Die deutsche Rüstungsindustrie erlebt einen wahren Höhenflug. Nun strebt ein weiteres Unternehmen mit Standort in NRW an die Frankfurter Börse. Der Firmenname ist eine klare Ansage.
„Siegen“ im NamenNächster Rüstungs-Riese mit Sitz in NRW will an die Börse

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Ein Patriot-Flugabwehrsystem bei einer Bundeswehrübung - in dem System sind auch Vincorion-Komponenten verbaut.
Angesichts der explodierenden Nachfrage nach Rüstungsgütern geht die nächste deutsche Verteidigungsfirma den Schritt an die Börse. Der Zulieferer Vincorion hat für die erste Jahreshälfte 2025 den Gang aufs Frankfurter Parkett angekündigt, wie die Firma an ihrem Hauptsitz in Wedel bei Hamburg bekannt gab.
Das Unternehmen zählt rund 900 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Neben dem Hauptsitz in Wedel und einem bayerischen Standort unterhält es auch einen Betrieb in Essen (NRW).
Deutscher Zulieferer für Patriot-Systeme und Panzer
Das Produktportfolio von Vincorion umfasst Generatoren, Mechatronik sowie weitere Energielösungen. Eingebaut werden diese Teile zum Beispiel in die Flugabwehrsysteme Patriot und Iris-T, um dort die Stromversorgung sicherzustellen. Die großen Panzerhersteller Rheinmetall und KNDS zählen zu den Abnehmern.
Bis zum Jahr 2022 war die Firma ein Teil des Technologiekonzerns Jenoptik. Danach erfolgte der Verkauf an einen Finanzinvestor aus Großbritannien. Jener will sich jetzt von einem Teil seiner Beteiligung trennen, aber weiterhin investiert bleiben. Vincorion bedient nicht nur das Militärgeschäft, sondern hat auch einen zivilen Bereich: So stammen etwa Heizelemente für Airbus-Flugzeuge oder Rettungswinden für Helikopter von dem norddeutschen Unternehmen.
Umsatz schießt in die Höhe – Name bedeutet „siegen“
Die wirtschaftliche Lage ist hervorragend. Vincorion erreichte im letzten Jahr einen Umsatz von 240 Millionen Euro, wie die dpa meldet. Für den Zeitraum von 2023 bis 2025 wird ein jährliches Umsatzplus von durchschnittlich 22 Prozent verzeichnet. Zum Jahresende betrug der gesamte Auftragsbestand etwa 1,1 Milliarden Euro.
Ein spannendes Detail am Rande: Der Name Vincorion ist eine Neuschöpfung. Er kombiniert das lateinische Wort „vincere“ (siegen) mit dem Sternbild Orion.
CEO: „Fundament für moderne Kriegsführung“
Für Firmenchef Kajetan von Mentzingen ist der Gang an die Börse eine folgerichtige Entwicklung. Der ehemalige Airbus-Manager sagt: „Als Unternehmen im Zentrum des dynamisch wachsenden Verteidigungs- und Sicherheitssektors stellt Vincorion das Fundament der Energieversorgung für moderne Kriegsführung und Zivilschutz“.
Deutschlands Rüstungssektor floriert seit der russischen Invasion in der Ukraine im Jahr 2022. Die Aktie von Rheinmetall kletterte seitdem von ungefähr 100 auf aktuell rund 1600 Euro. Ebenso erlebten die Papiere anderer Verteidigungsunternehmen einen starken Wertzuwachs.
Angesichts einer schwachen Gesamtwirtschaft wirkt die Rüstungssparte auf Anleger besonders anziehend. Deutschland und andere Nato-Länder investieren nämlich erheblich mehr Geld in ihre Armeen. Um die Bundeswehr auf den neuesten Stand zu bringen, heißt es im Verteidigungsressort ganz klar: „Klotzen statt Kleckern“. (red)
Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

