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Schiedsrichter-Experte Lutz Wagner„Die Hand Gottes von Maradona hätte man heute sehr schnell zurückgepfiffen“

Der frühere Spitzenschiedsrichter Lutz Wagner ist heute oberster Regelhüter des DFB. Während der WM 2026 arbeitet er wieder als Experte für Das Erste (ab Freitag, 12. Juni). Im Interview erklärt er, warum die Fußballregeln gerade so umstritten sind - obwohl es eigentlich viel gerechter zugeht. (Bild:  WDR/Annika Fußwinkel)

Copyright: WDR/Annika Fußwinkel

Der frühere Spitzenschiedsrichter Lutz Wagner ist heute oberster Regelhüter des DFB. Während der WM 2026 arbeitet er wieder als Experte für Das Erste (ab Freitag, 12. Juni). Im Interview erklärt er, warum die Fußballregeln gerade so umstritten sind - obwohl es eigentlich viel gerechter zugeht. (Bild: WDR/Annika Fußwinkel)

Lutz Wagner war früher Fußball-Spitzenschiedsrichter und ist heute oberster Regelhüter des DFB. Während der WM 2026 arbeitet er als Experte für Das Erste. Im Interview erklärt Wagner, warum die Fußballregeln gerade so umstritten sind - obwohl es eigentlich viel gerechter zugeht.

Lutz Wagner, früherer Spitzenschiedsrichter und heute oberster Lehrwart des Deutschen Fußball-Bundes, ist der ranghöchste Regelexperte im deutschen Fußball. Während der Fußball-WM 2026 arbeitet der 63-Jährige als Experte der ARD (ab Freitag, 12. Juni, 20.15 Uhr, Das Erste). Im Interview erklärt Wagner, wie man als Schiedsrichter zur „Traumreise“ WM kommt und warum die Fußballregeln heute als viel umstrittener und unverständlicher wahrgenommen werden als früher - wobei es dennoch viel gerechter zugeht als in den alten Tagen ohne VAR und technische Hilfsmittel. Tatsächlich erfährt man in diesem Interview die Antwort auf viele Fragen, die man sich als Fußball-Zuschauer immer wieder stellt: Wie ist das wirklich heute mit den Entscheidungen zu Handspiel, Abseits oder Foul? Und schreit sich das Schiedsrichter-Team über Funk wirklich permanent an, so wie es in einer interessanten ARD-Doku zu sehen ist?

teleschau: Herr Wagner, bei der aktuellen WM nehmen 48 Mannschaften teil. Gelten in allen Ländern die exakt gleichen Fußballregeln?

Lutz Wagner: Was das Fußballspiel selbst betrifft: Ja. Es existiert nur ein Regelbuch, das exakt übersetzt wird. Was es aber abweichend gibt, sind Sonderregeln rund um den nationalen Fußball herum. Da geht es vielleicht darum, wie der VAR eingesetzt wird, um Besonderheiten beim Jugendfußball oder auch Fußball-Varianten, also verwandte Sportarten. Identische Grundregeln sind ein wichtiger Baustein für die Faszination des Fußballs. Jeder auf der Welt kann mit jedem spielen, ohne sich zuvor verständigen zu müssen. Ich finde das faszinierend.

teleschau: Eine Sache sind die Regeln, das andere deren Auslegung. Könnte es sein, dass in manchen Ländern Regeln anders ausgelegt werden als in anderen?

Wagner: Natürlich müssen viele Regeln ausgelegt werden. Es ist wie mit den Gesetzen, da braucht man ja auch Anwälte und Juristen, um komplexe Sachverhalte zu beurteilen. Ich bin in einem europäischen Panel, in dem sich die Regelchefs der europäischen Länder treffen. Demnächst kommen wir auf Wunsch des IFAB und der UEFA wieder zusammen - und wir besprechen, wie wir die Regeln und die Auslegung vereinheitlichen und vereinfachen können. Auf anderen Kontinenten gibt es ähnliche Veranstaltungen. Und die FIFA versucht darüber hinaus zu gewährleisten, dass auch die Inhalte dieser Kontinental-Panels in die gleiche Richtung gehen.

