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„Habe nicht überzeugt“ Kilian über seinen Bank-Start, Opas Schalke-Tipps und seine FC-Zukunft

Luca Kilian setzt im Training des 1. FC Köln zum Sprint an.

Luca Kilian (hier am 4. August 2022) gibt am Sonntag gegen Schalke 04 sein Saison-Debüt für den 1. FC Köln. 

Als Dortmunder ist Luca Kilian besonders heiß auf den Liga-Auftakt gegen Schalke 04. Im EXPRESS.de-Interview spricht der Verteidiger des 1. FC Köln über die Rivalität und den Kölner Konkurrenzkampf.

In vergangenen Saison führte in der Innenverteidigung kein Weg an Luca Kilian (22) vorbei. Der Abwehrmann, der jüngst einen Vertrag bis 2025 am Geißbockheim unterschrieben hat, war neben Timo Hübers (26) gesetzt. Beim Pokal-Auftakt saß „Kili“ allerdings nur auf der Bank, weil Jeff Chabot (24) nach starker Vorbereitung den Vorzug erhielt. 

Am Sonntag gegen Schalke 04 (7. August 2022, 17.30 Uhr/DAZN und im Liveticker auf EXPRESS.de) feiert Kilian nun sein Saison-Debüt. Im EXPRESS.de-Interview spricht der Verteidiger über seine besondere Rivalität zu Schalke, Opas Tipps gegen Terodde und Co. und den Kampf um einen Stammplatz.

Luca Kilian, wie verlief die Vorbereitung für Sie persönlich?

Luca Kilian: In den ersten Wochen war ich gut drin, bis ich mir im Trainingslager die muskuläre Verletzung zugezogen habe. Das hat mich anderthalb Wochen zurückgeworfen. Bei der kurzen Vorbereitung ist das natürlich viel Zeit und ich habe die ersten Testspiele verpasst. Gegen Offenbach, wo ich wieder richtig spielen konnte, habe ich dann einfach nicht überzeugt. Das muss ich ehrlich sagen. Danach hatte ich ein Gespräch mit dem Trainer und habe das, was er mir mit auf den Weg gegeben hat, angenommen – und in den Trainingseinheiten und im Testspiel gegen Nijmegen gut umgesetzt.

Waren die Gründe, die Steffen Baumgart Ihnen genannt hat, plausibel für Sie?

Kilian: Absolut. Ich konnte seine Entscheidung nachvollziehen. Mir war es wichtig, die entsprechende Reaktion zu zeigen. Ich denke, jetzt bin ich wieder auf einem guten Weg.

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Sie waren vergangene Saison unumstrittener Stammspieler. In Regensburg erhielt nun ihr Konkurrent Jeff Chabot den Vorzug. Was war das für ein Gefühl?

Kilian: Als Profi will man immer auf dem Platz stehen und der Mannschaft helfen. Aber auch solche Situationen gibt es in einer Karriere. Ich bin mit 22 Jahren noch sehr jung. Es ist ganz normal, dass es in dem Alter auch Schwankungen gibt. Das sind Erfahrungen, die ich machen muss. Ich nehme die Situation an und will mich über gute Trainingsleistungen anbieten. Und der Trainer entscheidet, wann er mich aufstellt.

Wie wichtig ist es dabei, geduldig zu bleiben?

Kilian: Ich würde schon sagen, dass ich ein geduldiger Typ bin. Wenn ich ein, zweimal auf der Bank sitze, bin ich nicht derjenige, der direkt ins Trainerbüro rennt. Man bekommt seine Chance, wenn man hart genug dafür arbeitet. Dann liegt es an einem selbst, sie zu nutzen. Ich denke, dabei ist es von Vorteil, wenn man eine gesunde Selbstreflexion hat und ehrlich zu sich selbst ist. Das bin ich und weiß, dass die letzten Wochen nicht rund gelaufen sind. Von daher ist es gerecht, wenn dann ein anderer spielt.

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Gegen Schalke fällt nun Ihr Kollege Timo Hübers aus. Steffen Baumgart hat bereits verraten, dass Sie spielen werden. Wie sehr freuen Sie sich auf Ihr Saison-Debüt?

Kilian: Das freut mich natürlich riesig. Es tut gut, so etwas zu hören. Denn für mich ist es natürlich ein ganz besonderes Spiel gegen Schalke. Ich kann es kaum erwarten, dass die neue Saison losgeht. Und dann noch mit so einem Knaller.

Luca Kilian im Interview mit EXPRESS.de

Luca Kilian zeigt die neuen Autogramm-Karten des 1. FC Köln (4. August 2022). 

Ist man als gebürtiger Dortmunder besonders heiß auf das Spiel?

Kilian: Ja, auf jeden Fall. Das Duell ist schon mein Leben lang etwas Besonderes. Es macht einfach mega Bock gegen Schalke zu spielen. Bei aller Rivalität ist es ein Verein mit großer Tradition, enormer Strahlkraft und starken Fans. Ich glaube, es wird am Sonntag ordentlich abgehen auf den Rängen. Es wird ein Spiel mit großen Emotionen, das am Ende über den Kampf entschieden werden könnte. Ich bin sehr gespannt, wie sich die Schalker nach dem Aufstieg präsentieren werden, für mich sind sie kein klassischer Aufsteiger. Dennoch haben wir ein Heimspiel und wollen die drei Punkte natürlich bei uns behalten.

Opa gibt Luca Kilian Tipps für das Schalke-Spiel

Ihr Opa (Anm. d. Red.: der ehemalige Bundesliga-Spieler Amand Theis) ist großer BVB-Fan. Hat er Ihnen schon etwas mit auf den Weg gegeben für das Spiel?

