Keine Lust auf Fußball zur Primetime? Wir empfehlen pro WM-Turnierabend drei lohnende Alternativprogramme für WM-Muffel. Zum Auftakt mit der wohl vielschichtigsten Comic-Adaption aller Zeiten, der Fortsetzung einer erfolgreichen Teenie-Komödie und den ungewöhnlichen Ermittlern im „Wien-Krimi“.
TV-Tipps für Fußball-MuffelHeath Ledger als Joker oder Jason Biggs als unbeholfener Student

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Der väterliche Sexualunterricht des Möchtegern-Daddy-Cool (Eugene Levy, links) bei seinem Sohn Jim (Jason Biggs) ist wieder einmal fehlgeschlagen. (Bild: Kabel Eins/2001 Universal Studios)
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Im ZDF startet die WM 2026 aus den USA, Mexiko und Kanada mit einer umfangreichen Berichterstattung ab 17.15 Uhr und der anschließenden Übertragung der Eröffnungsfeierlichkeiten und des Auftaktspiels Mexiko gegen Südafrika. Anstoß ist um 21 Uhr.
Wem das schnuppe ist, der findet an diesem Abend durchaus spannende Alternativen. Wir stellen drei Filme vor.
„The Dark Knight“ (VOX, 20.15 Uhr)

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Der Joker (Heath Ledger), der permanent grinsende Anarchist, sorgt für Chaos in Gothams Straßen: Angst und Schrecken machen sich breit. Wer kann ihn aufhalten? (Bild: RTL / 2016 Warner Bros. Entertainment Inc. and Ratpac-Dune Entertainment Inc. BATMAN V SUPERMAN DAWN OF JUSTICE and all related characters and elements are trademarks of and copyright DC Comics.)
Mit „The Dark Knight“ (2008) lieferte Christopher Nolan die wohl vielschichtigste Comic-Adaption ab, die je gedreht wurde. Im Mittelteil seiner mittlerweile abgeschlossenen Batman-Trilogie lässt der britische Regisseur seinen Helden in der von Terror geplagten Gegenwart landen und konfrontiert ihn mit einem Gegner, dem nichts heilig ist. VOX wiederholt „The Dark Knight“ (2008) um 20.15 Uhr. Der Joker ist Anarchist, Terrorist und Nihilist, für immer unvergesslich verkörpert von Heath Ledger, der im Januar 2008 im Alter von nur 28 Jahren starb. Die fiebrige Intensität, mit der er den dauergrinsenden Psychopathen spielt, brachte ihm posthum einen Oscar ein. Der verrückte Fiesling kommt ins Spiel, als das organisierte Verbrechen von Gotham City vom Staatsanwalt Harvey Dent (Aaron Eckhardt) vor den Kadi gezerrt wird. Nicht nur die Bevölkerung setzt große Hoffnungen in Dent. Auch der Milliardär Bruce Wayne (Christian Bale) glaubt, nun endlich seinen Batsuit an den Nagel hängen zu können. Aber keiner hat mit der Perfidie des Jokers gerechnet.
„The Dark Knight“ entwickelt eine Kraft, wie man sie lange nicht mehr in Action-Filmen zu spüren bekam. Es sind das Zusammenwirken eines hochkarätigen Ensembles (in Nebenrollen sind unter anderem Gary Oldman und Morgan Freeman zu sehen), die ungewöhnlich komplexe Handlung und das mehr mentale als physische Duell zwischen Batman und dem Joker, die den Film keine Sekunde langweilig werden lassen.
„American Pie 2“ (Kabel Eins, 20.15 Uhr)

