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Hotel am Ende des UniversumsCharmante ARD-Serie über die Liebe im All

In „Stardust Hotel“ erbt Nia (Vanessa Loibl) das titelgebende Grand Hotel und trifft dort auf den besonderen Androiden Adam (David Brizzi). (Bild: SWR/Christine Schroeder,)

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In „Stardust Hotel“ erbt Nia (Vanessa Loibl) das titelgebende Grand Hotel und trifft dort auf den besonderen Androiden Adam (David Brizzi). (Bild: SWR/Christine Schroeder,)

Was tun, wenn man ein heruntergekommenes Luxushotel im Weltall erbt? Angesiedelt in einer fernen Zukunft, erzählt die neue ARD-Serie „Stardust Hotel“ vom galaktischen Chaos und von großen Gefühlen zwischen Menschen und Androiden. Mit dabei: Detlev Buck als prominenter Stimmgeber.

Keine Lust mehr: Nia (Vanessa Loibl) hat genug vom Chaos im Hotel. (Bild: SWR/Christine Schroeder,)

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Keine Lust mehr: Nia (Vanessa Loibl) hat genug vom Chaos im Hotel. (Bild: SWR/Christine Schroeder,)

Vanessa Loibl als Nia und David Brizzi als Adam harmonieren prächtig als Duo. (Bild: SWR/Christine Schroeder,)

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Vanessa Loibl als Nia und David Brizzi als Adam harmonieren prächtig als Duo. (Bild: SWR/Christine Schroeder,)

Zwischen Klassikern wie „Raumpatrouille Orion“ oder „Der schweigende Stern“ und modernen Ausflügen à la „Das Signal“ kann man im Weltall spielende Serien und Filme aus Deutschland bis heute an einer Hand abzählen. Holte das SciFi-Genre im Allgemeinen zuletzt einiges nach, sind galaktische Abenteuer hierzulande noch immer Mangelware. Hoffnung darauf, dass sich das langsam ändert, macht nun eine neue ARD-Serie: „Stardust Hotel“ (ab 22. Mai in der Mediathek) spielt in einer Zukunft, in der die Menschheit die Erde längst verlassen hat und ins All ausgewandert ist. Und dort, in den vielzitierten unendlichen Weiten, erbt die die weibliche Hauptfigur Nia (Vanessa Loibl) das titelgebende Hotel und muss fortan die Crew um Android-Concierge Adam (David Brizzi) managen. Bald wird klar, dass sich zwischen Mensch und Maschine durchaus Gefühle entwickeln können ...

Wilson Gonzales Ochsenknecht ist in „Stardust Hotel“ in einer Gastrolle zu sehen. (Bild: SWR/Christine Schroeder,)

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Wilson Gonzales Ochsenknecht ist in „Stardust Hotel“ in einer Gastrolle zu sehen. (Bild: SWR/Christine Schroeder,)

In sieben, mit je 25 Minuten vergleichsweise kurzen Episoden folgt die SWR-Produktion, die nach der Online-Premiere auch linear bei ONE zu sehen ist (Freitag, 12. Juni, 22.30 Uhr), der überaus diversen Hotelbesatzung: Herumtreiberin Nia will ihr überraschendes Erbe, das heruntergekommene fliegende Luxushotel, sogleich renovieren, um es an den Hotelmogul Jon Miko (Roland Bonjour) zu verkaufen und dadurch ihre Schulden bei ihm loszuwerden: So zumindest lautet der Plan der jungen Frau, die Vanessa Loibl als schnoddrigen Outlaw mit erfrischender Offenheit spielt. Doch natürlich kommt es anders als gedacht: Die eingesessene Hotel-Crew empfängt die Neue eher kühl (“Niemand hier braucht deine Hilfe“). Außerdem muss das Haus wieder zum Sternehotel werden - und dafür reicht es nicht, den vorhandenen Stern auf dem Dach einzuschalten, wie Nia bald bemerkt.

„Auf der Suche nach Erfüllung und Liebe, wie wir alle“

Vanessa Loibl überzeugt als Hauptdarstellerin der Weltraum-RomCom „Stardust Hotel“. (Bild: SWR/Christine Schroeder,)

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Vanessa Loibl überzeugt als Hauptdarstellerin der Weltraum-RomCom „Stardust Hotel“. (Bild: SWR/Christine Schroeder,)

Eks (Tomomi Themann, zweite von links) ist freut sich über die zärtlichen Gesten von Yoyo (Fridolin Sandmeyer) und Yaya (Marie Nasemann). (Bild: SWR/Christine Schroeder,)

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Eks (Tomomi Themann, zweite von links) ist freut sich über die zärtlichen Gesten von Yoyo (Fridolin Sandmeyer) und Yaya (Marie Nasemann). (Bild: SWR/Christine Schroeder,)