„Wir haben überall auf der Welt ähnliche Diskussionsthemen im Fußball“

teleschau: Wie viele Schiedsrichter pfeifen bei der WM 2026?

Wagner: Insgesamt sind es 52 Schiedsrichter. Dazu kommen die Assistenten und VAR. Jeder Kontinent stellt eine feste Anzahl an Schiedsrichtern. Aus Europa kommen 16. Ich sage es jetzt mal ein bisschen flapsig: Wahrscheinlich ist die Nummer 18 oder 20 der Schiedsrichter aus Europa immer noch besser und auch besser geschult als die Nummer zwei aus Ozeanien. Trotzdem finde ich es richtig, dass analog zum Fußballturnier auch das Schiedsrichterwesen der gesamten Welt bei einer WM repräsentiert ist - und sein Können zeigen kann. So wie wir im Turnier die Kapverden oder Curaçao dabei haben, pfeifen eben auch Kollegen aus den - aus unserer Sicht - entlegenen Winkeln der Welt. Auch das ist ein Stück globale Gemeinschaft.

Lutz Wagner war seit 1991 DFB-Schiedsrichter und pfiff seit 1992 Spiele der Zweiten Bundesliga sowie seit 1994 Spiele der Ersten Bundesliga. Zum Ende der Saison 2009/10 beendete er nach Erreichen der Altersgrenze seine Laufbahn als Bundesliga-Schiedsrichter. (Bild: WDR/Annika Fußwinkel)

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Lutz Wagner war seit 1991 DFB-Schiedsrichter und pfiff seit 1992 Spiele der Zweiten Bundesliga sowie seit 1994 Spiele der Ersten Bundesliga. Zum Ende der Saison 2009/10 beendete er nach Erreichen der Altersgrenze seine Laufbahn als Bundesliga-Schiedsrichter. (Bild: WDR/Annika Fußwinkel)

teleschau: Wie werden die 52 Schiedsrichter aus aller Welt vor Ort betreut? Kann man sich deren Alltag beim Turnier wie den einer Mannschaft vorstellen?

Wagner: Ja, durchaus. Es beginnt mit einer Schulung für alle. Seit über einem Jahr sind die möglichen Kandidaten in Test-Lehrgängen dabei. Das ist ähnlich wie bei Julian Nagelsmann, der im Vorfeld eines Turniers einen erweiterten Kader daraufhin testet, wer nun wirklich mitkommen soll. Etwa zwei Monate vor dem Turnier wird auch bei den Schiris der endgültige Kader bekannt gegeben. Schulungen inklusive Fitness-Tests gibt es fortlaufend - und natürlich auch vor Ort im Vorfeld des Turniers.

teleschau: Wie darf man sich die Schulungen kurz vorm Turnier vorstellen? Heißt es dann: Auf diese Themen müssen wir diesmal besonders achten?

Wagner: Kurz vor dem Turnier geht es um den Feinschliff - in einem mehrwöchigen Trainingslager. Geschult werden dort verschiedene Bereiche. Es geht um Teamarbeit, Spielführung und den Umgang mit den Spielern. Ziel ist es, dass ähnliche Spielszenen auch identische Entscheidungen und ähnliches Entscheidungsverhalten bei den Schiedsrichterteams auslösen. Wir haben überall auf der Welt ähnliche Diskussionsthemen im Fußball: Abseits-Auslegung, Handspiel und natürlich Foul oder nicht.

„So fällt viel mehr auf, was früher nie entdeckt wurde“

teleschau: Ändert sich da von Zeit zu Zeit die Auslegung?

Wagner: Natürlich. Wir schauen uns das Spiel, das sich ja immer wieder verändert, an und überlegen uns, welche Regelauslegung entsprechend angepasst werden muss. Beim Foul ging es früher häufig nur um den Kontakt. Heute reden wir mehr über Ursache und Wirkung. Denn nicht jeden Kontakt muss man ahnden.

teleschau: Seit ein paar Jahren gibt es automatische Abseits-Erkennung oder die VAR-Entscheidungen. Trotzdem wird heute gefühlt mehr über Schiedsrichter-Entscheidungen diskutiert als früher. Passt das zusammen?

