3

„Sind es wohl bereit zu zahlen“Helene Fischer spricht über die hohen Preise ihrer Konzerte

Helene Fischer bei einem ihrer Konzerte in Köln.

Copyright: Martina Goyert

Helene Fischer bei einem ihrer Konzerte in Köln.

Aktualisiert:

Helene Fischer verteidigt im „Tagesthemen“-Interview die hohen Ticketpreise und erklärt die Kosten hinter ihrer Stadionproduktion.

Zum Abschluss ihrer großen 360-Grad-Stadiontournee hat sich Helene Fischer am Freitagabend in den ARD-„Tagesthemen“ den kritischen Fragen zu den Eintrittspreisen ihrer Konzerte gestellt. Im Gespräch mit Ingo Zamperoni verteidigte die Sängerin die Preisgestaltung mit gestiegenen Produktionskosten und betonte gleichzeitig die soziale Verantwortung, die sie gegenüber ihren Fans empfinde.

Angesichts von Top-Preisen im dreistelligen Bereich sprach der Moderator ein Thema an, das bereits im Vorfeld der Konzertreihe für erhebliche Diskussionen gesorgt hatte. Ingo Zamperoni stellte die Frage, ob Konzerte dieser Größenordnung nicht Gefahr liefen, nur noch zu Erlebnissen für eine privilegierte, wohlhabende Schicht zu werden.

Fischer wies die Kritik nicht zurück, ordnete die Entwicklung jedoch als Folge des allgemeinen wirtschaftlichen Drucks ein. Das Thema sei in der Tat sehr wichtig und groß, man mache sich im Team durchgehend Gedanken darüber. Dennoch könne man die Realität nicht ausblenden, dass in der heutigen Zeit alles teurer geworden sei.

Die Sängerin argumentierte, dass hinter einer Stadionproduktion dieser Dimension ein immenser personeller und logistischer Apparat stehe. Wenn große Shows realisiert würden, arbeiteten Hunderte von Menschen im Hintergrund. Dazu zählten unter anderem das Kreativteam, Bühnenbildner, die Kostümabteilung sowie das gesamte Catering.

Diese Arbeitsplätze müssten entsprechend bezahlt werden. Zudem verwies sie auf die gestiegenen Materialkosten, die für ein spektakuläres und ansprechendes Bühnenbild unumgänglich seien. Dies habe, so Fischer wörtlich, „leider seinen Preis“.

„Ich hoffe in der Zukunft, dass es nicht weiter explodiert [...] Man sieht ja, die Menschen sind es wohl bereit zu zahlen, auch wenn es heißt: ‚Okay, ich gönne mir heute einen exklusiven Abend und ja, ich muss einmal in die Tasche greifen, aber das ist es mir wert‘.“

Große Verantwortung gegenüber den Fans

Die Schlagersängerin zeigte sich durchaus empathisch gegenüber ihrem Publikum und erklärte, wie bewusst sie sich ihrer eigenen Verantwortung sei. Es bewege sie sehr, wenn sie von Fans höre, dass diese teils jahrelang auf ein Ticket sparten oder für den Konzertbesuch auf ihren Urlaub verzichteten. In solchen Momenten gehe ihr „richtig das Herz auf“.

Fischer zeigte sich überzeugt, dass das kollektive Erlebnis und das Gefühl der Gemeinschaft für viele Menschen einen Gegenwert darstellten, der über den reinen Geldwert hinausgehe. Ein solcher Abend erlaube es den Besuchern, den Alltag und die Sorgen für einige Stunden zu vergessen. Die Rückmeldungen ihrer Fans bestätigten ihr immer wieder, dass das Publikum daraus langfristig Kraft schöpfe – mitunter nachhaltiger als aus einem gewöhnlichen Urlaub.

Mit dem Auftritt in der Münchener Allianz Arena am Freitag (17. Juli) ging die 15 Termine umfassende Reihe zu Ende, die insgesamt rund 750.000 Menschen anzog. Die Tournee markierte das 20-jährige Bühnenbestehen der Künstlerin, die nach einer dreijährigen Live-Pause in die Stadien zurückgekehrt war.

Wie Fischer abschließend ankündigte, wurden die Konzerte für einen späteren Konzertfilm aufgezeichnet, was ihr selbst dabei helfen soll, die enormen Dimensionen im Nachgang zu verarbeiten. (jag)

Giovanni Zarrella
Promi-Hammer!
Zwei Superstars für „Giovanni Zarrella Show“ bestätigt