Also geht es an die Aufhübschung der einstigen Prachtbleibe, die nach Jahren endlich wieder Gäste aus der ganzen Galaxie empfangen soll. Nia kann das eingeschworene Personal langsam von ihrem Vorhaben überzeugen. Was sie lieber nicht verrät: Das Ganze muss schnell gehen, damit der potenzielle Käufer nicht abspringt. Schließlich würden die Bewohner des Hotels eine solche Gentrifizierung im Weltall wohl ablehnen - das „Stardust Hotel“ ist den schrulligen Angestellten Yakumi (Silke Sollfrank) und Eks (Tomomi Themann), Dauergast Vero Sue (Sabine Vitua) und Adam zur Heimat geworden.

Gibt es Liebe zwischen Mensch und Maschine? Nia (Vanessa Loibl) und Android Adam (David Brizzi) nähern sich einander immer mehr an. (Bild: SWR/Christine Schroeder,)

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Gibt es Liebe zwischen Mensch und Maschine? Nia (Vanessa Loibl) und Android Adam (David Brizzi) nähern sich einander immer mehr an. (Bild: SWR/Christine Schroeder,)

Es ist eine sonderbare, sehr liebenswerte Wahlfamilie, deren Charme sich Nia - ebenso wie das Publikum - nur schwer entziehen kann. Vor allem nicht jenem von Android Adam, zu dem sich die junge Frau seltsam hingezogen fühlt - auch wenn beide alles daran setzen, ihre Emotionen zu ignorieren. „Einen Androiden zu spielen, hieß für mich, sehr präzise und reduziert zu arbeiten - jedes Detail bekommt Gewicht“, beschreibt Adam-Darsteller Brizzi seine Rolle, die natürlich das hochaktuelle Thema Künstliche Intelligenz meist augenzwinkernd bearbeitet. Denn: „Auch wenn Adam kein Mensch ist, sind die Probleme, die er hat, sehr menschlich. Er ist auf der Suche nach Erfüllung und Liebe, wie wir alle.“

Detlev Buck spricht einen Serviceroboter

Die Angestellte Yakumi (Silke Sollfrank, links) und Dauergast Vero Sue (Sabine Vitua) sehen das „Stardust Hotel“ als ihre Heimat an. (Bild: SWR/Christine Schroeder,)

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Die Angestellte Yakumi (Silke Sollfrank, links) und Dauergast Vero Sue (Sabine Vitua) sehen das „Stardust Hotel“ als ihre Heimat an. (Bild: SWR/Christine Schroeder,)

„Stardust Hotel“ gefällt als charmantes Weltraum-Kammerspiel und Kosmos-RomCom voller guter Einfälle und Anspielungen. Von Sex-Bots über Evil Twins bis hin zu Weltraum-Gurus bevölkern im Laufe der Episoden allerlei verschrobene Charaktere das galaktische Hotel, einzuordnen irgendwo zwischen Douglas Adams, Star-Wars-Kantine und alberner Star-Trek-Raumstation. Nicht zuletzt entspinnt sich vor allem eine romantische Liebesgeschichte im All - mit allen Höhen und Tiefen. Neben den wunderbar harmonierenden beiden Hauptdarstellern samt ihrer Entourage überzeugt auch ein Promi, den man zwar nicht sehen, dafür aber gut hören kann: Detlev Buck leiht seine norddeutsche Stimme dem sehr direkten, doch liebenswerten Serviceroboter Smartie (“Ich würde der auch nich' übern Wech trau'n“). Manch bekannte Gesichter - etwa Wilson Gonzales Ochsenknecht - gibt es derweil in einzelnen Episoden zu sehen.

Trotz seines humorvollen RomCom-Flairs schafft „Stardust Hotel“ eine Atmosphäre, die gute Weltraum-Filme ausmacht - nämlich im großen Blick auf das Universum die Perspektive auf unsere vergleichsweise winzige Erde geradezurücken. „Vom All aus gesehen sind wir sehr klein und unbedeutend“, drückt es Hauptdarsteller Brizzi aus: „Unsere Erde ist dagegen voller Chaos, Leben und Emotionen. Außerdem gibt es hier das bessere Essen.“ Es sei traurig zu sehen, ergänzt seine Kollegin Loibl, „wie schön dieser Planet ist, zu wissen, dass wir auf ihm eigentlich nur zu Besuch sind und ihn trotzdem immer weiter zerstören“. (tsch)

Tote-Hosen-Frontmann Campino durfte sich unlängst über Nachwuchs freuen. (Bild: 2019 Getty Images/Andreas Rentz)
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