Wagner: Das passt zusammen, weil wir heute ganz andere technische Möglichkeiten haben, Dinge zu erkennen. Alles im Fußball wird viel genauer und kleinteiliger aufgelöst. Wir haben deutlich mehr Informationen zu jeder Szene als früher. Vor Jahren hatten wir vier oder sechs Kameras in einem Stadion. Mittlerweile verarbeitet der VAR in seinem Center über 30 Kamera-Bilder. Neulich hat man mir eine umstrittene Szene aus einem alten DFB-Pokalspiel gezeigt und meine Meinung dazu eingeholt. Die Szene war aber nur von einer Mittelkamera, also einer Totalen eingefangen. Da musste ich leider sagen: Aus dieser Perspektive kann man die Szene nicht beurteilen. Das heißt: Hatte der Kollege vor Ort, der live dabei war, keine bessere Sicht, konnte er die Szene eigentlich nicht zweifelsfrei beurteilen. Heute habe ich eine Hintertor-Kamera, die 16er Hoch-Kamera, die Flying Kamera, die Ref-Cam und vieles mehr. Mit der Vielzahl der Möglichkeiten steigt auch die Informationsmenge einer jeden Szene. So fällt viel mehr auf, was früher nie entdeckt wurde.

teleschau: Also war es früher einfacher, Schiedsrichter zu sein?

Lutz Wagner pfiff in seiner aktiven Zeit 197 Bundesligaspiele und mehr als 100 Zweitliga-Spiele, womit er zu den Bundesliga-Schiedsrichtern mit den meisten Einsätzen zählt.  (Bild: imago/Ulmer)

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Lutz Wagner pfiff in seiner aktiven Zeit 197 Bundesligaspiele und mehr als 100 Zweitliga-Spiele, womit er zu den Bundesliga-Schiedsrichtern mit den meisten Einsätzen zählt. (Bild: imago/Ulmer)

Wagner: Wenn man es so will, ja. Man traf Entscheidungen situativ aufgrund des persönlichen Eindrucks. Aber eben auch auf viel dünnerer Informations-Basis. Dann hat man gesagt: Egal, der Schiedsrichter hat so entschieden. Auch, weil die meisten Leute es noch schlechter gesehen hatten als der Fachmann auf dem Spielfeld. Heute sehen viele Menschen ganz viele verschiedene Perspektiven - und entsprechend umstritten sind deshalb die Entscheidungen der Schiedsrichter.

„Das Wembley-Tor hätte heutzutage nicht gezählt“

teleschau: Wird man irgendwann an den Punkt kommen, an dem es keine Fehlentscheidungen mehr gibt?

Wagner: Das ist eine hypothetische Frage. Sagen wir mal so: Die Informationsdichte zu jeder Spielszene wird weiter steigen. Dann wird es den Chip im Ball geben, der noch mal zusätzliche Informationen liefert. Dennoch wird man nicht jede Szene auflösen können. Hundertprozentige Gerechtigkeit wird es niemals geben. Trotzdem ist der Fußball heute viel gerechter als früher. Das Wembley-Tor hätte heutzutage nicht gezählt. Und die Hand Gottes von Maradona hätte man heute auch sehr schnell zurückgepfiffen.

teleschau: Aber ist jede zusätzliche Technik auch immer ein Fortschritt in Sachen Gerechtigkeit? Neulich war zu lesen, dass die automatische Abseits-Erkennung eine Fehlertoleranz von bis zu 20 Zentimetern aufweisen würde.

Wagner: Das kann ich so nicht stehen lassen, denn es handelt sich dabei um einen Maximalwert in einer absolut unwahrscheinlichen Situation. Auf 20 Zentimeter kommen wir nur, wenn ein Spieler in maximal möglichem Tempo sprintet - und sein Gegenspieler gegenläufig sprintet. Dann würde der Spieler in diesem Zeitfenster zwischen den beiden Bildern 14,8 Zentimeter zurücklegen. Und dann müsste noch der Fall eintreten, dass die beiden Bilder zum maximal ungünstigen Zeitpunkt für die Beurteilung Abseits-oder-nicht geschossen werden.

teleschau: Was wäre also die tatsächliche Fehlervarianz beim Abseits?