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Lebenswertes Wien: Sonderermittler Haller (Philipp Hochmair, links) und sein Partner Niko (Andreas Guenther) lassen es sich im Weinberg oberhalb Wiens beim Heurigen gut gehen. (Bild: ARD Degeto/Tivoli Film/Philipp Brozsek)
In Mutters Apfelkuchen zu onanieren, ist doch was für Anfänger. Die Jungs aus „American Pie“ (1999) sind in ihrem zweiten Abenteuer allerdings nicht unbedingt reifer geworden. Fernab des Obsttorten-Dramas, aber immer noch gewohnt schlüpfrig, inszenierte Regisseur James B. Rogers folglich den zweiten Teil des US-Teenie-Klamauks. Ergebnis ist eine Fortsetzung mit alter Besetzung, bekanntem Storyrezept und nicht mehr ganz so ausufernden Anzüglichkeiten. Kabel Eins gibt mit „American Pie 2“ (2001) um 20.15 Uhr zum wiederholten Male Nachhilfe in Sachen sexueller Selbstfindung. Die Clique besteht aus Jason Biggs als Jim, dem Unsichersten und Tapsigsten der Gruppe; Chris Klein als freundlicher Mädchenschwarm Oz; Thomas Ian Nicholas als Kevin, eine Art Anführer; Eddie Kaye Thomas als Finch, der Intellektuelle und Durchgeknallte, und Sean William Scott als Stifler, eine pöbelnde Sex-Maschine. Nach ihrem ersten Jahr am College wollen sie den Sommer ihres Lebens verbringen und mieten ein Haus am See. Die Ziele sind klar: endlos feiern und Mädchen aufreißen. Wie schon im Original machen jedoch die Girls die Regeln ...
Gleich im Anschluss, um 22.25 Uhr, ist auch der vierte und vorerst letzte Film mit dem originalen Cast, „American Pie - Das Klassentreffen“ (2012), zu sehen. Zum Abschluss um 0.40 Uhr wiederholt Kabel Eins dann noch den Auftakt der Ableger-Reihe, die zwischen 2005 und 2020 entstand: „American Pie präsentiert: Die nächste Generation“ handelt von Stevens jüngerem Bruder Matt Stifler (Tad Hilgenbrink), der widerwillig ein Musikcamp besucht.
„Der Wien-Krimi: Blind ermittelt - Tod im Weinberg“ (ARD, 20.15 Uhr)
In „Der Wien-Krimi: Blind ermittelt - Tod im Weinberg“ (2023), dem achten von bisher 13 Fällen der Reihe, den das Erste nun wiederholt, bekommen es der blinde Sonderermittler Alexander Haller (Philipp Hochmair) und sein „Schatten“, der Taxifahrer Niko Falk (Andreas Guenther) mit einer Entführung zu tun. Der 22-jährige Paul Rauch (Julian Waldner) wird auf der Straße gekidnappt. Kurz darauf taucht er in einem Erpresservideo auf - und bittet um Hilfe! Zwei Millionen Euro sollen die Angehörigen besorgen, und sie haben dafür nur 48 Stunden Zeit. Pauls Mutter (Nina Kronjäger) möchte die Polizei aus der Angelegenheit heraushalten, was die „Privaten“ Haller und Falk ins Spiel bringt. Die Recherchen des „Blind ermittelt“-Duos führen alsbald in die Weinberge oberhalb Wiens. Der dortige Weinbauer Tomasek (Martin Leutgeb) gerät ebenso als Verdächtiger ins Visier wie andere Mitglieder der Szene wie Leo (Daniel Langbein). Nebenbei der Bruder von Pauls Schwarm Rita (Lisa-Lena Tritscher) und jemand, der mit Drogen zu tun hat. Schließlich gibt es da noch Pauls reichen Onkel Heinrich (Fritz Karl) - wohl der Einzige in der Familie, der eine entsprechende Summe auftreiben könnte, welche die Entführer fordern. Trotz all dieser Spuren stecken Haller und Falk in ihrem Fall irgendwie fest. Derweil drängt die Mutter des Entführten auf die Geldübergabe.
Schauplatz des achten „Wien-Krimis“ sind die Hänge der Gemeinde Grinzing, deren Heurigen-Tradition bis ins Mittelalter zurückreicht. Nebenbei thematisiert der Krimi den zunehmenden Qualitäts- und Wettbewerbsdruck, dem sich die Familienbetriebe in der Region stellen müssen, die seit Generationen den weltberühmten „Jungwein“ herstellen. (tsch)