Kilian: Wir telefonieren eigentlich immer vor Spielen und er hat mir auch dieses Mal viel Glück gewünscht. Er ist auch nochmal speziell auf Schalke eingegangen. Er hat mir gesagt, was mit Sebastian Polter und Simon Terodde auf mich und meine Abwehr-Kollegen zukommt. ‚Immer schön nah am Mann sein‘, hat er wörtlich gesagt. Und ich soll ‚mit dem Messer zwischen den Zähnen‘ verteidigen (lacht).

Er war bekannt als der „Eisenfuß“. Sie wurden von Steffen Baumgart zum Holzfuß gemacht. Es gibt charmantere Spitznamen für Fußballer, oder?

Kilian: Auf jeden Fall (lacht). Ich komme aber gut damit klar – und Opa auch. Wenn er auf seine Karriere zurückblickt, fand er es gar nicht schlecht, Eisenfuß genannt zu werden. Er ist heute immer noch stolz darauf, wie er früher gespielt hat. Wir waren/sind nun mal beide beinharte Verteidiger und nehmen das mit Humor, solche Spitznamen zu bekommen.

Sie hatten im Winter diverse Angebote anderer Vereine. Warum stand für Sie außer Frage, dass Sie Ihren Vertrag in Köln verlängern?

Kilian: Normalerweise brauche ich immer ein bisschen, um mich einzuleben. Das war hier anders – ich hatte von Anfang an das Gefühl, dass es passt. Ich bin in der Mannschaft total gut aufgenommen worden. Sportlich lief es für mich, was natürlich auch immer hilft, um sich einzuleben. Die Stadt ist super, die Fans sind super, wir haben eine tolle Mannschaft und ich spüre das Vertrauen vom Trainer. Von daher war schnell klar für mich, dass ich auf jeden Fall bleiben möchte. Ich habe mir immer gesagt, dass ich alles dafür tue, damit der FC die Kaufoption zieht.

Wann genau wurde der Vertrag festgezurrt?

Kilian: Anfang Mai war alles fix. Ich habe unheimlich Bock auf die nächsten drei Jahre hier.

Welche Rolle hat Steffen Baumgart dabei gespielt?

Kilian: Eine sehr wichtige. Ohne Steffen Baumgart wäre ich womöglich nicht nach Köln gekommen. Ich schätze seine Offenheit. Auch, wenn er mal etwas nicht so gut findet, spricht er das an. Du weißt genau, wo du bei ihm stehst, das finde ich super. Er holt einen immer ab und man weiß genau, was er von dir verlangt und fordert.

Wie sehr hilft es Ihrer Entwicklung, wenn ein Trainer Ihnen auch mal unbequeme Wahrheiten sagt?

Kilian: Es ist gut, wenn man ab und zu daran erinnert wird, dass man immer hart arbeiten und dranbleiben muss, um dauerhaft erfolgreich in der Bundesliga zu spielen. Steffen Baumgart gibt einem das Gefühl, dass man sich auch aus schwierigeren Phasen rausarbeiten kann und immer wieder die Chance kriegt, zu spielen.

Vergangene Saison haben Sie meist mit Timo Hübers verteidigt. Was macht die Chemie zwischen Ihnen aus?

Kilian: Ich glaube, je mehr Spiele wir miteinander gemacht haben, desto besser wurde die Abstimmung zwischen uns. Wir kennen beide unsere Stärken und wissen, dass wir uns auf den anderen verlassen können. Wenn der eine mal einen Fehler gemacht hat, hat der andere ihn oftmals ausgebügelt. Solche Aktionen haben wir dann immer extrem zusammen gefeiert. Im Laufe der Saison haben wir uns als Abwehr immer weiter stabilisiert. Wir haben dann auch einige Spiele zu Null gespielt, wenn ich an Leverkusen denke, die eine richtig gute Offensive haben.

Luca Kilian: „Können wieder eine gute Rolle spielen in der Liga“

Wo sehen Sie im Vergleich zur letzten Saison noch Verbesserungspotenzial bei Ihnen?

Kilian: Es gibt einige Bereiche, in denen ich mich noch verbessern möchte. Ich möchte auf jeden Fall lauter werden auf dem Platz, mehr Verantwortung übernehmen. Auch spielerisch und im Spielaufbau kann ich mich noch entwickeln. Dazu will ich mein Kopfballspiel weiter verbessern, das sind so die Punkte, die ich mir vorgenommen habe.

Welche Ziele haben sie sich als Mannschaft gesteckt?

Kilian: Wenn wir daran anknüpfen können, was wir letzte Saison gezeigt haben, denke ich schon, dass wir eine gute Rolle in der Liga spielen können. Sollten wir uns wirklich für die Conference League qualifizieren, müssen wir sehen, wie wir die zusätzliche Belastung wegstecken. Grundsätzlich habe ich ein gutes Gefühl bei unserer Mannschaft, alles ist sehr stimmig.

Apropos Conference League: Ungarn oder Republik Moldau?

Kilian: Das ist mir persönlich egal. Ich war schon in beiden Ländern, in Chisinau habe ich mal mit der U21 gespielt, daran habe ich auf jeden Fall gute Erinnerungen. Ich nehme es aber so, wie es kommt.

Wie groß ist generell die Vorfreude auf Europa?

Kilian: Unfassbar! Ende August erntet man endlich das, was man in der letzten Saison als Mannschaft gesät hat. Wir alle freuen uns wahnsinnig auf die Herausforderung. Es ist auf jeden Fall etwas Besonderes, wenn wir uns für die Conference League qualifizieren würden. Das würde nochmal einen richtigen Schub für die Saison geben.

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