Wagner: Es gibt keine gleiche Fehlervarianz, da es immer andere Voraussetzungen sind. Die automatische Abseits-Erkennung sagt: richtig oder falsch. Was es aber gibt, zum Beispiel in England, ist eine Toleranzgrenze, die man sich so ähnlich vorstellen muss, wie das Blitzen im Straßenverkehr. Da sind es zehn Prozent Kulanz. Wenn ich 50 km/h fahren darf und ich würde mit 55 km/h geblitzt, wäre es noch straffrei. Mit 56 km/h dann aber nicht mehr. Letztlich ist es ein mathematisches Regelmodell, auf das man sich da einlässt, das nur bei deutlicher Überschreitung anschlägt. Aber auch hier gilt: Es geht heute sehr viel gerechter zu als früher.

„Nach einem umstrittenen Handspiel hatte ich 46 Anfragen auf dem Handy“

Lutz Wagner (kleines Bild) war bereits während der EM 2024 als Schiedsrichterexperte im Dauereinsatz für die ARD. (Bild: ARD)

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Lutz Wagner (kleines Bild) war bereits während der EM 2024 als Schiedsrichterexperte im Dauereinsatz für die ARD. (Bild: ARD)

teleschau: Große Streitthemen sind auch Foul und Handspiel. Wird Fußball immer mehr zur Auslegungssache?

Wagner: Beim Champions League-Halbfinal-Aus der Bayern gegen PSG gab es einige umstrittene Szenen. Ich habe das Spiel privat geschaut und dachte: Heute machst du dir mal einen ruhigen Abend. Wenige Minuten nach einem umstrittenen Handspiel hatte ich 46 Anfragen zu meiner Meinung auf dem Handy. Bleiben wir ruhig mal beim Handspiel: Früher fragte man: War es Absicht oder nicht? Doch Absicht ist ein schwerer mess- und definierbarer Begriff. Deshalb wurde das Regelwerk durch zusätzliche Parameter ergänzt. Zum Beispiel durch die Frage: War das ein unnatürliches Vergrößern der Abwehrfläche oder war es ein Abstützarm, der das Handspiel verursachte? Durch die Vielzahl an Parametern wurde die Entscheidung aber immer schwieriger. Deshalb hat man die meisten dieser Parameter wieder gestrichen.

teleschau: Und wie lautet die neue Regel?

Wagner: Mittlerweile sind wir bei nur noch zwei Parametern: Absicht und unnatürliche Vergrößerung der Abwehrfläche. Dadurch ist das Regelwerk wieder überschaubarer geworden. Und doch fragen wir uns weiterhin: War es Absicht? Und: Welche Vergrößerung der Abwehrfläche ist unnatürlich? Das müssen die Schiedsrichter beurteilen. Top-Schiedsrichter sind in diesen Fragen erfahren und bestens geschult. Am Ende ist es wie vor Gericht auch eine Auslegungssache.

„Dem Schiedsrichter geht es um Gerechtigkeit ...“

teleschau: Wir haben immer mehr Infos aufgrund der vielen Kameras mit Super-Slow-Motion und anderen technischen Hilfsmittel. Manche Kritiker sagen, dass zu viel und zu lange Analysen der Szenen das Spiel unattraktiver machen ...

Wagner: Natürlich verstehe ich den Punkt, aber mal alternativ gefragt: Wäre es besser, die technischen Hilfsmittel, die es heute gibt, wegzulassen? Die vielen Kameras sind nun mal da. Auch dafür, dass wir immer bessere und spannendere Bilder aus den Stadien nach Hause liefern. Rudimentäre Spielübertragungen wie früher will doch heute keiner mehr sehen. Man würde also auf Informationen verzichten, die es gibt, um Spielsituationen zu bewerten. Dem Schiedsrichter geht es um Gerechtigkeit, deshalb bin ich im Zweifel immer pro technischen Fortschritt. Was passiert, wenn die Technik fehlt, haben wir in der ersten und zweiten DFB-Pokalrunde gesehen, wo wir ja nach wie vor auf viel Technik verzichten, weil sie nicht auf jedem Amateurplatz eingesetzt werden kann, da es auch eine Kostenfrage ist. Sie glauben nicht, was für heftige Proteste es da immer wieder bei Fehlentscheidungen gibt, die mit Technik so nicht passiert wären.

teleschau: Welche Spielklasse halten Sie - aus Schiedsrichtersicht - für die schwierigste im Fußball?

