Auf dem Feld haben sich die Protagonisten nichts geschenkt. Das 1:1 des Hamburger SV gegen den 1. FC Köln war zwar kein schönes Spiel, aber ein intensives. So wie es im Abstiegskampf oft zu sehen ist. Die beiden Trainer hatten nach dem Duell Spaß.
Job-Witz vor Endspiel-DerbyHSV-Trainer findet Kwasniok „sehr amüsant“
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Die Nerven sind angespannt, die Lage brenzlig. Am Samstagabend spürten alle Fans im Volksparkstadion und vor den TV-Geräten, dass Abstiegskampf pur angesagt war. Das 1:1 des Hamburger SV gegen den 1. FC Köln war alles andere als Fußball-Feinkost. Eher ein hässlicher Thriller mit viel Krampf und Kampf.
Nach dem 1:1 war keine Partei zufrieden. Der HSV bleibt auf Rang zehn mit 30 Punkten in Schlagweite zu den Abstiegsrängen, der 1. FC Köln (25 Punkte, Platz 13) konnte nach nur zwei Siegen aus den letzten 17 Spielen keinen Befreiungsschlag landen.
Kwasniok: „50 Spiele bei einem Traditionsverein schafft nicht jeder“
Obwohl es erneut reichlich Wut über die Unparteiischen gab und FC-Trainer Lukas Kwasniok (44) mit dem Punkt nicht felsenfest im Sattel sitzt, sorgte er für Spaß auf der anschließenden Pressekonferenz.
Er fasste die Partie zunächst zusammen: „Es war ein Abnutzungskampf mit vielen Unterbrechungen. Die zweite Halbzeit war gefühlt noch einen Tick langweiliger für einen neutralen Zuschauer.“ Und: „Es gibt eigentlich nur null, einen oder drei Punkte. Das war vielleicht ein Tag, wo für uns zwei Punkte möglich gewesen wären.“
Dem HSV-Kollegen Merlin Polzin (35) gab er mit: „Wir wünschen euch alles Gute weiterhin. Noch seid ihr nicht ganz weg. Wir versuchen, dranzubleiben!“ Polzin musste schmunzeln: „Es war sehr amüsant, dir zuzuhören.“
Doch es ging noch weiter. Als Polzin von einem Journalisten zu seinem 50. Spiel in Folge als HSV-Trainer gratuliert wurde, sorgte Kwasniok plötzlich für Stimmung in den Katakomben des Volksparkstadions. „Da können wir doch mal alle applaudieren, oder?!“, sagte der Köln-Coach und legte los mit rhythmischem Klatschen. Kwasniok weiter: „Wir können eine Pressekonferenz ja auch mal anders gestalten. 50 Spiele in einem Traditionsverein, das schafft nicht jeder.“
Kwasnioks Humor inklusive Job-Witz ist beachtlich in seiner Situation. Er selbst ist bei 28 Spielen für den FC und steht jetzt vor einem Endspiel. Im Derby am Samstag (21. März 2026, 15.30 Uhr/Sky und Liveticker auf EXPRESS.de) gegen Borussia Mönchengladbach muss ein Sieg her – sonst wird es auch für den Coach eng.
Kölns Sportchef Thomas Kessler (40) sagt: „Wir müssen ein Tor mehr schießen als der Gegner – das ist klar.“ Und Kwasniok weiß, was die Stunde geschlagen hat nach nur einem Punkt in Hamburg: „Jeder Punkt ist wichtig, aber du nimmst lieber drei mit. Fakt ist: Lieber spiele ich 1:1 in Hamburg und gewinne zu Hause gegen Gladbach als umgekehrt. Wir haben einen Tick etwas gutzumachen, haben das Hinspiel in Gladbach verloren. Jetzt wollen wir in unserem Wohnzimmer gewinnen. Damit wir die Fans und uns glücklich machen und die Ausgangssituation für die restlichen Wochen verbessern.“ Mit einem Sieg steigen auch die Chancen, dass Kwasniok vielleicht auf 50 Spiele beim FC kommen kann.



