Özcan-Transfer reicht nicht Weitere FC-Stars Kandidaten für Abgang – wie viele Millionen Köln noch sparen muss

Christian Keller spricht mit Lukas Berg und Thomas Kessler.

Sportchef Christian Keller (l.) im Gespräch mit den beiden Lizenzspieler-Leitern Thomas Kessler (M.) und Lukas Berg, am 23. April 2022 im Rhein-Energie-Stadion

Der 1. FC Köln muss weiter kräftig sparen. Um die Etat-Vorgabe einzuhalten und den Kader auf den Wunsch-Positionen zu verbessern, wird Sportboss Christian Keller noch ein bis zwei weitere Stars ziehen lassen müssen.

Köln im Spar-Modus. „Der FC ist finanziell eine große Sanierungsaufgabe“, sagte Geschäftsführer Christian Keller (43) zuletzt im EXPRESS.de-Interview.

Der neue Sportboss muss nicht nur Transfererlöse im zweistelligen Millionen-Bereich generieren, sondern auch den Gehalts-Etat um 20 Prozent nach unten schrauben. Im Klartext: Nach Salih Özcan (24) müssen noch weitere Stars gehen!

Özcan-Transfer reicht nicht: 1. FC Köln muss zwölf Millionen Euro sparen

Das Kölner Eigengewächs zieht es dank Ausstiegsklausel zum Schnäppchenpreis zu Borussia Dortmund. Was das benötigte Transfer-Plus betrifft, sind die rund fünf Millionen Euro Ablöse, die der FC kassiert, dennoch mehr als ein Anfang. Doch vor allem der Blick auf die Gehalts-Zahlen zeigt, dass der Özcan-Wechsel nicht ausreicht...

Alles zum Thema Thomas Kessler

Schon bei seinem Amtsantritt Anfang April stellte Christian Keller klar, dass die Geißböcke in der neuen Saison mit dem kleinsten Etat der jüngeren Vereinsgeschichte auskommen müssen. Rund 60 Millionen Euro betrugen die Kader-Kosten in der abgelaufenen Euro-Einzug-Saison. 20 Prozent weniger würden Einsparungen um die zwölf Millionen Euro bedeuten.

1. FC Köln: Bisher etwa acht bis neun Millionen Euro Gehalts-Einsparungen

Den Weg dafür ebnete der Klub bereits in der Winterpause: Mit Jorge Meré (25, Club América) und Rafael Czichos (32, Chicago Fire) wurden zwei Profis aus dem oberen Gehalts-Drittel abgegeben, genau wie Youngster Sava Cestic (21, HNK Rijeka) – macht für die neue Spielzeit knapp vier Millionen Euro weniger Gehalt.

Eine ähnliche Summe bringen die Abgänge von Özcan, Jannes Horn (25), Louis Schaub (27, Hannover 96) und Tomas Ostrak (22, St. Louis) ein. Hinzu kommen die Leihen von Marvin Obuz (20, Holstein Kiel), Noah Katterbach (21, FC Basel) und Dimitrios Limnios (23, Twente Enschede), mit dessen Rückkehr der FC nicht rechnet.

Bei Kellers Kader-Einmaleins helfen auch die Vertragsverlängerungen von Benno Schmitz (27) und Florian Kainz (29), die ab 1. Juli weniger als bisher verdienen.

Zum künftigen Gehaltsgefüge sagt der neue Köln-Manager klar: „Wichtig ist vor allem, dass wir innerhalb des Gesamt-Budgets eine klare Gehalts-Hierarchie haben. Es gibt Leistungsträger, einen Mittelbau und die Potenzial-Spieler, die erst mal Leistungen nachweisen müssen. Es muss sich aber niemand Sorgen machen, dass der FC keine Spieler mehr bekommt, weil er so schlecht bezahlt. Die Vertragsverlängerungen von Kilian, Schmitz und Kainz zeigen, dass wir weiterhin attraktiv sind für gestandene Bundesliga-Spieler.“

Noch drei bis vier Millionen fehlen: Weitere Leistungsträger vor Abgang?

Verrechnet man noch die Winter-Leihen von Jeff Chabot (24, Genua) und Bright Arrey-Mbi (19, Bayern München) sowie die Verpflichtung von Luca Kilian (22, FSV Mainz), bleiben Stand jetzt Gehalts-Ersparnisse von rund acht bis neun Millionen Euro. Also zwei Drittel der geforderten zwölf Millionen Euro.

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Soll der Spar-Plan eingehalten werden und gleichzeitig noch Spielraum für drei weitere Neuzugänge (Linksverteidiger, offensiver Außenspieler und Stürmer) da sein, müssen also weitere Top-Verdiener die Biege machen. Die Kandidaten: Timo Horn (29), Ondrej Duda (27), Sebastian Andersson (29) und Ellyes Skhiri (27), der von den genannten die satteste Ablöse verspricht. Olympique Lyon, West Ham United und Benfica Lissabon sollen interessiert sein.

Keller auf die EXPRESS.de-Frage, wie realistisch die geplanten Spar-Maßnahmen, insbesondere das zweistellige Millionen-Plus bei Transfers, sind: „Es ist auf jeden Fall angestrebt, um nicht wieder ein Millionen-Defizit zu fahren wie in dieser Saison. Ob es realistisch ist, kann ich nicht sagen. Der Transfermarkt nimmt erst nach den letzten sportlichen Entscheidungen, wenn die Relegationsspiele und europäischen Wettbewerbe rum sind, so richtig an Fahrt auf. Dann schauen wir mal, für welche Spieler Anfragen kommen.“

1. FC Köln: Kostspielige Neuzugänge ohne Transfer-Einnahmen unmöglich

Der FC selbst ist aktuell nicht in der Lage, nennenswerte Ablösen zu zahlen. Gehandelte Spieler wie Branimir Hrgota (29, Greuther Fürth) und Phillip Tietz (24, SV Darmstadt), die 1,5 bis drei Millionen Euro kosten würden, wurden nach EXPRESS.de-Informationen allesamt nicht kontaktiert.

Intern ein Thema war Dynamo Dresdens Ransford-Yeboah Königsdörffer (20), der auf der Außenbahn und im Sturm zum Einsatz kommen könnte, und damit zum FC-Wunschzettel passt. Doch auch für ihn wäre eine Ablöse fällig – daran ändert Dynamos Abstieg in Liga drei nichts.

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