Der FC steckt tief im Abstiegssumpf, Lothar Matthäus stellt sich dennoch hinter Lukas Kwasniok. Mit einer entscheidenden Einschränkung.
„Dann sieht es anders aus“Auf Nachfrage: Matthäus revidiert Kwasniok-Aussage
Jetzt wird es richtig eng für den 1. FC Köln! Am Sonntag fuhren mit dem FC St. Pauli (0:0 gegen Frankfurt) und Werder Bremen (4:1 bei Union Berlin) zwei direkte Konkurrenten erneut Punkte ein. Der FC rutschte dadurch auf Platz 14 ab. Noch schlimmer: Er ist nun punktgleich mit dem Relegationsrang.
Der Vorsprung nach dem starken Saisonstart ist aufgebraucht. Der Druck auf Trainer Lukas Kwasniok wächst immer mehr. Lediglich zwei Siege aus den vergangenen 16 Spielen stehen zu Buche.
Matthäus: Kwasniok-Schicksalsspiel „an meinem Geburtstag“
TV-Experte Lothar Matthäus brach einen Tag nach der 1:2-Niederlage der Kölner gegen Borussia Dortmund erneut eine Lanze für den Kölner Coach. Wie schon am Vortag als Experte im Stadion lobte Matthäus am Sonntag auch bei „Sky90“ den Auftritt des FC gegen den BVB.
„Köln spielt bisher eine gute Saison. Sie sind eigentlich in keinem Spiel untergegangen. Sie haben jedem Gegner das Leben schwer gemacht, auch gestern Borussia Dortmund“, sagte der DFB-Rekordspieler. „Sie waren gleichwertig, teilweise auch mit einem Mann weniger – und deswegen stellt sich die Frage gar nicht nach dem Trainer für mich, weil die Mannschaft bis zur letzten Minute das zeigt, was der Kölner Fan auch sehen will: Kampf, Kampf, Kampf, Hingabe. Und das ist auch Kwasniok. Dass er vielleicht den einen oder anderen Fehler gemacht hat, ist was anderes, aber die Mannschaft und der Trainer zeigen mir eine Einheit.“
Dass Matthäus’ Überzeugung auf etwas wackligen Füßen steht, zeigte sich dann aber bei einer Nachfrage von Patrick Wasserziehr. „Würdest du auch bei dieser Meinung bleiben, wenn die für Köln außerordentlich wichtigen Spiele in Hamburg und Gladbach schiefgehen sollten?“, wollte der Moderator wissen. „Dann sieht es anders aus!“, erwiderte Matthäus.
Beim HSV und im Derby muss der FC dringend punkten, um die Abwärtsspirale zu beenden. Das sieht auch der Sky-Experte so. „Es sind zwei unmittelbare Konkurrenten – zumindest einer, meine Borussia aus Mönchengladbach, die da in zwei Wochen nach Köln muss – übrigens an meinem Geburtstag. Das könnte ein Schicksalsspiel sowohl für den einen als auch für den anderen werden.“
Hamburg sieht er also offenbar schon nicht mehr unbedingt als direkten Konkurrenten. Der Vorsprung der Rothosen auf den FC beträgt fünf Punkte, komplett entspannen kann sich der HSV im Abstiegskampf also definitiv noch nicht. Doch die Lage beim Ex-Klub von Jonas Boldt ist aktuell weitaus weniger brenzlig als in Köln.
Der frühere Sportchef der Hamburger, die in der Vergangenheit auch schon mal an Kwasniok dran waren, war in der Sendung ebenfalls voll des Lobes für den FC-Trainer. „Er schafft es eigentlich immer, Energie reinzubringen, auch eine gute Art von Fußball spielen zu lassen“, sagte Boldt. „Ich bin da bei Lothar, ich finde in Köln, da ist immer Action, da passiert was und man hat die irgendwie nie blutleer gesehen.“
Action schön und gut, doch für den FC müssen Ergebnisse her. Das betonte auch Boldt. „Ich würde es ihm wünschen, dass er das hinkriegt. Aber klar, es geht um Dynamik – denn zusätzliche Spiele, die nicht funktionieren, können ja auch wieder Menschen und Situationen verändern.“


