Die einen jubeln, die anderen hadern! Dieses Mal kommen die Spieler des 1. FC Köln in den Genuss der Freude, nachdem sie in den vergangenen Wochen oft wütend und fassungslos nach diversen Schiedsrichter- und VAR-Entscheidungen waren.
Bremer Wut nach FC-SiegEx-Kölner Bittencourt schimpft über Ache-Szenen
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Beim 3:1-Erfolg des 1. FC Köln gegen Werder Bremen hatten die Gastgeber dieses Mal auch das nötige Quäntchen Spielglück auf ihrer Seite.
Während aus der Kabine des FC Party-Bässe dröhnten, schimpften die Bremer über die Unparteiischen um Schiedsrichter Tobias Reichel und VAR Benjamin Brand. Dabei ging es um Foulspiele, Elfmeter, einen Bremer Platzverweis und nicht gegebene Karten gegen die Kölner.
Kölns Ache hatte Glück, dass er nicht vom Platz flog
Der Ex-FC-Profi Leonardo Bittencourt sagte: „Das war ein Scheiß-Tag!“ Um dann fortzufahren: „Für mich war es kein Elfmeter. Das war zu wenig für einen Elfmeter.“ Gemeint war die Szene nach fünf Minuten, als Deman den Kölner Jakub Kaminski leicht unter der Sohle traf. Said El Mala hatte den Strafstoß zur frühen Kölner Führung verwandelt.
Für die Gäste kam es noch dicker: Rote Karte gegen Kapitän Marco Friedl nach gut 20 Minuten. Bittencourt meinte: „Mein Ball war etwas zu leicht gespielt, Marco rutschte dann weg. Ache fällt über ihn drüber.“ Werder-Trainer Daniel Thioune haderte: „Wenn der Schiedsrichter auf Notbremse entscheidet, dann ist es eine Notbremse. Ob es ein Foul war, darf jeder für sich bewerten. Wir waren etwas unglücklich mit den Entscheidungen heute, aber das trage ich mal sportlich.“
Bittencourt war allerdings noch besonders wütend wegen weiterer Ache-Szene: „Er grätscht von hinten in Romanos Beine! Das ist für mich eine Rote Karte! Aber der Schiri zeigt nur die Gelbe Karte. Ache verursacht dann auch noch einen Elfmeter und bekommt keine zweite Gelbe Karte.“
Auch der von Ache rotwürdig gefoulte Romano Schmid hatte eine eindeutige Meinung: „Ganz klar Rot. Die Leitung hat mir heute teilweise gar nicht gefallen. Mehr kann ich dazu nicht sagen, sonst wird man ja irgendwie bestraft. Aber die Leitung war alles andere als zufriedenstellend. In der Phase, wo Marco Friedl die Rote Karte kriegt, da ist Ache kurz darauf gegen Amos Pieper mit dem Fuß oben, da gibt es auch keine Gelbe Karte, somit waren da teilweise komplett unverständliche Situationen.“
Kölns Trainer René Wagner roch die Gefahr eines Platzverweises und nahm Ache nach 70 Minuten runter. Köln konnte so in Überzahl zu Ende spielen und am Ende 3:1 gewinnen. Die Hennes-Köttel und die Glücksmünze des FC-Maskottchens, die EXPRESS.de im Rhein-Energie-Stadion verbuddelt hatte, brachten dem FC an diesem Tag das nötige Glück.
Bittencourt war genervt bei seiner Köln-Rückkehr: „Das Spiel hätte zu uns kippen können. Man weiß natürlich nicht, wie es gelaufen wäre mit einem Kölner Platzverweis, aber wir hätten in Gleichzahl auch noch einmal mehr Druck ausüben können. Grundsätzlich war es kein guter Tag für uns.“
Bremen steht mit 28 Punkten auf Rang 15, der FC hat 30 Zähler nach 29 Spieltagen und ist auf Rang 13. Für beide bleibt es eng. Bittencourt sagt: „Es geht bis zum letzten Spieltag. Jetzt haben wir wieder eine Niederlage kassiert. Wir benötigen Siege und müssen auf uns schauen.“
Beim FC pustet man nach dem ersten Sieg seit Ende Januar durch. Zuletzt gab es vier Spiele ohne Niederlage, drei Unentschieden und jetzt den wichtigen Dreier gegen Bremen.

