Grundhaltung schon eher spielen wie Bayern München.“ Eine Spielweise, die Karl aus dem Verein also besser kennt als El Mala.

Die Entscheidung fiel positionsbedingt aber ohnehin nicht zwischen Karl und El Mala, sondern zwischen dem Kölner und Leroy Sané. „Am Ende müssen wir bewerten, welche Momente kommen. Kommen mehr die Said-El-Mala-Momente oder mehr die Leroy-Sané-Momente? Das ist immer ein bisschen Abwägen“, sagte der frühere Bayern-Coach.

Nagelsmann machte El Mala aber Mut für die Zukunft. „Er ist extrem jung, er hat noch einige Turniere vor sich. Wenn er so weitermacht wie jetzt, und er hat eine gute oder sehr gute erste Profisaison gespielt, werden noch viele Turniere kommen. Ob das dann unter meiner Leitung oder einer anderen Leitung ist, wird die Zukunft zeigen“, sagte der Bundestrainer.

Arm in Arm vor den BVB-Fans: Jobe Bellingham, Felix Nmecha, Salih Özcan, Julian Brandt, Waldemar Anton und Samuele Inacio (Borussia Dortmund, v.l.).
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