1

Abgang Nummer elfFC-Profi findet Leihklub: „Hätte gerne eine Chance bekommen“

Jusuf Gazibegovic auf der Tribüne.

Copyright: Herbert Bucco

Jusuf Gazibegovic (Mitte) verlässt den 1. FC Köln auf Leihbasis zu Widzew Lodz.

Aktualisiert:

Der 1. FC Köln ist erleichtert, denn ein Spieler, der in den Planungen keine Rolle spielt, muss jetzt nur noch teilweise bezahlt werden. Ein Leihklub wurde gefunden.

Jusuf Gazibegovic schlenderte zuletzt durch Köln und war auf Shoppingtour, während die Kollegen beim 1. FC Köln im Einsatz waren.

Der 26-jährige Bosnier war für Gespräche freigestellt, weil er in den sportlichen Planungen von Trainer René Wagner keine Rolle mehr spielt. Jetzt wurde für Gazibegovic ein Leihklub gefunden, der Deal ist offiziell. Er geht zu Widzew Lodz in die polnische Ekstraklasa.

Jusuf Gazibegovic wird wieder verliehen

Ausgerechnet zum Ex-Klub von Kollege Imad Rondic. Beide Spieler, die aus Bosnien-Herzegowina stammen, haben noch langfristige Verträge beim FC. Rondic bis 2029, Gazibegovic bis 2028.

Monatlich soll Rondic 60.000 Euro kassieren, Gazibegovic mit 75.000 Euro sogar etwas mehr. Macht rund 135.000 Euro jeden Monat für Spieler, die beim FC zuletzt keine Rolle spielten. Bei Gazibegovic wurde jetzt eine Lösung gefunden. Man konnte ihn zwar nicht verkaufen, aber durch die Leihe spart der FC Teile des Gehalts.

FC-Geschäftsführer Thomas Kessler (40) sagt: „Wir haben Gazi frühzeitig und transparent darüber informiert, dass er in unseren sportlichen Planungen für die kommende Saison keine Rolle spielen wird. Uns war wichtig, ihm diese Klarheit möglichst früh zu geben, damit er zusammen mit seinem Berater die bestmögliche Lösung für seine Zukunft erarbeiten kann. Gemeinsam ist es uns nun gelungen, eine Konstellation zu finden, die für alle Beteiligten sinnvoll ist und Gazi in Lodz die Möglichkeit gibt, regelmäßig auf einem guten Niveau Spielpraxis zu sammeln. Wir bedanken uns für seinen jederzeit professionellen Umgang mit der Situation und wünschen ihm für die Zeit in Lodz sportlich wie persönlich viel Erfolg.“

Gazibegovic selbst sagt: „Klar hätte ich beim FC gerne eine Chance bekommen, mich noch einmal zu zeigen. Leider haben sich die Verantwortlichen anders entschieden. Jetzt bin ich froh, mit Widzew Lodz einen Verein gefunden zu haben, bei dem ich die Chance bekomme, mich von Saisonbeginn an zu zeigen mit dem klaren Ziel, wieder Stammspieler zu werden. Dafür werde ich bei Lodz alles geben.“

Rondic hält sich derweil noch alleine fit. Eine Abgangslösung wird auch hier mit Hochdruck gesucht. Sollte allerdings kein Klub gefunden werden, könnte der Stürmer auch Thema für die Kölner Regionalliga-Mannschaft werden.

Ähnlich wie bei Sargis Adamyan, der zuletzt als Topverdiener nur noch in der Reserve eingesetzt wurde, bis sein Vertrag auslief. Gazibegovic ist der elfte FC-Abgang in diesem Sommer. Er hatte zuletzt schon mit dem Lodz-Trainer gesprochen.

Der Rechtsverteidiger kam im Winter 2025 als erster Transfer nach der Fifa-Sperre für rund zwei Millionen Euro von Sturm Graz. Dort hatte er zwei Meistertitel in Folge geholt und sogar in der Champions League gespielt. Doch beim FC funktionierte er gar nicht. Auch eine Fußverletzung erschwerte seinen Start in Köln.

Auch in der 2. Bundesliga konnte sich Gazibegovic beim FC nicht durchsetzen. Es folgte eine Leihe nach Graz. Und jetzt will Gazibegovic bei Widzew Lodz neu durchstarten.

Luka Lochoshvili will dem 1. FC Köln als Verteidiger eine neue Mentalität einhauchen.
Vorfreude auf Bayerns Kane
Neu beim FC: „Locho“ weiß, wie er Köln helfen kann