Musik-Sender an Silvester abgeschaltet Was die Viva-Stars von früher heute machen

Köln – Viva ist Geschichte. Der Musiksender wurde am heutigen Silvestertag eingestellt. Der letzte Musiktitel, den Viva spielte, war durchaus symbolisch: Es handelte sich um „Zu geil für diese Welt“ von den Fantastischen Vier.

1993 war genau dieses Lied als erster Videoclip auf dem damals neuen Sender gezeigt worden. Viva endete so, wie es einst begann.

Hier mehr zum Viva-Aus nachlesen

Wir erinnern uns zurück an die quietschbunte Viva-Zeit, zappen in die erste Sendung und gucken uns an, was die Viva-Moderatoren von damals heute so treiben.

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„Ab heute bleiben wir für immer zusammen”

Heike_Makatsch_VIVA

Heike Makatsch stand 1993 das erste Mal bei Viva vor der Kamera.

Es ist der 1. Dezember 1993. In einem sporadisch eingerichteten Studio steht eine blutjunge Heike Makatsch. Neben ihr liegen ein paar alte Europaletten, hinter liegt ein ebenfalls blutjunger Mola Adebisi auf einer Liege, auf der anderen Seite lümmelt sich Nilz Bokelberg in einen Hängesessel, im übergroßen Pullover und einer bunten Bommelmütze.

Hier die erste Sendung 1993 ansehen:

Nachdem sich Heike vorgestellt hat, erklärt sie: „Wir sind euer Sprachrohr und euer Freund und ab heute bleiben wir für immer zusammen. Okay?“

So beginnt er, der erste Tag im Sendebetrieb von Viva, das deutsche Gegenkonzept zum US-Musikgiganten MTV. Anschließend läuft der Fanta-4-Song „Zu geil für diese Welt“.

Was in einem schmucklosen Studio mit drei Moderatoren begann, wurde zu einer Ära der Neunziger und des Musikfernsehens. 25 Jahre lang.

Traurig: Das Versprechen, das uns Heike Makatsch damals gegeben hatte, konnte sie am Ende nicht einhalten.

Leider. Jetzt ist Schluss, Ende 2018 gehen bei Viva endgültig die Lichter aus. 

Zum Schluss war Viva nur noch ein Schatten seiner selbst, sendete zuletzt nur noch zwölf Stunden am Tag (von 2 Uhr morgens bis 14 Uhr mittags). Den Rest der Zeit sah man Comedy Central. 

Viva war unser Spotify

VIVA_Moderatoren_Gruppe

Die Viva-Moderatorinnen (v.r.) Jessica Schwarz, Milka und Charlotte Roche zusammen mit Martina Bruder (oben) von der Viva-Geschäftsführung und Stefan Kauertz

Was bleibt, sind die Erinnerungen einer ganzen Nation, der „Generation Viva“. Einer Generation, die kein Youtube, kein Spotify hatte und die ein Vermögen für eine Minute Internet zahlten. 

Ein Vierteljahrhundert lang hat uns Viva begleitet, hat uns den Soundtrack fürs Flaschendrehen und den ersten Kuss geschenkt, hat uns Ohrwürmer verpasst („Boom Boom Boom Boom, I want you in my room”), hat uns mit Jamba-Werbung und Schnappi, dem Krokodil genervt, und dafür gesorgt, dass wir regelmäßig Batterien für unseren Discman kauften, damit wir die Lieder von Viva auch unterwegs hören konnten. Danke, Viva.

Hier lesen, was die MTV-Stars von früher heute so treiben

Karriere-Sprungbrett Viva

Auch sie haben uns begleitet: Moderatoren und Moderatorinnen, die bei Viva ihre ersten Gehversuche machten: Neben Mola, Nils und Heike waren da Aleksandra Bechtel, Johana Klum, Enie van de Meiklokjes, Klaas Heufer-Umlauf, Sarah Kuttner, Heike Makatsch, Minh-Khai Phan-Thi, Oliver Pocher, Palina Rojinksi, Tobias Schlegl, Charlotte Roche und Jessica Schwarz. Namen, die bis heute fest verbunden sind mit dem deutschen Fernsehen. Viele darunter starteten mit Viva eine große Karriere:

Hier lesen, welches alte Foto Sarah Kuttner Viva besonders übel nimmt

Mola Adebisi

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Mola Adebisi (r.) 

Mola Adebisi gehörte zu den ersten Moderatoren von Viva . Er moderierte von 1993 bis 2004 beim Musiksender u.a. „Interaktiv”, die „Top 100” und „Albumcharts”. Nach seiner Zeit bei Viva moderierte er verschiedene Formate für RTL 2. Außerdem betreibt er seit 2005 die Fernsehproduktionsfirma Molali. 2014 nahm er an der achten Staffel von „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“ und belegte den achten Platz. 

