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Vor AusgleichFC mit Fairplay-Vorwurf – Union-Profi mit irrer Erklärung

Marvin Schwäbe sieht Gelb gegen Union.

Copyright: IMAGO/Matthias Koch

Marvin Schwäbe sah gegen Union Gelb wegen Meckerns, weil er fehlendes Fairplay monierte. 

Der 1. FC Köln musste sich bei Union Berlin mit einem 2:2 zufrieden geben. Danach gab es vor allem Ärger um das Ausgleichtor. Der FC warf dem Gegner fehlendes Fairplay vor. Union hatte eine eigene Sicht.

Es ist eigentlich ein ungeschriebenes Fußball-Gesetz: Wenn jemand freiwillig den Ball ins Aus spielt, bekommt man den Einwurf des Gegners umgehend zurück. Beim 2:2 des 1. FC Köln bei Union Berlin haben sich die Gastgeber allerdings nicht darangehalten. Im Gegenteil, sie nutzten die Situation sogar für das späte Ausgleichstor.

Was war passiert? Nachdem Eric Martel schreiend in der gegnerischen Hälfte lag, spielten die „Eisernen“ den Ball nicht ins Aus, um dem Kölner eine Behandlungspause zu ermöglichen. Felipe Chavez war es dann schließlich, der den Ball unbedrängt ins Aus beförderte.

Unions Trimmel dreht Fairplay-Spieß rum

Doch statt den Ball zurückzugeben, resultierte aus dem Einwurf das 2:2 durch Burcu. Das brachte nicht nur Keeper Schwäbe auf den Baum, der Gelb wegen Meckerns sah. Auch nach Schlusspfiff war der Ärger beim Kapitän zu spüren.

Er sagte: „Es ging darum, dass Eric schon zwei Minuten am Boden lag und nicht mehr weiterspielen konnte. Wir haben dann den Ball nach etlichen Stationen irgendwann ins Aus geklärt, um ihn behandeln zu lassen. Dann ist es unverständlich, dass sie es nicht einfach eingesehen haben und uns den Ball fairnesshalber rüber spielen.“

Fehlendes Fairplay? Das monierte auch Marius Bülter. Der Torschütze sagte deutlich: „Das ist schon ein bisschen schade, denn ich denke, dass es Fair Play ist, den Ball zurückzuspielen. Denn Felipe spielt ihn schon klar ins Aus."

Auf Seiten von Union wollte man sich den Fairness-Vorwurf nicht gefallen lassen. Im Gegenteil, Christopher Trimmel, der den entscheidenden Einwurf ausführte, drehte den Spieß sogar rum. Der Unioner hatte eine ganz seltsame Erklärung für seine Entscheidung, den Ball nicht zurückzuspielen.

Der Österreicher sagte: „Sie hatten vorher selbst die Möglichkeit, den Ball rauszuspielen. Erst als sie gemerkt haben, dass wir eine Druckphase haben, haben sie den Ball schnell rausgespielt. Und dann habe ich mir gesagt: Ihr habt jetzt schon sieben, acht Mal auf Zeit gespielt und lagt am Boden, dann spielen wir natürlich das Spiel mit. Es geht um Fair Play und nicht um einzelne Situationen. Das habe ich ganz klar so kommuniziert.“

Eine ganz eigene Interpretation, die man nicht verstehen muss. Immerhin konnte der Union-Kapitän den Kölner Ärger nachvollziehen. „Ich hätte es natürlich auch als Gegner nicht so gesehen, aber das Spiel muss man wie gesagt mitspielen.

Während seine Spieler deutlich genervt von der Situation waren, reagierte René Wagner seltsam emotionslos auf die Frage, ob Union den Ball hätte zurückspielen müssen. „Kann man, muss man aber nicht“, lautete seine blasse Antwort.

René Wagner gibt an der Seitenlinie Anweisungen.

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