In knapp drei Wochen startet der 1. FC Köln mit dem ersten Pflichtspiel im DFB-Pokal in die neue Spielzeit. Doch wie wird sich der FC da präsentieren? Trainer René Wagner gibt interessante Einblicke.
„Bei der WM gesehen“FC-Trainer Wagner gibt interessante Einblicke

Die Daten stehen schon fest. Montagabend, 24. August 2026, 18 Uhr: Der 1. FC Köln muss in der ersten Pokalrunde bei den Würzburger Kickers ran. Nur fünf Tage später steht am 29. August um 15.30 Uhr das erste Heimspiel der Bundesliga gegen die TSG Hoffenheim an.
Knapp drei Wochen vor dem Pflichtspielstart ist der Kader des FC allerdings noch längst nicht fertig. Sportchef Thomas Kessler (40) bastelt weiter mit Geduld an der neuen Mannschaft. Sein Motto: Qualität vor Schnelligkeit.
Wagner erklärt Köln-Plan: „Auch mal etwas Besonderes überlegen“
Für Trainer René Wagner (38) ist das in seiner ersten Vorbereitung als Cheftrainer eine weitere große Herausforderung. Er muss Vertrauen haben, dass die Bosse ihm einen schlagkräftigen Kader zur Verfügung stellen, um das Ziel Klassenerhalt auch erreichen zu können.
Bisher ist Wagner zufrieden mit den Spielern, die ihm zur Verfügung stehen. Er sagte über die Woche nach dem Trainingslager: „Wir haben zwei Testspiele am Wochenende, Freitag und Samstag. Da wollen wir noch ein paar Sachen erarbeiten. Wir nehmen die Themen aus dem Hertha-Spiel mit.“ Am Freitag steht ein interner Test an, am Samstag geht es dann um 15.30 Uhr im Rhein-Energie-Stadion zur Sache. Der Test gegen den spanischen Pokalsieger San Sebastián wird ein echter Gradmesser.
Vor dem Spiel zieht sich die Mannschaft etwas zurück. Obwohl die Fans in den Sommerferien gerne ans Geißbockheim kommen, um ihre Lieblinge zu sehen und zu feiern, wird unter der Woche dreimal geheim trainiert (Dienstag, Mittwoch und Freitag). Wagner will unter Ausschluss der Öffentlichkeit in die Detailarbeit gehen.
Wie will der FC sich taktisch präsentieren? Viererkette, Dreierkette, oder flexibel bleiben? Wagner gibt im Gespräch mit EXPRESS.de interessante Einblicke in seine Pläne: „Der Fußball ist viel zu dynamisch geworden, deshalb sollten wir uns nicht auf irgendetwas festlegen. Bei der WM hat man aber auch gesehen, dass die Tendenz eher wieder zur Viererkette zurückgeht. Durch die Manndeckung bringt dir ein zusätzlicher kreativer Spieler im Mittelfeld oder ein Stürmer mehr als ein extra Verteidiger. Aber da muss man seinen Weg finden.“
Bisher hat der FC in den Testspielen mit einer Viererkette gespielt und vorwiegend auf folgende Formation gesetzt: 4–2–3–1. Doch dieses Konstrukt ist fluide, heißt: Im Ballbesitz agiert der FC anders als gegen den Ball. Und dann wird es auch noch auf den Gegner ankommen.
Wagner erklärt seine Idee, wie er mit seinem Team in der Bundesliga bestehen will: „Klare Strukturen tun der Mannschaft gut. Im vergangenen Jahr sind wir mit einer gewissen Flexibilität gut gefahren. Manchen Gegnern müssen wir uns anpassen. Gegen Top-Gegner wie zum Beispiel den FC Bayern müssen wir uns auch mal etwas Besonderes überlegen, um ihm wehzutun. Da sollten wir flexibel sein.“
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Einige Fans träumten bei der Saisoneröffnung sogar schon vom internationalen Geschäft. Wagner muss da schmunzeln: „Wir tun mal gut daran, jetzt die Vorbereitung zu Ende zu bringen. Und dann starten wir mit einem schweren Spiel in Würzburg. Danach wollen wir mal schauen, wie unsere Form ist. Wir hoffen natürlich, dass wir so gut es geht die Saison spielen.“
Das Ziel des FC ist jedenfalls klar: keine Hirngespinste, sondern Klassenerhalt. Der Verein hat die Absicht, sich nach Jahren im Fahrstuhl in den kommenden fünf Jahren erstklassig zu halten.
Der Trainer weiß, dass es nicht leicht wird: „Beim Anpfiff des ersten DFB-Pokalspiels werden wir dann sehen, wie gefestigt wir sind. In sechs Wochen kann nicht alles entstehen. Wir müssen schauen, dass wir gut in die Saison starten, wir müssen der Mannschaft allerdings auch Zeit geben. Auf der ein oder anderen Position haben wir junge Spieler dabei, die sich entwickeln müssen. Aber in der Kette und im Mittelfeld haben wir einige Spieler mit Erfahrung, da wollen wir ein starkes Gerüst bilden. Über allem gibt es eine große Säule, an der wir uns festhalten wollen: Es geht nur gemeinsam!“