Heike Makatsch

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Heike Makatsch

Auch Heike Makatsch gehörte zu den ersten Gesichtern des Musiksenders Viva. Von 1993 bis 1997 moderierte sie „Interaktiv“ und „Heikes Hausbesuche“. Parallel moderierte sie von August 1995 bis Sommer 1996 „Bravo TV” bei RTL 2. Für die gebürtige Düsseldorferin war Viva das Sprungbrett für eine internationale Karriere. Nach Viva widmete sie sich der Schauspielerei. 1996 spielte sie eine Rolle im Film „Männerpension”, für die sie den Bayerischen Filmpreis bekam. 2009 spielte sie in der Verfilmung von Hildegard Knefs Autobiografie „Hilde“ die Hauptrolle, war zuletzt 2017 bei „Das Pubertier” zu sehen.

Matthias Opdenhövel

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Matthias Opdenhövel

Von 1993 bis 1997 war Matthias Opdenhövel bei Viva zu sehen, wo er die Sendungen „Interaktiv“ und „Neuigkeiten“ moderierte. Während seiner Zeit beim Musiksender moderierte er außerdem zusammen mit seiner Kollegin Aleksandra Bechtel „Bitte lächeln“ bei RTL 2. Nach Viva ging die Karriere des gebürtigen Detmolders erst so richtig los.  Er moderierte u.a. „Weck Up“, „Hast du Töne?“, „Die Quiz Show“ oder „Schlag den Raab“. Seit 2011 konzentriert er sich ausschließlich auf Sportmoderationen, moderiert derzeit die Fußball-WM in der ARD.

Stefan Raab

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Stefan Raab

Auch Stefan Raab sammelte seine ersten Fernseherfahrungen bei Viva. Dort moderierte er „Ma' Kuck'n“ und „Vivasion“. Von März 1999 bis Dezember 2015 war er Moderator von „TV Total“ auf ProSieben. Außerdem hatte er Shows wie „Schlag den Star” oder den „Bundesvision Song Contest”. Mit dem Ende von „TV Total” gab Raab auch sein Karriereende im Fernsehen bekannt und lebt seitdem zurückgezogen, fernab der Kameras mit seiner Familie in Köln. 

Seit Februar 2018 läuft die Show „Das Ding des Jahres” auf ProSieben, produziert nach einer Idee von Raab. 

Milka

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Milka

Milka Loff Fernandes moderierte zwischen 1999 und 2004 u.a. „Interaktiv“, „Was geht ab?“ und „Film ab!“. Aufgrund einer diagnostizierten Epilepsie moderierte sie am 13. Februar 2004 ihre letzte Sendung bei Viva. Ein Jahr nach ihrem Abschied bei Viva war Milka regelmäßig in der Sendung „Studioeins” zu sehen. Im Dezember 2012 brachte sie Tochter Olivia Maria zur Welt. 2013 heiratete sie den Vater ihrer Tochter und lebt inzwischen in Nürnberg.

Tobi Schlegl

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Tobi Schlegl

Tobi Schlegl war von 1995 bis 2004 bei Viva zu sehen, wo er „Interaktiv“, „Was geht ab?“ und „Das jüngste Gericht“ moderierte. Bis 2011 war Schlegl Moderator des wöchentlichen Satiremagazins „extra 3“. Zwischen Juli 2011 und April 2013 war er außerdem zusammen mit Simon Beeck bei 1Live zu hören. Seit Mai 2016 hat er eine Radiosendung auf N-Joy. Seit Februar 2014 ist der gebürtige Kölner Hauptmoderator der ZDF-Sendung „aspekte“. Im Juli 2016 gab er bekannt, dass er als Notfallsanitäter arbeiten will.  

Enie van de Meiklokjes

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Enie van de Meiklokjes auf der Promi-Couch bei Thomas Gottschalk (r.), zusammen mit Oli P.

Enie van de Meiklokjes – die eigentlich Doreen Grochowski heißt– war vom 1996 bis 2000 bei Viva zu sehen, wo sie „Neu bei Viva“, „Was geht ab?“ und „Chartsurfer” moderierte. Schon während ihrer Tätigkeit bei Viva moderierte Enie „Bravo TV”. Danach moderierte sie u.a. bei „Weck Up“ oder gab im Kindermagazin „PuR“ von 2004- 2006 Basteltipps. Ab Oktober 2012 war sie beim Sender sixx mit ihrer Backsendung „Sweet &Easy - Enie backt“ zu sehen, saß 2013 in der Jury des Vox-Formates „Grill den Henssler“. Zuletzt ist es ruhig geworden um Enie, 2014 heiratete sie den Musiker Tobias Stærbo, mit ihm bekam sie Zwillinge.

