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„Wenn Said spielen soll“Kaminski in neuer Rolle – Modell mit Zukunft?

Jakub Kaminski im Laufduell im Min-jae Kim.

Jakub Kaminski wird im Spiel des 1. FC Köln gegen Bayern München in letzter Sekunde von Min-jae Kim am Torschuss gehindert. 

Der 1. FC Köln hat dem FC Bayern München beim 1:3 einen erbitterten Kampf geliefert. Jakub Kaminski überzeugte dabei erneut in ungewohnter Rolle auf der Sechs. Für Lukas Kwasniok ist es sogar ein Modell mit Zukunft.

Er ist die unumstrittene Allzweckwaffe beim 1. FC Köln. Jakub Kaminski hat unter Lukas Kwasniok fast schon alle Positionen bekleidet – es fehlen eigentlich nur noch das Tor und die Innenverteidigung.

Und egal, wo der Trainer ihn hinstellt, der Pole liefert starke Leistungen ab. Beim Spiel gegen die Bayern startete Kaminski erstmals auf der Sechs, nachdem er bereits in der zweiten Hälfte in Heidenheim im Zentrum agierte.

Kwasniok über Kaminski: „Er kann überall spielen und ist überall gut“

Die Idee hinter dem Schachzug: Der Allrounder sollte bei Bedarf mithelfen, die Seiten zu schließen, und bei eigenem Ballbesitz selbst das Spiel aus der Zentrale anzukurbeln. „Wenn Said in euren Augen (Anm. d. Red.: gemeint sind Journalisten, Experten und Fans) spielen soll, dann muss Kuba irgendwohin“, witzelte Kwansiok.

Weil beide jeweils auf Linksaußen am stärksten sind, muss Kwasniok immer einen verschieben, wenn er das Duo gleichzeitig auf dem Platz haben will. Dabei erwischt es Kaminski deutlich häufiger als El Mala. Die Leihgabe aus Wolfsburg musste schon auf beiden Schienen, im offensiven Mittelfeld und als Rechtsaußen ran.

„Ich will ihn nicht größer machen, als er ist, aber er ist unfassbar spielintelligent. Er kann überall spielen und ist überall gut“, schwärmt Kwasniok. Bereits am Anfang der Saison adelte der Trainer seinen Schützling als „besten Spieler“ beim FC, der überall auf dem Platz wertvoll für die Mannschaft ist.

Gegen die Bayern räumte „Kuba“ hinten resolut ab, leitete Angriffe ein und hatte selbst eine dicke Torchance, die Manuel Neuer allerdings entschärfte (EXPRESS.de-Note: 2,5). Nur ausgerechnet in einer entscheidenden Situation ging ihm der Sprit aus. In der 56. Minute lief er vollkommen frei auf das Bayern-Tor zu, als plötzlich Min-jae Kim den Turbo zündete und den Polen trotz eines gehörigen Rückstandes noch auf den letzten Metern abfing.

„Ich hätte mir gewünscht, dass er 0,4 km/h schneller gewesen wäre, dann wäre er Kim davongelaufen und hätte ein Eins-gegen-eins mit Manuel Neuer gehabt“, sagte Kwasniok über die Szene. Kaminski sagte über die verpasste Chance: „Ich musste viel laufen in dem Spiel. Bei dem Sprint habe ich meine rechte Wade gespürt und dann war der letzte Schritt auch nicht gut von mir.“

Insgesamt war er mit seinem Auftritt auf ungewohnter Position aber zufrieden. Ohnehin ist der Pole ein echter Teamplayer, der seine Aufgaben stets ohne Murren erfüllt. Er sagt: „Ich bin ein flexibler Spieler, das ist kein Problem, mich an andere Positionen anzupassen. Ich mache alles für diese Mannschaft, und wenn der Trainer sagt, dass ich im Mittelfeld spielen soll, dann spiele ich im Mittelfeld.“

Eventuell muss er sich sogar an diese neue Rolle gewöhnen. Denn Kwasniok fand offenbar Gefallen am Auftritt des Nationalspielers. Auf die Frage, ob man Kaminski in den kommenden Wochen sogar öfter auf der Sechs sehen wird, antwortete der Coach: „Es ist durchaus ein Modell für die Zukunft.“