Meister Füchse Berlin hat sich auch den DHB-Pokal gesichert. Im Finale triumphierte der Favorit gegen Außenseiter Bergischer HC. Der hatte am Samstag für eine Sensation durch den Sieg gegen Magdeburg gesorgt.
Bergischer HC verpasst WunderZweites Handball-Märchen in Köln bleibt aus

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Lasse Andersson (M.) präsentiert den DHB-Pokal nach dem Sieg der Füchse Berlin gegen den Bergischen HC.

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Das erneute Handball-Märchen ist ausgeblieben. Der Bergische HC musste sich am Sonntag (19. April 2026) im Finale um den Handball-Pokal gegen die Füchse Berlin mit 33:42 (17:22) geschlagen geben.
Einen Tag nach dem spektakulären und geschichtsträchtigen Halbfinal-Sieg gegen den SC Magdeburg wehrte sich der Underdog erneut tapfer. Das neutrale Publikum in der ausverkauften Lanxess-Arena feuerte den BHC an, doch letztlich feierte der Meister.
Welthandballer Mathias Gidsel feiert ersten Titel in der Kölner Arena
Die Füchse sicherten sich zum zweiten Mal nach 2014 wieder den DHB-Pokal. Lasse Andersson war mit zehn Toren erfolgreichster Schütze, Dejan Milosavljev zeigte 13 Paraden, ehe er sich in der 43. Minute verletzte. Fynn Hangstein und Noah Beyer waren mit sechs Toren die erfolgreichsten Schützen für die „Löwen“.
Der Liga-15. aus Wuppertal/Solingen hatte am Samstagabend mit einem leidenschaftlichen Abwehrfight für die große Sensation gesorgt. Am Sonntag entwickelte sich jedoch ein gänzlich anderes Spiel. Es ging temporeich hin und her, die Abwehrformationen konnten sich kaum zeigen.
Bis zum 17:16 für die Berliner (26. Minute) war die Partie noch komplett offen, dann reichte ein kurzer Zwischenspurt vor der Halbzeitpause mit drei Treffern von Mathias Gidsel für die Fünf-Tore-Führung des Favoriten. Im zweiten Durchgang flachte die Stimmung in der Arena dann ein wenig ab, weil der Außenseiter keine Chance hatte, die Partie noch mal spannender zu gestalten.

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Welthandballer Mathias Gidsel (l.) im Duell gegen Aron Seesing vom Bergischen HC.
Auch wenn es am Ende nicht für den ersten Pokal-Titel in der Vereinsgeschichte reichte, war das Final-Four-Wochenende für alle Fans und Aktiven des BHC ein unvergessliches Erlebnis. „Viele von uns kommen aus der Region und saßen auf der Tribüne, haben hier in dieser Halle mal zugeguckt, und damit fing es an, sich für den Handball zu begeistern“, sagte Trainer Markus Pütz.
„Dass wir dann hier mal stehen dürfen und ins Finale einziehen, ist Wahnsinn. Riesenrespekt an die Mannschaft. Das war großes Kino“, freute er sich nach dem 31:30-Triumph nach Siebenmeterwerfen gegen Magdeburg. „Mehr Spannung geht nicht. Und ein geileres Gefühl gibt es nicht, dann die beste Mannschaft der Welt zu schlagen“, sagte Johannes Wasielewski.

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Noah Beyer war am Samstag der Matchwinner für den Bergischen HC. Tags drauf musste er sich mit dem zweiten Platz zufrieden geben.
„Wenn wir Magdeburg schlagen, können wir jeden schlagen“, hatte Rückraumspieler Sören Steinhaus noch zuversichtlich gesagt. Doch letztlich war das Top-Team um Gidsel doch frischer und cleverer, um sich den Pokal zu sichern. Der Welthandballer feierte seinen ersten Titelgewinn in der Kölner Arena mit einer beeindruckenden Vorstellung samt neun Toren.
„In Deutschland Titel zu holen, ist immer schwer. Unfassbar, dass wir das geschafft haben. Ich bin extrem stolz. Das bedeutet mir sehr viel“, sagte er. „Es war ein schönes Wochenende. Jetzt genießen wir das.“
Der BHC durfte sich trotzdem als der große Gewinner des Final Four fühlen. Für Platz 2 gab es 150.000 Euro als Prämie. In der nächsten Saison muss das Team erst im Achtelfinale in den Pokal-Wettbewerb einsteigen.
SC Magdeburg verliert auch das kleine Finale gegen den TBV Lemgo Lippe
Für den großen Favoriten SC Magdeburg endete das Köln-Wochenende komplett enttäuschend. Der Champions-League-Sieger unterlag auch dem TBV Lemgo Lippe im Spiel um Platz drei mit 31:35 (15:16). Geschäftsführer Marc-Henrik Schmedt sprach von einem „unbefriedigenden Wochenende von A bis Z“ für sein Team.

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Lemgos Torwart Constantin Möstl zeigte 17 Paraden im Spiel um Platz 3.
Tim Suton (8 Tore) überzeugte am Sonntag als bester Werfer. Zudem glänzte Torhüter Constantin Möstl mit 17 Paraden für die Lemgoer. „Ich bin sehr stolz und froh. Jetzt fahren wir glücklich zurück“, freute sich TBV-Coach Florian Kehrmann.
Beim designierten Meister aus Magdeburg herrschte hingegen Frust. „Habe ich Sorgen? Natürlich. Das Ergebnis ist noch geschmeichelt für uns“, schimpfte Trainer Bennet Wiegert. „Wenn man solch ein Wochenende spielt, dann zieht das nicht an einem vorbei. Das wird sich auch noch mehrere Wochen in mir ausleben. Es gilt, es zu verarbeiten.“

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Magdeburgs Trainer Bennet Wiegert erlebte ein Horror-Wochenende mit seinem Team mit zwei Niederlagen.
In der Champions League bietet sich dem Titelverteidiger immerhin im Viertelfinale die Chance, das Ticket für das nächste Final Four in Köln zu lösen: Das Hinspiel bei Pick Szeged steht am 29. April an. „Diese Enttäuschung abzuschütteln, wird schwer. Einfach so Mund abwischen, das ist es nicht“, gestand Wiegert.

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Der neue und erstmals eingesetzte LED-Glasboden ermöglichte während der Eröffnungsshow spektakuläre Effekte. Während der Spiele wurde die neue Technik noch zu wenig genutzt.
Alle Beteiligten waren sich nach dem Wochenende in der Handball-Kathedrale wieder einig, dass in Köln einmal mehr Maßstäbe gesetzt wurden. Beide Tage waren mit 19.750 Fans ausverkauft. Der Rahmen, die Organisation und die Stimmung waren top.
Der erstmals eingesetzte LED-Glasboden ermöglichte tolle Effekte bei den Showeinlagen. Liga-Boss Frank Bohmann kündigte bereits an, dass der noch bis 2027 laufende Vertrag in Kürze verlängert wird. Die Lanxess-Arena bleibt weiter Schauplatz des Spektakels.
