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Romanze mit Lady DiFreund sicher: „Abgekartetes Spiel“ von Al-Fayed

Bis heute ist Prinzessin Diana für unzählige Menschen eine Ikone. Ende August jährt sich der tödliche Unfall, bei dem „die Königin der Herzen“ und Dodi Al-Fayed ums Leben kamen zum 28. Mal. Die beiden galten damals als Liebespaar. Doch war das wirklich so - oder war alles nur Show? Eine ZDF-Doku liefert Antworten.

Am 31. August 1997 stand die Welt für viele Menschen einen Moment still. Prinzessin Diana und ihr Liebhaber Dodi Al-Fayed waren bei einem schweren Autounfall in Paris ums Leben gekommen. Die Nachricht flutete die Medien weltweit und löste eine Welle der Bestürzung aus.

Noch heute, 28 Jahre später, beschäftigen sowohl der Abend als auch die Beziehung der beiden Royal-Experten und Nahestehende des Paares. Handelte es sich wirklich um eine Romanze, die ein tragisches Ende nahm? Oder aber um eine abgesprochene Show, die tödlich endete?

Die ZDF-„Terra X History“-Dokumentation „Diana und Dodi - Die Prinzessin und der Playboy“ geht diesen Fragen auf die Spur (31. August um 23.45 Uhr und vorab ab dem 30. August in der Mediathek).

„Sie verliebte sich in ihn, nicht mehr und nicht weniger“

Denn Dodi Al-Fayed, ältester Sohn des Multimillionärs Mohamed Al-Fayed, war kein unbeschriebenes Blatt. Der damals 42-Jährige galt öffentlich als Frauenheld. Das bestätigen auch seine Ex-Partnerinnen, die in der Doku zu Wort kommen: „Ein gutaussehender, reicher Kerl kriegt alle Frauen der Welt. Auf Abruf und Anruf. Wenn das kein Playboy ist ...“, schmunzelt Denice D. Lewis.

Auch Annie Cardone war mit Dodi liiert. Sie betont: „Ich glaube, er genoss das Image des Playboys. Das gefiel ihm und gab ihm ein gutes Gefühl als Mann.“ Zeitgleich sei Dodi aber auch sehr schüchtern und empathisch gewesen.

Sein Vater Mohamed Al-Fayed wird dagegen als durchaus abgeklärter beschrieben. „Er liebte die Stars, das Rampenlicht, Harrods war seine Bühne“, weiß Tom Bower. Der Autor der unautorisierten Biografie „The Fall of Fayed“ ist sich sicher: „Nichts war Al-Fayed wichtiger als das Ansehen der britischen Königsfamilie, danach sehnte er sich.“

Und dieser näherte er sich mit Erfolg an. Als Sponsor der „Royal Windsor Horse Show“ traf Al-Fayed erstmals auf Prinzessin Diana - und stellte ihr gleich seinen Sohn Dodi vor. Die beiden verstanden sich auf Anhieb gut und so lud Mohamed Al-Fayed sie zu sich nach Südfrankreich ein. Im Sommer 1997, als ihre Ehe mit Charles bereits zerbrochen war, kam Diana der Einladung nach.

Es war der Start einer Sommer-Romanze. Dodi und Diana verbrachten viel Zeit zu zweit. René Delorm, der ehemalige Butler von Dodi, erinnert sich, wie er die beiden eines Abends auf der Jacht vorfand: „Er sitzt da mit ihrem Kopf auf seinem Schoß und er streichelte sie. Da war keine Musik. Nichts. Nur Stille. Ich sah, dass sie diesen Moment genossen“, betont er und erklärt: „Sie verliebte sich in ihn, nicht mehr und nicht weniger.“

Die Prinzessin, die sich in den Millionärs-Sohn verliebt, eine gemeinsame Sommer-Romanze in Frankreich - es klingt beinahe wie aus einem Märchen. Doch nicht alle glauben an die Geschichte der romantischen Liebesbeziehung - sondern vermuten dahinter vor allem die Interessen von Dodis Vater, Mohamed Al-Fayed.

Plante Dodis Vater Mohamed Al-Fayed die Beziehung mit Diana?

