TV-Auftritt inspiriert Sonya Kraus trotzt dem Brustkrebs – „Karl Arsch“

Das Superheldinnen-Kostüm, Stufe zwei der Strip-Choreografie der bewegenden VOX-Entblätterung "Showtime of my Life", steht Moderatorin und Schauspielerin Sonya Kraus nicht nur perfekt. Es passt auch zu der Extrakraft an positiver Energie, die die 48-jährige Frankfurterin ausstrahlt - trotz ihres nervenaufreibenden Kampfs gegen Brustkrebs. © RTL / Markus Nass

Sonya Kraus in Showtime of my Life Staffel 2

Blank ziehen - zum Mutmachen! In der „Ladies Night“-Ausgabe der aufklärerischen Strip-Show gehen Promi-Damen wie Lilly Becker, Susan Sideropoulos und Sonya Kraus an ihre ganz persönliche Schamgrenze - und weit darüber hinaus. Erneut kommt das Horrorthema einer überraschenden Krebsdiagnose ganz nah.

In der Vorwoche wurde es plötzlich ganz still - an einem Moment, den niemand erwartet hatte und der tief bewegte. Mickie Krause, der sonst so laute, extrovertierte, gelegentlich ziemlich schrille Ballermann-Entertainer, unterrichtete seine Mitstreiter in der VOX-Sendung „Showtime of my Life“ darüber, dass er soeben vor laufenden Kameras die Diagnose „bösartiger Blasenkrebs“ erhalten hatte.

Einen ähnlichen Moment, bei dem es jeder Zuschauerin und jedem Zuschauer sofort eiskalt den Rücken runterlaufen dürfte, gab es auch sieben Tage später in der nun bereits zweiten „Ladies Night“-Ausgabe. Acht mutige Promi-Damen warten angetreten, um blankzuziehen. Und doch war diesmal alles ganz anders.

„Showtime of my Life“: Sonya Kraus trotzt dem Krebs

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Sonya Kraus, die 48-jährige Moderatorin, Buchautorin und nicht zuletzt zweifache Mutter, ist eben ein Gute-Laune-Wirbelwind. Bei ihr werden auch die schockierendsten Eröffnungen in einen mitreißenden Schwall von originellen Scherzen, flotten Sprüchen und echt beneidenswerter Courage verpackt.

Dass sie bei der VOX-Ausziehshow mitmachen würde, stand für die attraktive Frankfurterin außer Frage, als sie vom Sender kontaktiert wurde. Wie die meisten ihrer Mit-Tänzerinnen in der Glamour-Gala, bei der es neben ernsten Themen auch um eine sinnliche Entblätterungsdarbietung im Berliner Admiralspalast geht, hat auch Sonya Kraus mehr als nur eine vorherige Berührung mit dem vermeintlichen Tabuthema Krebs. Sechs Frauen allein in ihrem engeren Umfeld waren von Brustkrebs betroffen.

Sonya Kraus selbst, die weder trinkt noch raucht und die sich gesund ernährt sowie beneidenswert schlank hält und die vor allem ihre Seele mit guter Laune gegen Widrigkeiten munitioniert, hatte die Notwendigkeit, regelmäßig für Vorsorgeterminen zum Frauenarzt zu gehen, selbstverständlich auf dem Schirm. „Zum Gyn geht man alle sechs Monate“, sagt sie über ihre regelmäßigen Gynäkologenbesuche. „Man darf nicht den Kopf in den Sand stecken.“ Allerdings: Jeder Arzttermin kann auch eine Begegnung mit der Wahrheit sein, und die fällt leider gelegentlich tief verstörend aus.

„Showtime of my Life“: Sonya Kraus lacht gegen den teuflischen Knoten in ihrer Brust an

So kam es auch bei Sonya Kraus, bei der die Zufälle auf die unangenehmste Art und Weise zusammentrafen. Wie sie im Kreis ihrer „Showtime of my Life“-Kolleginnen, die schnell zu engen Freundinnen wurden, erzählte, hatte sie just an einem Mittwoch ein telefonisches Vorgespräch zur Sendung. Am Donnerstag folgte ein Frauenarzttermin. Und dort wurde ein winziger Knoten in der Brust entdeckt, der zunächst gar nicht zu ertasten war. „Karl Arsch“, schimpft sie. Sonya Kraus hat in ihrer unnachahmlichen direkten Art dem Tumor-Knoten sogar schon einen Schmäh-Namen gegeben.

Was sie dann erzählte, könnte sich wie eine Geschichte mit raschem Happy End anhören. Aber ganz so einfach ist es diesmal nicht. Aus der Hoffnung, alles könnte sich um falschen Alarm handeln, wurde schmerzhafte Gewissheit. Und Kraus handelte. Ohne lang zu fackeln. „Ich habe mir beide Brüste abnehmen und wieder aufbauen lassen“, sagte sie. Und plötzlich war es ganz still in der Runde.

