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„Übernehmen alle Kosten“ In ZDF-Show bittet Aktivist um „Datenspende“ für Klage gegen Facebook

Max Schrems, Datenschutz-Aktivist, im Rahmen eines Fototermins in seinem Büro in Wien.

Datenschutz-Aktivist Max Schrems (hier im Juli 2020) rief bei Jan Böhmermann zu einer „Datenspende“ auf.

Der österreichische Datenschützer Max Schrems bereitet eine Klage gegen Facebook wegen des sogenannten „Microtargetings“ vor. Bei Jan Böhmermann rief er das „ZDF Magazin Royale“-Publikum zu einer „Datenspende“ auf. Voraussetzung ist allerdings eine spezielle Browser-Erweiterung.

Das „ZDF Magazin Royale“ ist in der Winterpause. Nicht jedoch, ohne in seiner vorerst letzten Ausgabe gegen einen ganz großen „Gegner“ auszuholen. „Facebook-Papers“ hat das Team der Show seine Recherchen zum Social-Media-Giganten nicht gerade bescheiden übertitelt.

Präsentiert wurde von Moderator Jan Böhmermann am Freitagabend (1. Dezember 2021) ein ganzes Potpourri an Fragwürdigkeiten im Geschäftsgebaren und offenkundigen Verfehlungen. Zum Teil basierend auf den Enthüllungen der Whistleblowerin Frances Haugen.

Wie aber vorgehen gegen den Schaden, der unter anderem an der Demokratie entsteht? In einem Interview, das in der Sendung selbst zwar angekündigt wurde, aber exklusiv auf dem YouTube-Kanal der Show zu sehen ist, rief der österreichische Datenschützer Max Schrems die Zuschauer auf, ihn und seinen Verein zu unterstützen. Konkret geht es um politisches „Microtargeting“, Parteienwerbung, die im Vorlauf auf die zurückliegende Bundestagswahl die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) verletzt haben könnte.

Bei Böhmermann: Aktivist um „Datenspende“ für Klage gegen Facebook

Um solche Fälle zu ermitteln, hatte Jan Böhmermann bereits vor drei Monaten seine Zuschauerinnen und Zuschauer aufgerufen, die Browser-Erweiterung von „Who Targets Me?“ zu installieren. 17.451 User seien dem Aufruf gefolgt. Auf die komme es nun an. Max Schrems rief die betreffenden Internetnutzer auf, die in der Anwendung gespeicherten Daten über die Seite targetleaks.noyb.eu herunter- und wieder hochzuladen. „Das nennt man dann eine Datenspende.“

Sollte ein passender Fall darunter sein, würde er den „Spender“ kontaktieren und diesen bitten, als Beschwerdeführer einer Klage gegen Facebook zu fungieren. „Wir sind ein spendenfinanzierter Verein. Wir übernehmen alle Kosten und Mühen. Wir brauchen nur eine Person, die betroffen ist.“ Er gehe davon aus, 10 bis 20 „gute Fälle“ auf diese Weise ermitteln zu können. Juristisch vorgehen wolle er gegen Facebook selbst, aber auch gegen die politischen Parteien, die Microtargeting verwenden.

Zwar sei Parteien-Werbung auf Facebook nicht per se illegal. Jedoch verstoße sie dann gegen geltendes Recht, wenn sie gezielt an Nutzer ausgespielt wird, deren politische Ansichten Facebook im Hintergrund ausgewertet hat. (tsch)

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