Beim 4:1-Sieg des 1. FC Köln gegen den Hamburger SV gab es einen medizinischen Notfall. Der Mann überlebte – und war nun erstmals wieder im Stadion.
„Es ist ein Wunder“FC-Fan im Stadion reanimiert – jetzt sprechen er und seine Retter

Es ist der 2. November 2025. Die Fans des 1. FC Köln feiern gerade den 4:1-Sieg ihrer Mannschaft über den Hamburger SV, als eine Durchsage von Michael Trippel die Stimmung trübt.
Der Stadionsprecher weist die Fans darauf hin, dass der Zugang zum VIP-Bereich wegen eines medizinischen Notfalls nicht begehbar sei. Später vermeldet der Verein: „Nach dem Spiel gab es einen medizinischen Einsatz im VIP-Bereich der Osttribüne. Die Person ist unter Anwendung von reanimierenden Maßnahmen in einem kritischen Zustand zum Krankenhaus gebracht worden.“
Fan nach Herzstillstand: „Der FC hat mir das Leben gerettet“
Nun, rund ein halbes Jahr später, hat der FC auf seiner Webseite ein Update zu dem Mann gegeben, der beim HSV-Spiel um sein Leben kämpfte. FC-Fan Marc Stentenbach (52), dreifacher Familienvater, hat den Herzstillstand überlebt. „Der FC hat mir das Leben gerettet. Ich lebe und das Leben ist schön“, sagte er nun bei einem Wiedersehen mit einigen seiner Retter, wie der FC berichtet.
Neunmal wurde er im Stadion und auf dem Weg ins Krankenhaus defibrilliert. „Es ist ein Wunder, dass wir heute hier stehen“, sagte Dr. Stefan Mauß, der im November der erste behandelnde Arzt war. Bei jedem Heimspiel sind zwei oder drei Ärzte im Einsatz.
Nicht nur bei den Notärzten wollte sich Stentenbach bedanken. Auch Johanne Stümpel und Malte Pütz vom Deutschen Roten Kreuz sind zu dem Treffen gekommen. Zudem Geschäftsführer Stefan Grauer für den Wachdienst Luchs sowie als Vertreter des 1. FC Köln Veranstaltungsleiter Andreas Kafitz und Philipp Türoff, Sprecher der Geschäftsführung.
„Wir haben viele Leute, die immer bereitstehen und ihr Möglichstes tun, um in solchen Situationen schnell reagieren zu können. Das ist bei einem Fußballspiel mit 50.000 Menschen, wo es vielen nicht nah genug, nicht schnell genug und nicht unkompliziert genug sein kann, nicht immer einfach. Deshalb gilt es, Danke zu sagen an alle, die sich dafür gerademachen und helfen“, so Türoff. Bei Stentenbach waren laut FC über 60 Helfende beteiligt.
Stentenbach selbst hat an den Tag kaum noch Erinnerungen. Laut seiner Frau brach er in der 50. Minute zusammen, als gerade ein vermeintliches HSV-Tor vom VAR überprüft wurde.
Stümpel vom Roten Kreuz betonte, wie sehr es hilft, dass die aktiven Fanszenen, wenn sie von medizinischen Notfällen mitbekommen, den Support einstellen. „Das ist wichtig für uns, wir müssen uns während des Einsatzes gut verständigen können“, erklärte sie. Als an den Tagen nach dem Einsatz die Nachricht durchsickerte, dass Stentenbach überlebt hatte, war die Erleichterung riesig, verriet sie: „Sie können sich gar nicht vorstellen, wie sehr sich alle Beteiligten gefreut haben.“
Stentenbach, der wenige Monate vor dem Herzstillstand noch den Kilimandscharo bestiegen hatte, wurde ein Defibrillator eingesetzt. Gegen Bayer Leverkusen war er erstmals wieder im Stadion und hat eine Botschaft an die weiteren Besucherinnen und Besucher: „Seid rücksichtsvoll und helft einander. Wir sind eine große Gemeinschaft, die funktioniert und wirkt.“
