Eine unsichtbare Bürde, die Millionen von Menschen mit sich tragen. In Dresden bricht eine neue Ausstellung jetzt ein Tabu und macht deutlich, wie weit seelische Leiden wirklich verbreitet sind – mit Zahlen, die einen schlucken lassen.
Dresden packt ausWarum jeder Vierte seelisch leidet – neue Schau bricht ein Tabu

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Eine interaktive Ausstellung im Dresdner Hygienemuseum widmet sich der mentalen Gesundheit.
Hier geht es um weit mehr als nur Liebeskummer oder einen schlechten Tag. Im Deutschen Hygiene-Museum in Dresden startet die neue Schau „Wie geht's?“, die sich psychischen Belastungen annimmt. Diese sind oft unsichtbar, nehmen aber stetig zu. Die am Samstag (7. März) eröffnete Ausstellung soll das Bewusstsein für dieses wichtige Thema schärfen.
Alarmierende Zahlen: Jeder Vierte in Deutschland betroffen
Die Zahlen sind erschreckend. Laut Informationen der Deutschen Presse-Agentur (dpa) leiden weltweit rund eine Milliarde Menschen an psychischen Problemen, so die Weltgesundheitsorganisation. In Deutschland trifft es im Laufe des Lebens jeden Vierten. Eine Dimension, die klarstellt: Dieses Thema geht uns alle an.
Corona-Krise als Brandbeschleuniger für Einsamkeit
Besonders die Zeit der Corona-Pandemie hat tiefe Wunden hinterlassen. Die Soziologin Claudia Neu beleuchtet in der Ausstellung die unterschiedlichen Arten der Einsamkeit. Fühlten sich vor der Pandemie noch vier Prozent der Umfrageteilnehmer fast durchgehend allein, schossen diese Zahlen danach in die Höhe. Die Auswirkungen sind bis heute spürbar – gerade bei jungen Leuten und Kindern.

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Das Deutsche Hygiene-Museum in Dresden widmet sich in seiner neuen Sonderausstellung der mentalen Gesundheit (Archivbild).
Auch die Direktorin des Museums, Iris Edenheiser, beobachtet einen klaren Anstieg seelischer Lasten. Sie sieht die Ursachen in der Pandemie, der zunehmenden Digitalisierung und weltweiten Krisen. Sie macht klar, dass der Übergang von gesund zu krank weitaus unschärfer ist, als die meisten glauben.
Die Angst, darüber zu reden: Ein riesiges Tabu
Obwohl die Wahrnehmung für psychische Krankheiten zunimmt, bleibt das Reden darüber ein heikles Thema. Viele fürchten die Reaktionen aus ihrem Umfeld oder haben sogar Sorge um ihren Arbeitsplatz, wurde bei der Präsentation der Schau erklärt. Während Leiden wie Depressionen, Burnout oder ADHS immer mehr Akzeptanz in der Gesellschaft finden, werden Psychosen oder Süchte sogar noch stärker ausgegrenzt.
Das Museum will mit künstlerischen, medialen und interaktiven Methoden jeden Einzelnen erreichen. Die Ausstellung, die bis zum 4. April 2027 zu sehen ist, stellt auch geschützte Bereiche zur Verfügung. Dort kann man sich über ganz konkrete Hilfen und Anlaufstellen informieren. (red)
Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

