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Charaktertest nicht bestandenFC macht Schluss mit Wohlfühloase

Der Saisonabschluss beim 1. FC Köln war ernüchternd. Ein radikaler Umbau soll her.

Das Spiel des 1. FC Köln gegen Heidenheim am vorletzten Spieltag der abgelaufenen Bundesliga-Saison war für die Mannschaft ein Charaktertest und ein Fingerzeig Richtung Zukunft. Das Spiel hat René Wagner gezeigt, auf wen er sich verlassen kann und vor allem, auf wen nicht.

Nach der Pleite herrschte nicht nur Ernüchterung beim Anhang, sondern auch beim Coach selbst. Denn die bittere Erkenntnis lautete: Er konnte sich nur auf sehr wenige Spieler verlassen. Das soll Wagner intern auch sehr deutlich angesprochen haben, weshalb Thomas Kessler den Kader weiter radikal umbauen wird.

Spieler in Watte gepackt: Auswirkungen der Transfersperre bis heute zu spüren

Dabei wird auch nicht mehr länger Halt vor vermeintlich großen Namen oder verdienten Spielern gemacht, bei denen längst eine gewaltige Lücke zwischen Anspruch und Wirklichkeit klafft. Denis Huseinbasic hat keine Zukunft mehr in Köln, Linton Maina soll ebenfalls nahegelegt worden sein, den Verein zu verlassen. Zudem ist auch Jan Thielmann längst nicht mehr unumstritten.

Bei Marvin Schwäbe, der von seinem Berater bereits aktiv bei anderen Bundesligisten angeboten wurde, und Luca Waldschmidt wäre man bei adäquaten Angeboten ebenfalls gesprächsbereit.

Die Zeit der Wohlfühloase ist vorbei. Diese war während der Registrierungssperre entstanden, als die Spieler in Watte gepackt wurden, weil der Klub wusste, man kann keine neuen Spieler holen. In dieser Zeit machten es sich einige Profis deutlich zu gemütlich, brachen immer wieder aus und verstießen mehrfach gegen die Team-Regeln.

Tim Lemperles Party-Skandal war dabei nur die Spitze des Eisberges, immer wieder sorgte eine „Party-Fraktion“ innerhalb der Mannschaft für atmosphärische Störungen.

Die Auswirkungen sind bis heute zu spüren. Damit soll nun Schluss sein. „Ich halte nichts davon, Spieler öffentlich anzuzählen“, sagt Vizepräsident Ulf Sobek: „Die Unzulänglichkeiten einzelner Leute wurden aber intern extrem klar adressiert. Es zeigt sich im Charakter, wie ein Spieler nun damit umgeht.“

Sechs Spieler hat der FC bereits verabschiedet: Heintz, Kainz, Kilian, Martel, Özkacar und Lund. Es dürften noch einige weitere folgen, sodass der FC kommende Saison ein komplett neues Gesicht haben wird. Es ist ein zwingend notwendiger Schritt, um alte Strukturen aufzubrechen, aber auch eine große Aufgabe für René Wagner, der in seiner Premiere-Saison gleich mal ein komplett neu zusammengewürfeltes Team zum Klassenerhalt führen muss.

Die Profis des 1. FC Köln auf dem Platz.
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