Neuer Fohlen-Coach da! Er soll es richten wie einst Favre.
Der neue Favre?Gladbach-Boss verrät die drei Geheimnisse des neuen Trainers

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Alexander Blessin packt im Training mit an.
Die Fahndung dauerte neun Tage, doch nun steht der neue Übungsleiter für die Seitenlinie von Borussia Mönchengladbach fest. Rouven Schröder, der Sportdirektor, präsentierte Alexander Blessin als den Nachfolger von Eugen Polanski.
Die Mission für den 53-Jährigen ist klar: Er muss die Fohlenelf aus der misslichen Lage befreien, in der sie momentan steckt. Am Niederrhein setzt man riesige Erwartungen in ihn, den Umschwung zu schaffen.
Schröder: So lief die Trainersuche
Die Wahl, die auf Blessin fiel, war keineswegs überstürzt. Schröder enthüllte, dass seine Auswahl auf einem tiefgehenden, datenbasierten Verfahren beruht. Zunächst wird eine Vielzahl von Anwärtern mittels Kennzahlen, Metriken und mathematischen Analysen genauestens geprüft.
Aus diesem Pool wird eine Shortlist erstellt, woraufhin persönliche Interviews mit einer exklusiven Gruppe folgen. Im Kern geht es darum: Wer hat das Zeug, Borussia aus der Krise zu führen, und wie sieht der Kandidat den Verein? Das berichtet „rp-online.de“.
Es waren wohl drei ausschlaggebende Eigenschaften, die Schröder bei Blessin beeindruckten. Erstens: Der Coach hat den Ruf, aus einer Mannschaft mehr herauszuholen, als ihr Marktwert es nahelegt. Mit dem KV Oostende erreichte er, trotz eines der geringsten Etats der Liga, einen spektakulären fünften Rang. Zweitens: Ihm gelingt es, ein Team zügig an die Leistungsgrenze zu führen und dieses Niveau zu konservieren.
Blessin selbst formulierte bei seiner Präsentation, er könne die vorhandene Qualität aus dem Kader „herauskitzeln“. Bei Union Saint-Gilloise verbesserte er eine ohnehin schon starke Mannschaft und gewann die Vizemeisterschaft sowie den Pokal.
Seine Taktik basiert auf einer Dreierkette, kombiniert mit aggressivem Anlaufen und einer immensen Laufbereitschaft – ganz im Sinne der RB-Schule. Einem merklich verunsicherten Team sollen diese eindeutigen Prozesse und Systeme wieder Stabilität verleihen. Der dritte und womöglich entscheidendste Punkt ist Blessins Talent für eine solide Abwehrarbeit.
Mit 16 Gegentreffern in lediglich vier Partien ist dies die dringendste Aufgabe bei der Borussia. Dass seine Defensivstrategie funktioniert, hat er schon beim FC St. Pauli gezeigt: In seiner ersten Saison dort kassierte der Aufsteiger lediglich 41 Gegentore – eine Bilanz, die nur vom FC Bayern übertroffen wurde.
Diese ganze Angelegenheit ruft im Borussia-Park Erinnerungen an eine glorreiche Ära wach. Lucien Favre übernahm die Fohlen 2011 in einer vergleichbar hoffnungslosen Situation, mit einer Bilanz von 56 Gegentreffern in 22 Partien. Durch eindeutige Strukturen, ein konsequentes 4-4-2-System und eine bombenfeste Verteidigung reduzierte er die Quote der Gegentore von 2,6 auf 0,75 pro Begegnung.
Er bewahrte den Verein nicht nur vor dem Fall in die Zweitklassigkeit, sondern brachte ihn in der darauffolgenden Spielzeit spektakulär in die Playoffs für die Champions League. Obwohl Blessin einen komplett anderen Spielstil pflegt, geben seine bisherigen Erfolge Anlass zur Hoffnung auf vergleichbare „Favre-Vibes“. Wenn ihm auch nur eine abgespeckte Variante dieses Meisterwerks gelingt, wäre das für Gladbach bereits ein riesiger Erfolg. (red)