Wagner: Natürlich ist die Bundesliga die schnellste und attraktivste Klasse. Doch würde ich sagen, das ist die Kreisoberliga. Das ist die oberste Klasse, in der in vielen Landesverbänden ein Schiedsrichter noch ohne neutrale Assistenten pfeifen muss, obwohl das Spiel schon relativ schnell ist.

„Den Jet würde man für mich auch nicht chartern“

teleschau: Früher dachte man, Schiedsrichter wären eher ruhige Typen im Sinne gesetzter Respektspersonen. Über die Schiedsrichter-Doku „Unparteiisch“ in der ARD-Mediathek erfährt man, dass es in der Kommunikation innerhalb des Schiri-Teams oder auch mit den Spielern durchaus emotional und laut zugeht. War das früher anders?

Wagner: Nicht unbedingt. Zum einen sind die Szenen in der Doku eben oft Ausnahme-Situationen, die besonders hektisch oder schwierig waren. Da geht natürlich bei allen der Puls hoch. Und die Funkverbindung zwischen dem Schiedsrichter-Team, die gab es früher natürlich auch nicht. Im Stadion ist es meistens laut, da muss man dann schon mal selbst lauter werden, um sich zu verständigen. Dazu ist man außer Atem, denn das Team auf dem Feld muss viel und intensiv laufen. In der Realität ist es eher so, dass über Funk auch mal zwei oder drei Minuten geschwiegen wird. Oder dass man nur mal einen kurzen Hinweis reinwirft. Außerdem ist der Funkverkehr, den man in der Doku hört, nicht das, was beim Schiedsrichter ankommt - denn es werden alle Kanäle, die es gibt, für die Tonspur des Films freigeschaltet um zu hören zu sein.

teleschau: Das heißt, der Schiedsrichter hört nicht das, was wir im Film hören?

Wagner: Nein, der hört zum Beispiel nicht, was im VAR-Raum diskutiert wird. Die melden sich erst dann beim Schiedsrichter auf dem Feld an, wenn sie klare Bilder haben. Man würde auf dem Platz verrückt werden, wenn man die Tonspur der Doku-Serie auf dem Ohr hätte. Ohnehin ist Funkdisziplin sehr wichtig. Deshalb sagt man auch nicht „ein Foul“ oder „kein Foul“, sondern „ja“ oder „nein“. Und man spricht von „zwo“ und „drei“ anstatt „zwei“ und „drei“ - um nichts zu verwechseln. Es geht um Funkdisziplin und Zweifelsfreiheit beim Kommunizieren, deshalb üben wir auch immer wieder mit Berufspiloten.

teleschau: Wie verbringen Sie die WM persönlich?

Wagner: Da ich für die ARD als Regel-Experte arbeite und auch noch für das österreichische Fernsehen tätig bin, werde ich alle Spiele schauen. Wenn Spiele in der ARD laufen, bin ich in Köln im Studio. Wenn Spiele im ZDF oder bei MagentaTV laufen, arbeite ich daheim. Da habe ich ein kleines Studio, von wo aus ich für Servus TV sende. Bei normalen Spielen, bei denen ich als Experte dabei bin, sitze ich normalerweise neben dem Reporter. Bei der WM geht das aber nicht, es wäre logistisch unmöglich. Wenn ich alle Spiele im Stadion sehen wollen würde, käme ich selbst mit einem Jet nicht bis zur nächsten Anstoßzeit von Kanada nach Mexiko. Und den Jet würde man für mich auch nicht chartern. (tsch)

Beatrice Egli singt im Fußballstadion.
Schlagerstar mit klarem Appell
Die Menschen benötigen mehr Lebensfreude