Stefan Mross trauert über sein „Immer wieder sonntags“-Aus in der ARD, jetzt kommt aus dem Ahrtal heftige Kritik.
Nach „Immer wieder sonntags“-AusStefan Mross: Aus dem Ahrtal hagelt es heftige Kritik

Copyright: picture alliance/dpa
Stefan Mross während der Live-Übertragung der Sendung „Immer wieder sonntags“ (Archivbild).

Moderator Stefan Mross spricht erstmals öffentlich über Details zur Absetzung seiner Schlagersendung „Immer wieder sonntags“. „Natürlich sind an diesem Tag Tränen geflossen“, sagte der 50-Jährige zu „Bild“. Bei ihm und seiner Lebensgefährtin, aber „auch bei allen Mitarbeitern, die ihre Jobs verlieren.“
Im März machte die ARD öffentlich, dass die kommende Staffel der Show des Südwestrundfunks (SWR) die letzte sein wird. Doch jetzt hagelt es aus dem Ahrtal heftige, persönliche Kritik. Tenor: „Das nennt man Karma“.
Mross: „Die Sendung war mein Leben“
Was war passiert? Mross wusste nach eigener Aussage nicht, dass ihm in jenem Meeting mit den Programmverantwortlichen die Absetzung seiner Sendung mitgeteilt werde. „Ich dachte eigentlich, mein Produzent und ich würden uns mit den Senderverantwortlichen zu Gesprächen darüber treffen, wie wir für die Zukunft der Sendung planen wollen.“
Ihm sei „knallhart ins Gesicht“ gesagt worden, dass das Format nach 21 Jahren mit ihm als Moderator eingestellt werde. „Die Sendung war mein Leben.“
Mross blieb Ahrtal-Veranstaltung fern
Unter vielen Reaktionen zum Mross-TV-Aus kam jetzt ein Facebook-Beitrag von Andreas Lambeck, der knapp 5000 Likes und 500 Kommentare erntete. Der Geschäftsführer von Ahrtal Tourismus hatte im November einen großen Galaabend im Steigenberger Kurhaus Bad Neuenahr organisiert, um den „Ahrwein des Jahres“ zu küren. Stargast und Moderator sollte Stefan Mross sein.
Doch dann kam alles anders. Weil Mross nicht kam. Für den Veranstalter ein Fiasko.
Lambeck: „Du hast sogar meine Handynummer blockiert“
„Besonders entsetzt war ich damals über Deinen Umgang: Deine empathielose Art der kurzfristigen Absage als Moderator per WhatsApp – lediglich elf Stunden vor Beginn unserer Gala ,Ahrwein des Jahres' im neuen Kurhaus in Bad Neuenahr-Ahrweiler“, schreibt Lambeck in seinem Facebook-Beitrag.
Und weiter: „Trotz vertraglicher Vereinbarungen und intensiver Absprachen hast Du Dich danach nicht mehr gemeldet. Ich war in diesem Moment komplett hilf- und fassungslos. Ich habe versucht, Dich zu erreichen – erfolglos. Du hast sogar meine Handynummer blockiert.“
Das Resümee des enttäuschten Gastgebers: „Man könnte sagen: Das nennt man Karma. Wer öffentlich Empathie und Fairness einfordert, sollte diese Maßstäbe auch im eigenen Handeln konsequent anlegen.“
Immerhin: Für Mross sprang „SternTV“-Moderator Dieter Könnes ein und rettete den Abend. Er moderierte zusammen mit Ex-Weinkönigin Eva Lanzerath. Gewinner des Abends war das Weingut Max Schell aus Rech. Kultwein wurde der 2023er Spätburgunder des Deutzerhof.

Copyright: Oliver Reuter
Er sollte 2025 Stargast der Veranstaltung „Ahrwein des Jahres“ sein. Doch Stefan Mross ließ die Veranstalter offenbar kurzfristig im Stich. Also sprang „SternTV“-Moderator Dieter Könnes (l.) ein. Er moderierte zusammen mit Ex-Weinkönigin Eva Lanzerath (r.).
Und wie geht’s nun bei Mross weiter? Was seine Zukunft angeht, zeigte sich Mross bedenklich, aber auch zuversichtlich. „Natürlich habe ich Angst vor der Zukunft. Darum habe ich immer einen Plan B gehabt.“ Reality-TV käme für ihn nicht infrage, auch wenn es Angebote gegeben habe. Stattdessen geht er nach eigener Aussage kommendes Jahr auf eine Tour mit dem Titel „Immer wieder Stefan“. 60 Termine seien bereits geplant.
Der SWR äußerte sich auf Anfrage nicht zu Einzelheiten. „Der SWR legt großen Wert auf die Wahrung der Vertraulichkeit interner Gespräche und hält sich an alle diesbezüglich getroffenen Vereinbarungen“, hieß es von einer Sprecherin. „Wir bitten um Verständnis, dass wir aus diesen Gründen nicht ins Detail gehen.“
Die ARD hatte im März angekündigt, die seit insgesamt rund 30 Jahren laufende Show nach diesem Jahr absetzen zu wollen und begründete das Aus mit Sparmaßnahmen. Das Geld solle einerseits eingespart und andererseits in die Entwicklung neuer digitaler Unterhaltungsformate investiert werden. Zudem wollen sich ARD und SWR auf ein jüngeres und neueres Publikum fokussieren. Seit 2005 hatte der aus Bayern stammende Mross die Live-Show moderiert, von der ab Ende Mai die letzten 13 Folgen ausgestrahlt werden.