Nova Meierhenrich

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Nova Meierhenrich

Nova Meierhenrich moderte von 2000-2001 „Inside“ beim Musiksender Viva. Neben Viva stand Nova Meierhenrich, die in Hamburg lebt, für viele Projekte vor der Kamera. Unter anderem moderierte sie „Bravo TV”, berichtete von der Oscar-Verleihung oder moderierte die RTL 2-„Fame Academy“. Seit 2017 moderiert sie zusammen mit Nina Bott das Magazin „Prominent!” auf Vox.

Oli Pocher

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Oliver Pocher

Durch die Talkshow von Hans Meiser bekam Oliver Pocher 1999 die Möglichkeit für eine einwöchige Gastmoderation bei Viva, wodurch er danach fest angestellt wurde und u.a. „Interaktiv“, „Was geht ab?“ und die „Top 100“ moderierte. Später bekam er sogar seine eigene Show „Alles Pocher“. 2005 verließ er den Kölner Musiksender. Das Ende bei Viva war der Beginn einer großen Fernsehkarriere für Oliver Pocher.

Zunächst spielte er in der ARD Serie „Sternenfänger“ mit. Von 2003 bis 2006 hatte er auf ProSieben seine eigene Show „Rent a Pocher“. Neben etlichen Moderationen für große Events war der gebürtige Hannoveraner ab 2007 für ein Jahr neben Harald Schmidt in „Schmidt & Pocher“ zu sehen. Zuletzt moderierte er die Fußball-Sendung „Fantalk” auf Sport1, die vom Sender jedoch bereits nach einer Ausgabe wieder abgesetzt wurde und ist bei der „Dinner Party” in Sat.1 zu sehen.

Gülcan

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Gülcan

Gülcan Kamps fing als Gülcan Karahanci 2003 bei Viva an. Dort moderierte sie bis 2010 u.a. „Interaktiv“, „Viva Top 100“, „Viva Live“ oder „Shibuya“.  Noch während ihrer Zeit bei Viva moderierte sie Bravo TV. Außerdem gab sie 2005 ihr Debüt als Schauspielerin in der RTL-Serie „Alle lieben Jimmy“.

2007 heiratete Gülcan in ihrer Doku-Soap „Gülcans Traumhochzeit“ ihren Freund Sebastian Kamps. 2008 zog sie zusammen mit Collien Ulmen-Fernandes in der Doku-Soap „Gülcan und Collien ziehen aufs Land“ auf einen Bauernhof. In der sechsten Staffel von „Let's Dance” schied Gülcan Kamps in der ersten Sendung aus.  

Sarah Kuttner

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Sarah Kuttner

Sarah Kuttner war zwischen 2001 und 2005 bei Viva zu sehen. Dort moderierte sie „Interaktiv“, „Viva News“ und bekam außerdem ihre eigene Show „Sarah Kuttner - Die Show“. Nach ihrem Aus bei Viva moderierte sie mit ihrem Vater bei Radio Eins die Talkshow „Kuttner & Kuttner“.

Außerdem war sie vor allem als Autorin tätig und veröffentlichte insgesamt fünf Romane.

Charlotte Roche

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Charlotte Roche

Charlotte Roches Karriere begann 1998 als Moderatorin bei Viva 2 in der Musiksendung „Fast Forward”, später erhielt sie mit „Trendspotting” eine zweite Sendung. Allmählich wurde sie zum Aushängeschild für den Sender, wurde 2001 sogar mit dem Grimme-Preis nominiert. Von Harald Schmidt wurde sie sogar „Queen of German Pop Television“ genannt.

Ab 2003 moderierte Roche bei ProSieben eine Interview-Sendung mit dem Titel „Charlotte Roche trifft …” 2006 moderierte sie bei ARTE vier vom ZDF produzierte Folgen des Musikmagazins „Tracks”. 2008 bekam sie bei 3sat eine Sendung mit dem Titel „Charlotte Roche unter …”.2012 moderierte Roche noch zusammen mit Jan Böhmermann die Talkshow „Roche & Böhmermann” bei ZDFkultur. Die wurde ein Jahr später abgesetzt. Im Februar 2008 erschien ihr Roman „Feuchtgebiete”, der wegen seiner provokanten Schreibweise für einen kleinen Skandal sorgte.

(mg)

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