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Nachts kommen die GeisterIst in Fukushima wieder Leben möglich?

Nachdem Tsunamiwellen das Kühlsytem außer Kraft gesetzt hatten, kam es in den Reaktoren eins, zwei und drei zu Kernschmelzen und Explosionen. Hunderttausende wurden evakuiert, doch viele sind nach einer Dekontaminierung zurückgekehrt. (Bild: The HISTORY Channel / TVF International )

Copyright: The HISTORY Channel / TVF International

Nachdem Tsunamiwellen das Kühlsytem außer Kraft gesetzt hatten, kam es in den Reaktoren eins, zwei und drei zu Kernschmelzen und Explosionen. Hunderttausende wurden evakuiert, doch viele sind nach einer Dekontaminierung zurückgekehrt. (Bild: The HISTORY Channel / TVF International )

15 Jahre nach der Katastrophe von Fukushima am 11. März 2011 erinnert History mit der Dokumentation „Fukushima - Im Schatten der Katastrophe“ (deutsche Erstaufführung) an das Unglück und dessen Folgen.

Die Uhr im Kühlraum blieb um 14.47 stehen. 15 Meter hohe Wellen eines Tsunamis, ausgelöst durch ein Seebeben der Stärke 9,1 im Nordosten der japanischen Küste hatten am 11. März 2011 das Kernkraftwerk und die Küste von Fukushima erreicht. In drei der insgesamt sechs Reaktoren kam es zur Kernschmelze, weil das Kühlsystem ausgefallen war. Insgesamt starben beim Tsunami und der atomaren Explosion, der zweitstärksten überhaupt nach Tschernobyl 1986, 18.500 Menschen, 120.000 Gebäude wurden in wenigen Minuten zerstört. Die Dokumentation „Im Schatten der Katastrophe“ (History Channel, Deutsche Erstsendung am Mittwoch, 11. März, 21.55 Uhr) zeigt, welch tiefe Spuren das atomare Unglück hinterassen hat.

Am 11. März 2011 wurden in Fukushima 662 Quadratkilometer von Tsunamiwellen überflutet. Die Wellen drangen bis zu fünf Meilen ins Landesinnere vor. (Bild: The HISTORY Channel / TVF International )

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Am 11. März 2011 wurden in Fukushima 662 Quadratkilometer von Tsunamiwellen überflutet. Die Wellen drangen bis zu fünf Meilen ins Landesinnere vor. (Bild: The HISTORY Channel / TVF International )

Hunderttausende wurden evakuiert, kehrten aber bereits vier Jahre später zurück. Wie sicher das Leben in Fukushima ist, bleibt jedoch ein Geheimnis. Die Einheimischen jedenfalls glauben an Geister, mit denen sie fortan leben. „Geister sind besser zu ertragen als die Leere, welche die Toten hinterlassen haben“, so sagen sie.

„Es ist viel zu gefährlich, hier zu leben“

Wenngleich Wissenschaftler die weitere Umgebung des Kernkraftwerks, dessen Rückbau noch Jahrzehnte andauern wird, für radiokativ unerheblich erklären, ist die Gefahr noch immer umstritten. „Bin ich ein Geist?“, fragt ein Mädchen den Vater in der Doku des History Channel, die aufzeigt, wie sehr die Folgen der Reaktorkatastrophe noch immer spürbar sind. Der Beitrag geht aber auch auf die äußerst schwierige Dekontaminierung der Umgebung von Fukushima sowie auf die Wiederbesiedlung von Dörfern und Städten ein.

Inzwischen sind viele der 2011 Evakuierten in ihre früheren Häuser zurückgekehrt. Gegenüber der inneren Leere bevorzugen sie ein Leben mit Geistern. (Bild: The HISTORY Channel / TVF International )

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Inzwischen sind viele der 2011 Evakuierten in ihre früheren Häuser zurückgekehrt. Gegenüber der inneren Leere bevorzugen sie ein Leben mit Geistern. (Bild: The HISTORY Channel / TVF International )

Da ist viel Wissenschaft im Spiel, doch vor allem sind es die Menschen, die berühren. „Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass ich mir keine Sorgen um meine Gesundheit mache. Die Auswirkungen werden sich erst in vielen Jahrzehnten zeigen“, sagt etwa Mitsue Sasaki, die regelmäßig die Strahlenwerte in ihrem Dorf misst. Konno Sumio, der bis heute nicht in sein Haus zurückkehren kann, sagt: „Jetzt können wir nur ab und zu zurückkommen, um ein paar Dinge zu holen - aber es ist viel zu gefährlich, hier zu leben.“

Der Film von Mandakini Gahlot und Alissa Descotes-Toyosaki (Regie) versucht, die „wahre Geschichte“ des Unglücks von Fukushima zu erzählen, insbesondere die Auswirkungen, die dieser ungläubig betrachtete „Spuk“ auf die Psyche der Menschen hat.

Viele von ihnen begannen, besonders nachts, Geister zu sehen. Sie können noch immer nicht begreifen, was vorgefallen ist. Da mögen die Wissenschaftler und Politiker noch so eindringlich erklären, dass ein Leben in Fukushima wieder möglich sei. Doch ein Risiko wird immer bleiben. Alles wird sich, genau wie der Rückbau und die mühevolle Dekontaminierung von Fukushima erst nach Jahrzehnten beurteilen lassen.

Die Dokumentation ist Teil der Reihe „One Day That Changed Asia“, die 2021 bei den „WorldMediaFestivals“ mit einem Intermedia-Globe Silver Award ausgezeichnet wurde und historische Wendepunkte, an denen ein einzelner Tag das Leben von Millionen Menschen nachhaltig veränderte, in den Fokus rückt. Die Regie führten Mandakini Gahlot und Alissa Descotes-Toyosaki, als Executive Producer zeichnete Thomas Ellis verantwortlich. (tsch)

Bruce Campbell (r) und Ehefrau Ida Gearon.

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