Endstation Halbfinale für die Kölner Haie: In den DEL-Playoffs war für den Hauptrundensieger schon vor dem Endspiel Schluss. Dabei kommt auch eine Diskussion um das Thema Heimrecht auf.
„Ich möchte es loswerden“TV-Experte äußert Haie-Theorie – KEC-Fans sauer

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Ex-Nationalspieler Rick Goldmann war das Thema in seiner Rolle als TV-Experte nach dem Halbfinal-Aus der Kölner Haie so wichtig, dass er dafür die allererste Frage von Moderator Konstantin Klostermann beiseite wischte.
„Ich gehe kurz vom Thema weg, aber ich möchte es loswerden. Ich glaube, dass diese Serie vielleicht anders ausgegangen wäre, wenn Köln hier das erste Spiel zu Hause gehabt hätte“, sagte Goldmann bei MagentaSport ganz zu Beginn seiner Analyse: „Sie sind gleich hinten – und dann läuft es natürlich nicht so.“
Frust-Kommentare nach Halbfinal-Aus der Kölner Haie
Der frühere Verteidiger sprach damit ein Thema an, das im KEC-Universum während der Playoffs zwar nur auf kleiner Flamme diskutiert wurde, mit dem Ausscheiden gegen die Eisbären Berlin am Montag (20. April 2026) dann aber doch in voller Dimension auf den Tisch kam.
„Natürlich wäre das was anderes gewesen, wenn wir zu Hause angefangen hätten“, sagte Haie-Profi Parker Tuomie (30). Der einzige Haie-Torschütze am Montag schob hinterher: „Das ist nicht meine Aufgabe. Aber jetzt, wo die Serie an Berlin geht, ist das natürlich ein Thema.“
Schon am Abend in der Halle ärgerte sich so mancher Fan, dass die eigene Mannschaft den sportlich gewonnenen Heimvorteil in der Serie hatte abtreten müssen. Statt die Spiele eins, drei und fünf zu Hause zu bestreiten, musste der KEC in den Spielen zwei, vier und sechs immer nachziehen.
Und weil die Berliner ihre Pflicht in der Hauptstadt jeweils erfüllten, liefen die Haie bis zum endgültigen Aus dreimal einem Rückstand in der Serie hinterher. Psychologisch eine gewaltige Hypothek. „Es geht gleich beim ersten Spiel los, Köln läuft immer hinterher in dieser Serie. Sie haben eigentlich keine Führung – in der Partie heute und auch in der Serie“, machte Goldmann das Dilemma deutlich.
Noch deutlicher formulierten einige Fans ihren Ärger in den sozialen Netzwerken. Unter einem Instagram-Posting, in dem die Arena den Haien zu einer „unglaublichen Saison“ gratulierte, sammelten sich unter den 150 Rückmeldungen mehrheitlich Frust-Kommentare. Bei Facebook sah es ähnlich aus.
„Danke für das Heimrecht, das wir nicht hatten. Durch sowas werden auch Meisterschaften entschieden“, schrieb ein User. Ein anderer verwies auf die stets ausverkaufte Halle, die Einnahmen an den Gastro-Ständen und durch Parktickets, und fragte: „Reicht das alles nicht, um den Haien das hochverdiente Heimrecht zu garantieren? Das ist weltweit wirklich einmalig!“
Manch ein KEC-Anhänger gab der Arena im Frust über den geplatzen Titel-Traum sogar komplett die Schuld am Scheitern gegen den amtierenden Deutschen Meister. Ein weiterer Kommentar lautete: „Aber auch die Haie sind mit Schuld. Wer glaubt denn daran, es wäre sinnvoll, das Heimrecht herzuschenken?“
Nach Informationen des „Kölner Stadt-Anzeiger“ ist im aktuellen und noch bis nächstes Jahr laufenden Vertrag zwischen den Kölner Haien und der Lanxess-Arena vereinbart, dass durch den Verzicht auf das anfängliche Heimspiel weniger potenzielle Playoff-Termine geblockt werden müssen.
Das Prozedere ist schnell erklärt: Würde die Arena zweigleisig planen müssen, also mit und ohne Heimvorteil für die Haie, wäre in der Playoff-Phase jeder mögliche Spieltermin blockiert. Wird die volle Planung auf das Szenario mit einem Auswärtsspiel zum Start ausgerichtet, werden im Laufe der K.o.-Runde zahlreiche Termine für andere Events freigehalten.
Die praktisch dauerbelegte Arena hat so den nötigen Spielraum, um möglichst viele Top-Stars nach Köln zu holen. In diesem Jahr stechen etwa Namen wie Lenny Kravitz, Bryan Adams oder Eric Clapton heraus, vergangenes Jahr waren es Bob Dylan, Billie Eilish und Sting. Auch bei auf dem Papier kleineren Namen ist das Henkelmännchen zuverlässig ausverkauft.
Weil die Haie nur Mieter und kein Teilhaber oder sogar Inhaber sind, müssen beide Seiten in den Verhandlungen über das Vertragswerk Kompromisse finden. Durch einen günstigen Mietvertrag als Dauernutzer profitieren andererseits auch die Haie. Bei anderen Veranstaltungen und Konzerten ruft die Arena deutlich mehr Miete auf.

