FC-Fans löchern Köln-Bosse Heldt: Gisdol „der Richtige, auch für die Zukunft“

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Markus Gisdol beim Training des 1. FC Köln am Dienstag, 6. April 2021

Köln – Die Fans des 1. FC Köln löchern die Bosse! Am Mittwochabend (7. April 2021) stellten sich Vorstand und Geschäftsführung bei einem virtuellen Mitglieder-Stammtisch den Fragen der FC-Anhänger. Sportliche Krise, Finanzen, Geißbockheim-Ausbau – es ging um die entscheidenden Baustellen des Klubs.

  • Virtueller Mitglieder-Stammtisch des 1. FC Köln
  • Vorstand und Geschäftsführung beantworten Fan-Fragen
  • Das sagen Heldt, Wolf & Co. zu Markus Gisdol, Investoren, Lukas Podolski und noch mehr

Hier kommen die wichtigsten Aussagen von Werner Wolf (64), Eckhard Sauren (49), Carsten Wettich (41), Horst Heldt (51) und Alexander Wehrle (46).

Horst Heldt stärkt Markus Gisdol vor Mainz-Spiel

Sportliche Krise: Platz 16 nach 27 Spieltagen, der FC muss um den Klassenerhalt bangen. Coach Markus Gisdol (51) ist auch bei den Fans längst angezählt, Heldt stärkt ihm vor dem nächsten Endspiel gegen den FSV Mainz 05 (Sonntag, 18 Uhr) aber noch mal den Rücken: „Wir sind bis zum heutigen Tag überzeugt, dass Markus der Richtige ist, auch für die Zukunft.“

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Sportchef Horst Heldt (l.) und Trainer Markus Gisdol bei der 0:1-Niederlage des 1. FC Köln beim VfL Wolfsburg am 3. März 2021

Der Sportboss weiter: „Sollten wir das nicht mehr sein, werden wir konsequent handeln. Wir opfern aber keine Menschen, nur weil es gefordert wird.“

Warum hängt der FC im Keller, wenn es nicht am Trainer liegt? Heldt: „Das Hauptproblem ist, dass wir bis heute keine Konstanz in unsere Leistung gebracht haben. Daran arbeiten wir jeden Tag. Wir haben eine Mannschaft, die in der Lage ist, die Klasse noch zu halten. Klar ist, dass wir starke Nerven brauchen und dass es sehr eng wird.“

1. FC Köln: Investoren keine Corona-Lösung

Finanzen: In der Länderspielpause präsentierte Wehrle die Zahlen für die Saison 2019/20 – mit 63 Millionen Euro Umsatzverlust. Dennoch verspricht er: „Wir können liga-unabhängig stabil in neue Saison gehen.“

Für die aktuelle Spielzeit rechnet der Klub mit einem Umsatzverlust von rund 50 Millionen Euro. Was hilft: Als einer von nur sechs Bundesligisten hat der FC einen Gehaltsverzicht seiner Profis bis Saisonende ausgehandelt, ein Drittel der Dauerkarteninhaber haben auf eine Rückerstattung der Ticket-Kohle verzichtet.

Investoren: Trotz erheblicher Corona-Verluste denkt das Präsidium nicht darüber nach, Investoren ins Boot zu holen. Vize Wettich erklärt: „Der Vorstand ist der Überzeugung, dass es möglich ist, auch ohne Anteilsverkäufe langfristig in der Bundesliga zu bestehen. Es ist verständlich, dass aktuell der Ruf nach Investoren kommt. Dem nicht nachzugeben, ist keine Volkstümelei. Derzeit würde man die Anteile unter Wert verkaufen, das halten wir nicht für sinnvoll. Wir brauchen langfristige Maßnahmen, um die Corona-Effekte einzudämmen.“ Wie weitere Erlösquellen. Sprich: Spieler-Verkäufe im Sommer.

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Präsident Werner Wolf, Finanzboss Alexander Wehrle und Vize Eckhard Sauren (v.l.) am 18. Oktober 2020 im Rhein-Energie-Stadion

Geißbockheim-Ausbau: Vor allem für die Nachwuchsarbeit bräuchte der Klub den seit Jahren geplanten Ausbau des Geißbockheims dringend – doch der Prozess stockt seit Monaten. Vize-Präsident Sauren: „Das ist eines der bedeutendsten Zukunftsthemen. Wir sind in einem konstruktiven Dialog mit der Politik.“ Zuletzt habe eine Besichtigung vor Ort Vertretern der Politik gezeigt, wie notwendig die Erweiterung ist.

Sauren meint: „Es bringt nichts, auf den Tisch zu hauen, wir sind nicht auf dem Driver Seat, sondern nur Passagier. Es bedarf weiterer Überzeugungsarbeit.“ Eine Lösung ist also nicht in Sicht – doch der FC will den Standort weiterhin nicht wechseln. „Wir wollen hier die Bedingungen schaffen, die wir für unsere Nachwuchsarbeit brauchen“, so Sauren.

Tür für Lukas Podolski steht beim 1. FC Köln offen

Fan-Rückkehr: Noch hat Wehrle die Hoffnung nicht aufgegeben, dass bereits in dieser Saison wieder Fans ins Rhein-Energie-Stadion dürfen. Doch wirklich groß sind seine Erwartungen nicht. Der Finanzboss versichert jedenfalls: „Wir sind vorbereitet auf Tag X, haben ein sehr gutes Hygienekonzept mit dem Gesundheitsamt verabschiedet und uns Gedanken gemacht, wie man ein Schnelltest-System integrieren kann. Ich bin optimistisch, dass wir spätestens in der neuen Saison Zuschauer erleben können.“

Stadion: Der Bau einer neuen Heimstätte ist für den FC kein Thema, vielmehr beschäftigt man sich mit einer möglichen Erweiterung des Rhein-Energie-Stadions nach der EM 2024. Sauren: „Wir planen nach wie vor in Müngersdorf.“

Auch der Kauf des Stadions bleibt eine Option. Wehrle: „Wir befinden uns da im Dialog mit den Verantwortlichen.“

Podolski-Zukunft: Kehrt Lukas Podolski (35) zumindest nach seiner aktiven Karriere zum FC zurück? Eine Frage, die viele Anhänger beschäftigt. Präsident Wolf: „Wir sind mit Lukas im Dialog. Er ist in einer Phase angekommen, wo er sich überlegt, wie er seine Karriere beenden will. Er weiß, dass bei uns die Tür offen steht. Wenn er sich für sich selbst entschieden hat, finden wir Lösungen.“

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