Fast 30 Jahre lang war Annette Dittert Auslandskorrespondentin für die ARD, gut die Hälfte der Zeit in London. Inzwischen hat sie sogar die britische Staatsangehörigkeit. Für das Herzstück ihrer neuen Heimat, die Monarchie, sieht sie allerdings schwarz.
Kölner JournalistinAnnette Dittert findet König Charles „besser als seine Mutter“ und sieht doch schwarz für Royals

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Auch nach dem Ende ihrer Korrespondentenkarriere bei der ARD wirft Annette Dittert einen kritischen Blick auf ihre Wahlheimt Großbritannien. (Bild: ARD / NDR / Verena Reinke)
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„Ich finde, Charles ist ein guter König. Sogar besser als seine Mutter“, sagte Annette Dittert (63). Sie kann sich das Urteil erlauben. Jahrelang arbeitete die in Köln geborene Journalistin in London. Bekam den Brexit mit, erlebte den Tod der Queen, die Krönung von Charles (77) und vor allem den Skandal um dessen Bruder, den gefallenen Prinzen Andrew (66).
Der ist Hauptargument für Ditterts Sorgenfalten, wenn sie an die Monarchie denkt: „Das was da rauskam und rauskommt, kratzt am Königshaus, das kratzt auch am Erbe von Queen Elizabeth“, sagte Dittert als Gast in der neuen Folge des Podcasts „Zwischen den Zeilen“ von und mit Bettina Böttinger.
Annette Dittert: „Es wird immer klarer, wie sehr sie ihn beschützt hat“
Die in Köln geborene Neu-Britin - seit Ende 2025 hat sie auch die britische Staatsangehörigkeit - geht vor allem wegen des Skandals um Prinz Andrew und dessen Verwicklung in die „Epstein-Affäre“ hart mit der Monarchie ins Gericht.
Vor allem, weil vor allem vertuscht und zurückgehalten wurde, so lange wie möglich. „Auch wenn König Charles - auf Druck der Öffentlichkeit - Andrew den Wölfen zum Fraß geworfen hat - er hat es verdammt spät getan.“ Und überhaupt, so Dittert, auch nur, „um seinen Laden zu retten“.
Das könnte dauerhaft schwierig werden. Dittert bezeichnete den „Andrew-Skandal“ als „die größte Krise der Monarchie in der jüngeren Geschichte.“
Und diese betreffe auch rückwirkend die Amtszeit von Königin Elizabeth. „Es wird immer klarer, wie sehr sie ihn beschützt hat.“ Deshalb sei es zu ihren Lebzeiten auch undenkbar gewesen, dass die Polizei Ermittlungen führe und sogar etwaige Zeugen aufrufe, sich zu melden. Dittert über die Queen und Prinz Andrew: „Sie hat immer ihre schützende Hand über ihn gehalten.“

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Zu Lebzeiten von Queen Elizabeth II. stand ihr Sohn Charles stets in ihrem Schatten. (Bild: 2022 Getty Images/WPA Pool)
Annette Dittert lebt seit über zehn Jahren auf ihrem Hausboot „Emilia“ am Regent's Canal in Little Venice im Londoner Stadtteil Maida Vale. Mitte Mai veröffentlichte sie ihr neues Buch „Dear Britain: Auf der Suche nach der Seele Großbritanniens“. (tsch)