Vier Wochen vor der Aufzeichnung hatte sie sich die Brüste wegoperieren lassen. Zehn Tage nach der Aufzeichnung stand dann der Beginn der Chemotherapie an. Wie die sich entwickelt, muss sich erst zeigen. Aber Sonya Kraus ist tapfer. Und sie hat die Zeichen - auch die Symbolkraft der Sendung mit dem Aufklärungscharakter, nämlich rechtzeitig zu Vorsorgeterminen zu gehen - richtig erkannt. „So eine Diagnose rückt dir deinen Kopf wieder richtig. Du hast den Fokus wieder auf dem, was wirklich wichtig ist.“

So kann sie dann auch klipp und klar sagen: „Ich will, dass Frauen zur Vorsorge gehen“, beschwört Sonya Kraus die Zuschauerinnen. Ihr Arzt habe ihr „das Leben gerettet“. Es ist eine Botschaft, die keinen Zweifel zulässt. Und doch waren die Mit-Tänzerinnen aus der Show, darunter Schauspielerin Sabine Kaack, Model Lilly Becker, die RTL-Moderatorin Tanja Bülter, Comedienne Nicole Jäger, Schauspielerin Sila Sahin-Radlinger und Brustkrebsaktivistin Carolin Kotke erst mal komplett sprachlos. Es war ein Moment, an dem sie vielleicht doch auf eine Pointe oder eine „lustige“ Wendung gewartet hatten. Doch die kam nicht. Sonya Kraus hat den Kampf gegen den Krebs aufgenommen. Und ihre Energie ist ansteckend.

„Ich darf Lillys Brüste anfassen“: Sonya Kraus und Lilly Becker bei Vox auf Tuchfühlung

„Die Phase, in der sie ist, das ist wirklich kein Spaziergang. Und dass sie das so mit uns teilt, Menschen, die sie gar nicht kennt, das finde ich sehr bewundernswert“, freute sich Guido Maria Kretschmer, der die starken Frauen durch die Sendung begleitete und zur tollen, prickelnd erotischen Gute-Laune-Schluss-Auftritt führte. „Schauspielerin Sabine Kaack, bekannt unter anderem aus „Diese Drombuschs“, zeigte sich ebenfalls tief berührt: „Das mit dieser Positivität und ihrem Humor nach außen zu tragen, das macht sie so tapfer. Hochachtung“, lobte sie Sonya Kraus.

Und die Krebspatientin mit den zwei neuen, teilweise künstlichen Brüsten, auf deren Schönheit sie sehr stolz ist? Sie ließ sich nicht unterkriegen - und riss die Frauen mit ansteckender Positivität mit. So etwa beim Tanztraining. Oder bei der schönen Zwischenstation, bei der die Kandidatinnen jeweils im Zweier-Team Gipsabdrücke ihrer Brüste machen sollten - gegenseitig. Auch um das Berühren und Berührt-Werden zuzulassen. Sonya Kraus hatte großen Spaß dabei. „Ich darf Lillys Brüste anfassen - und alle Männer werden eifersüchtig sein“, sagte sie über die zärtliche Arbeit mit ihrer Kollegin Lilly Becker. „Ich weiß jetzt langsam, was Männer daran finden.“

„Wichtigste Lebensversicherung, die wir haben“: Vorsorge!

Nur mit der Gesangseinlage, die von den Show-Verantwortlichen vorgesehen war, haderte Sonya dann doch ein wenig. „Meine Mutter hat immer gesagt: ‚Sonya, wenn du anfängst zu singen, wird die Milch sauer!‘“, scherzte sie, als es darum ging, den bewegenden Song „Beautiful“ von Christina Aguilera für die finale Performance einzustudieren. Allerdings wurde auch Sonya Kraus schnell klar, dass es nicht wirklich um perfekte Töne, sondern um die Botschaft des tollen Textes ging.

So sagte etwa die langjährige frühere GZSZ-Darstellerin Sila Sahin-Radlinger: „Singen bedeutet auf eine Art und Weise auch, sich nackt zu machen.“ Und auch Moderatorin Tanja Bülter, die selbst an Brustkrebs erkrankt war, beteuerte rasch, dass sie eine ganz enge Beziehung zu dem Lied habe. „Früher habe ich den Song mitgesungen, weil es eine schöne Melodie ist. Mittlerweile trage ich Narben an meinem Körper, die durch die Operation entstanden sind. Deswegen hat dieser Song inhaltlich eine ganz andere Bedeutung gewonnen.“

Wer so tief fühlt und sich so viel traut, für den ist dann auch der Moment, an der auf der ganz großen Bühne das letzte Stückchen Textil fällt, nur ein Klacks. Und für alle anderen ist es wunderschön. Und ein ganz wichtiger Appell: „Bitte geht zur Vorsorge“, wiederholte Guido Maria Kretschmer zum Schluss noch einmal. „Das ist vielleicht die wichtigste Lebensversicherung, die wir haben.“ (tsch)

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