Massenentlassungen Aldi macht Betrieb dicht: „Nicht mehr wettbewerbsfähig“

Eine kleine Plastikfigur mit einem Einkaufswagen in Berlin vor einem Logo von Aldi Süd (links) und Aldi Nord

Die Logos von Aldi Süd (links) und Aldi Nord, aufgenommen hinter einer Plastikfigur mit Einkaufswagen 2012 in Berlin.

Keine guten Nachrichten für mehr als 100 Angestellte von Aldi im Ruhrgebiet: Gleich zwei Kaffee-Röstereien machen dicht. Der Kaffee von Aldi Süd und Aldi Nord wird nun in anderen Werken produziert.

Es ist eine Nachricht, die vor allem im Ruhrgebiet derzeit für einen großen Schrecken sorgt: Aldi Nord hat entschieden, seine Kaffee-Rösterei mit Sitz in Herten zu schließen.

Wie der Discounter der „Hertener Allgemeine“ am Freitag (10. Juni 2022) bestätigte, würde die Rösterei zum 31. März 2023 geschlossen werden – also in weniger als einem Jahr. Die Zeitung schreibt von „Massenentlassungen“, die dieser Schritt zur Folge hat.

Konkret geht es laut „Der Westen“ um 60 Angestellte, die nun um ihre Jobs bangen. „Ziel ist es, gemeinsam mit der Arbeitsnehmervertretung sozialverträgliche Lösungen für die Mitarbeitenden zu entwickeln und die Veränderungen in engem Austausch zu begleiten“, zitiert das Portal einen Sprecher von Aldi Nord.

Herten liegt mit seinen etwas mehr als 60.000 Einwohnerinnen und Einwohnern im Kreis Recklinghausen im Norden des Ruhrgebiets, mitten in NRW

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Aldi Nord schließt Rösterei, da sie nicht mehr wettbewerbsfähig ist

Grund für die Schließung der Kaffee-Rösterei ist laut Aldi Nord das Ergebnis einer „Analyse sämtlicher Prozesse“, die ergeben hat, dass „der Röstereistandort Herten in seinen bisherigen Strukturen nicht mehr wettbewerbsfähig ist“.

Erst in der Woche zuvor hatte auch Aldi Süd der Belegschaft mitgeteilt, die Kaffee-Rösterei am Standort in Mülheim dicht gemacht werden soll. Dort soll der Betrieb aber noch bis Ende 2023 weitergehen. Betroffen in Mülheim sind 70 Angestellte.

„Uns ist bewusst, dass diese Nachricht für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Mülheim natürlich sehr einschneidend ist“, hatte es geheißen – ebenso, dass Aldi Nord von der Neusortierung des Kaffee-Geschäfts nicht betroffen sei.

Wo kommt der Aldi-Kaffee her?

Doch wo soll der Aldi-Kaffee in Zukunft geröstet werden? Aldi Süd kündigte an, dass das größere Werk in Ketsch (bei Heidelberg in Baden-Württemberg) dann übernehmen werde.

Für Aldi Nord steht weiterhin das Werk in Weyhe (bei Bremen) parat, das auch jetzt schon als Kaffee-Rösterei für Aldi fungiert.

Aldi Nord und Aldi Süd sind zwei unterschiedliche Unternehmensgruppen. 1961 beschlossen die Brüder Karl und Theo, dass sie das 1913 als Tante-Emma-Laden von ihrem Vater Karl senior gegründete Geschäft aufteilen wollen in Nord und Süd. Damals gab es bereits 300 Aldi-Filialen in Deutschland – heute sind es mehr als 4.000.

Hinter Konkurrent Lidl ist Aldi der zweitgrößte Discounter der Welt, der insgesamt mehr als 230.000 Angestellt hat – in Herten und Mülheim in Zukunft aber einige weniger. (spol)

Hinweis: In einer früheren Version des Textes stand, dass Aldi 11.000 Filialen hat. Diese falsche Zahl haben wir korrigiert.

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