Chaos bei Facebook, Whatsapp & Co. Portale wieder online, Facebook-Witz wird von Millionen gefeiert

Ein Blick auf ein Smartphone mit den verschiedenen Social Media Apps, wie Facebook, Instagram, YouTube und WhatsApp.

Ein Blick auf ein Smartphone mit den verschiedenen Social-Media-Apps wie Facebook, Instagram, YouTube und WhatsApp.

Riesen-Störung beim Facebook-Konzern: Instagram, WhatsApp und Facebook waren am Montagnachmittag rund sieben Stunden lang nicht mehr erreichbar. Erst in der Nacht gingen die Dienste wieder online.

Köln. Am Montag (4. Oktober 2021) ist es beim Facebook-Konzern zu massiven Ausfällen und Störungen gekommen. Betroffen waren die beliebten Plattformen Facebook, Instagram und der Messenger WhatsApp. Millionen User weltweit schauten in die Röhre. Erst in der Nacht, nach etwa sieben Stunden Total-Ausfall, liefen die Netzwerke wieder an.

Auf dem Portal „allestörungen.de“ waren schon früh am Abend (gegen 18 Uhr) mehr als 148.000 Störungen gemeldet worden. Die Nutzer waren wortwörtlich offline, denn die Verbindung zu den Diensten konnte nicht hergestellt werden.

Nicht nur die Apps waren betroffen, auch über den Browser ließen sich die einzelnen Seiten nicht mehr erreichen. Facebook arbeitete auch Stunden nach Beginn des Mega-Breakdowns fieberhaft daran, die Dienste wieder in Gang zu bringen. „Wir haben Netzwerk-Probleme“ und die Teams arbeiteten so schnell wie möglich, schrieb Technologiechef Mike Schroepfer bei Twitter.

Erst spät in der Nacht liefen die Portale dann wieder an, Hunderttausende von Nachrichten und Beiträgen liefen – natürlich mit enormer Verspätung – ein. „Na endlich!“, „Läuft wieder“ oder „Willkommen zurück“ lauteten einige von zahlreichen Kommentaren in den betroffenen Netzwerken.

Störung: Facebook, Instagram und WhatsApp stundenlang down 

Das technische Team von Facebook hatte sich auf Twitter entschuldigt: „An die riesige Gemeinschaft von Menschen und Unternehmen auf der ganzen Welt, die sich auf uns verlassen: Es tut uns leid“, schrieb das Team auf Twitter. „Wir haben hart daran gearbeitet, den Zugang zu unseren Apps und Diensten wiederherzustellen und freuen uns, dass sie jetzt wieder online sind. Danke, dass ihr uns unterstützt habt.“ Auch Gründer und Chef Mark Zuckerberg entschuldigte sich in einem kurzen Facebook-Post.

Twitter: Facebook-Witz geht schnell viral

Derweil konnte sich das Twitter-Team am Montag während des Totalausfalls einen Witz nicht verkneifen und schrieb den kurzen Satz: hello literally everyone (zu Deutsch: „Hallo an buchstäblich jeden“). Der Tweet ging innerhalb kürzester Zeit viral, wurde von knapp 3 Millionen Menschen mit einem Herzchen versehen.

Die genaue Ursache für die Probleme war zunächst nicht bekannt. Für einige Web-Experten sah es nach einem Problem mit dem sogenannten DNS-Service aus. Dieser Dienst sorgt unter anderem dafür, dass mit Buchstaben eingetippte Website-Namen in entsprechende IP-Adressen übersetzt werden, damit diese angesteuert werden können.


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Demnach verschwanden die DNS-Einträge der Facebook-Dienste aus dem Service, der den Datenverkehr steuert – damit waren sie sozusagen unsichtbar für die Netzinfrastruktur. Anders gesagt habe Facebook die Karte entfernt, dank der die Computer weltweit die Dienste des Konzerns finden, schrieb der IT-Sicherheitsexperte Brian Krebs. „Wenn jemand die Adresse Facebook.com in seinen Webbrowser eintippt, hat der Browser keine Ahnung, wo man Facebook.com findet und gibt eine Fehlermeldung aus.“

Der Technik-Chef des Cloud-Dienstleisters Cloudflare, John Graham-Cumming, verwies darauf, dass Nutzer und auch Software weiterhin versuchten, Facebook-Dienste anzusteuern. Das sorge für einen massiven Anstieg der Auslastung anderer DNS-Dienste, schrieb er bei Twitter.

Ein weiteres Problem: Wie ein Journalist der „New York Times“ unter Berufung auf Aussagen von Facebook-Mitarbeitern auf Twitter erklärte, seien auch alle internen Plattformen des Konzerns nicht erreichbar gewesen. Auch die Büros der Mitarbeiter seien mit dem Internet gekoppelt und somit zeitweise nicht zugänglich gewesen.

Facebook, Instagram, WhatsApp: Experten suchten nach Stürungsursache

Auf den Störungsplattformen meldeten Nutzer zum Teil Probleme auch mit anderen Online-Diensten, die sich jedoch zunächst nicht weiträumig bestätigten. So liefen beim großen Web-Dienstleister AWS von Amazon, auf den viele Start-ups und große Unternehmen zurückgreifen, laut der Status-Seite alle Angebote normal.

DNS-Störungen passieren derweil immer wieder. So hatte ein solcher Ausfall im Juli dafür gesorgt, dass zahlreiche Websites zeitweise nicht erreichbar waren. Auslöser waren damals Probleme beim Web-Dienstleister Akamai. Die Zentralisierung der Netz-Infrastruktur bei großen Anbietern sorgt dafür, dass der Ausfall bei einer Firma gleich viele Dienste und Websites vom Netz reißen kann.

Auch Anfang Juni waren bereits zahlreiche Websites weltweit nach einer Störung beim Cloud-Dienst Fastly rund eine Stunde nicht erreichbar gewesen. Damals betroffen waren unter anderem die Seite der britischen Regierung, die Plattform Reddit sowie die Nachrichtenportale des „Guardian“, der „New York Times“, der „Financial Times“ und der französischen Zeitung „Le Monde“. (dpa/mei/kos)

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