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Will zurück in die BundesligaAls Kaderplaner: FC verhandelt mit Ex-West-Ham-Manager

Tim Steidten sitzt lächelnd auf der leeren Ersatzbank.

Copyright: IMAGO/PA Images

Tim Steidten, hier am Rande eines Spiels von West Ham United, führt offenbar konkrete Gespräche mit dem FC.

Aktualisiert

Der 1. FC Köln ist auf der Suche nach einem Kaderplaner womöglich fündig geworden. Es sollen bereits konkrete Gespräche geführt worden sein.

Holt sich der 1. FC Köln Verstärkung in der sportlichen Führung? Offenbar verhandelt der Verein mit Tim Steidten über ein Engagement.

Wie Sky am Montag (9. März) berichtete, habe es bereits konkrete Gespräche gegeben. Steidten war bis vor gut einem Jahr bei Premier-League-Klub West Ham United tätig, arbeitete dort als Technischer Direktor. Seit der Trennung ist er vereinslos.

FC-Kandidat holte Füllkrug nach England

Auch in Köln würde ihm eine Rolle als Direktor winken. Der frühere Bremer und Leverkusener soll Angebote aus England ausgeschlagen haben, weil er zurück in die Bundesliga möchte. Der FC sucht seit geraumer Zeit einen Kaderplaner. Bereits im Trainingslager waren die Pläne durchgesickert, aber noch nicht spruchreif bzw. der geeignete Kandidat noch nicht gefunden.

Thomas Kessler hatte bereits bei seinem Amtsantritt als Sportdirektor im vergangenen Sommer angekündigt, dass es im Zuge einer umfassenden Neustrukturierung auch personelle Konsequenzen geben wird.

Zuletzt hatte sich der Verein von „Mister Spielidee“ Matthias Borst getrennt. „Das Thema Spielidee ist für mich ein Ausbildungsthema. Dort wollen wir klare Leitplanken setzen. Matthias hat in der Akademie gute Arbeit geleistet. Sein Vertrag ist ausgelaufen und sein Auftrag abgeschlossen. Jetzt geht es darum, das Erarbeitete in den Alltag zu überführen und die Trainer weiter zu begleiten“, begründete Kessler den Schritt im Interview mit EXPRESS.de.

Auch im Scouting soll etwas passieren. Sport-Geschäftsführer Kessler sagte: „Wir machen uns Gedanken, wie wir uns strukturell weiterentwickeln können. Mit der neuen Rollenverteilung gibt es keinen klassischen Sportdirektor mehr. Die Direktoren berichten an mich. Wie wir das Thema Kaderplanung künftig genau abbilden, ist noch nicht final entschieden.“

Die Rolle des Kaderplaners könnte in Zukunft also Steidten ausfüllen. Der gebürtige Bremer arbeitete sowohl bei Werder als auch bei Bayer Leverkusen unter anderem als Leiter der Scouting-Abteilung, war beim Werksklub bis zu seinem Abschied dann als Sportkoordinator tätig. In Leverkusen zeichnete er unter anderem für Top-Transfers wie die von Edmond Tapsoba, Jeremie Frimpong und Piero Hincapie mitverantwortlich.

Bei West Ham United stand er bis zur Trennung im Februar 2025 in der Kader-Verantwortung, holte unter anderem Nationalspieler Niclas Füllkrug nach London – ein Transfer, der sich für beide Seiten nicht gerade als Glücksfall entpuppte.

Zwischenzeitlich gab es in England zudem Berichte über ein zerrüttetes Verhältnis mit Ex-Trainer David Moyes. Der scheidende Coach habe Steidten im Frühjahr 2024 untersagt, das Trainingsgelände zu betreten.

Steidten bestritt dies später in einem Podcast-Interview mit „Klick and Rush“ und betonte, er habe selbst die Entscheidung getroffen, dem Trainingsgelände fernzubleiben. Unklare Machtstrukturen und Kompetenzen im Verein hätten dazu geführt, dass die Zusammenarbeit mit Moyes schwierig gewesen sei, so Steidten.

Er habe viele Fehler bei West Ham gemacht, gab er selbstkritisch zu, betonte aber: „Ich glaube, dass es acht bis zehn Transferperioden dauert, um eine Mannschaft wirklich zu verändern.“ Ein solches Langzeit-Projekt war ihm bei den Hammers nicht beschieden, nach zweieinhalb Jahren war seine Zeit beim englischen Verein wieder vorbei.

Thomas Kessler und Jörg Alvermann (1. FC Köln) stehen nach dem Spiel gegen Dortmund im Presseraum des Rhein-Energie-Stadions.

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