Autor Tom Bower ist sich sicher: „Al-Fayed dirigierte bewusst die Beziehung zwischen seinem Sohn und Diana.“ Und auch Peter Riva, ein langjähriger Freund von Dodi, hat Zweifel an der Echtheit der Romanze: „Das war ein abgekartetes Spiel! (...) Es war ein Drehbuch, das der Teufel geschrieben haben könnte“, erklärt er in der Doku.

Bower führt aus: „Mohamed Al-Fayed wollte, dass jeder glaubte, Dodi und Diana seien verliebt. Ich glaube nicht, dass das so war. Ich denke, Diana fühlte sich von einer Sommer-Romanze angezogen und Dodi tat alles, um seinen Vater zufriedenzustellen.“

Das habe sich auch in seinem Umgang mit der Prinzessin gezeigt. René Delorm behauptet: Dodi tat für Diana alles - auf Anweisung seines Vaters: „Monsieur Al-Fayed wollte, dass diese Beziehung ein Erfolg wird.“ Als dann ein Foto von einem Kuss zwischen Dodi und Diana auftauchte, überschlugen sich die Schlagzeilen.

Doch nicht nur die Presse wurde auf die Beziehung aufmerksam, sondern auch Dodis weiblichen Kontakte. Kelly Fisher, die damals als erfolgreiches Model arbeitete, war die damalige Verlobte von Dodi Al-Fayed. Sie soll den Sommer ebenfalls in Saint Tropez verbracht haben - auf einer Jacht mit Dodi. Von Diana, die sich auf der Jacht von Dodis Vater befand, habe sie erst durch das Kuss-Foto erfahren.

„Brauchen wir einen Schuldigen?“

Ex-Freundin Annie Cardone verrät außerdem: „Was viele nicht wissen, in dem Sommer, als er sich mit Kelly Fisher und Diana traf, war er auch mit mir zusammen.“ Sie erinnere sich noch genau an den Moment, als sie von Dodis anderen Kontakten erfuhr: „Es war ein Schock, als diese Person auftauchte und mir sagte, sie sei mit meinem Freund verlobt. Das hat mir die Augen geöffnet.“ Sie habe Dodi daraufhin verlassen. Dieser habe sie angebettelt, bei ihm zu bleiben, so Cardone. Jedoch ohne Erfolg.

An Diana hielt Dodi trotz allem weiterhin fest. Am Abend des 30. August 1997 reiste das Paar nach Paris. Offenbar mit großen Plänen. Dodis Butler René Delorm erinnert sich: „Dodi zeigte mir einen Ring und sagte: 'Heute Abend werde ich der Prinzessin einen Antrag machen'.“ Richard Kay, ein enger Vertrauter von Prinzessin Diana, bezweifelt jedoch, dass es zu einer Hochzeit gekommen wäre. Zwar sei er durchaus sicher, dass es zwischen den beiden eine tiefe Anziehung gegeben habe. Diana habe ihm jedoch persönlich versichert, „dass sie nicht heiraten würde. Sie sagte mir: 'Eine weitere Ehe brauche ich so sehr wie einen weiteren Kopf'“, erinnert sich Kay.

Zu einem Antrag kam es nicht mehr. Am 31. Augst 1997 verunglückten Prinzessin Diana und Dodi Al-Fayed bei einem Autounfall, als sie in der Nacht in Paris von Paparazzi verfolgt wurden. Dodi starb noch am Unfallort, Diana später im Krankenhaus. Dodis Vater Mohamed, der im August 2023 verstarb, sprach von einem „Mord durch die britische Königsfamilie“, und noch heute ranken sich Verschwörungstheorien um den Tod des Paares.

Dodis Ex-Freundin Denice D. Lewis will davon nichts wissen. Der Verlust zweier Menschen sei schlimm genug. „Was nutzt es, diesen Verschwörungstheorien nachzugehen?“, betont sie im Interview und fragt: „Brauchen wir einen Schuldigen? Was nützt das?“

Das ZDF zeigt „Diana und Dodi - Die Prinzessin und der Playboy“ am 31. August um 23.45 Uhr. Vorab ist die Doku bereits ab dem 30. August in der Mediathek abrufbar. (tsch)