Abo

Nach „Late Show“-EndeMit diesem Gag sorgt Stephen Colbert für Aufsehen

Auch nach dem Ende seiner „Late Show“ sorgt Stephen Colbert für Schlagzeilen. (Bild: 2026 Getty Images/Dimitrios Kambouris)

Copyright: 2026 Getty Images/Dimitrios Kambouris

Auch nach dem Ende seiner „Late Show“ sorgt Stephen Colbert für Schlagzeilen. (Bild: 2026 Getty Images/Dimitrios Kambouris)

Folgen

Bereits einen Tag nach Absetzung seiner „Late Show“ sorgte Stephen Colbert mit einem sonderbaren TV-Auftritt für Aufmerksamkeit - und Gelächter auf Kosten seines alten Arbeitgebers. Der versuchte die weitere Verbreitung auf YouTube zu verhindern, gibt sich nun aber geschlagen.

Von einer der erfolgreichsten Late-Night-Shows im US-Fernsehen zum Moderator einer kleinen Talkshow im Bundesstaat Michigan? Mit diesem nur vorgespielten Karriereabsturz verpasste Stephen Colbert schon einen Tag nach Ausstrahlung der letzten Episode seiner „Late Show“ seinem alten Arbeitgeber CBS einen kleinen Seitenhieb. Am Freitag erschien der Comedian als Gastmoderator der tatsächlich existierenden Show „Only In Monroe“, seinen „musikalischen Leiter“ spielte Ex-White-Stripes-Star Jack White.

Mit ernster Mine parodierten Colbert und White das Regionalfernsehen: Gäste sprachen über Sichtungen der mythischen Kreatur Bigfoot in der Gegend und Schauspieler Jeff Bridges sprach als Gast nicht etwa über ein neues Projekt, sondern machte Sandwiches. Er habe es keine 23 Stunden ohne eine Sendung ausgehalten, scherzte Colbert zu Beginn des Programms.

„Standardverfahren“: Paramount versuchte die Verbreitung der Parodie-Show einzudämmen

Doch eigentlich machten sie sich über Colberts alten Sender CBS lustig. Der hatte die Absetzung von Colberts Show im Sommer 2025 angekündigt - ausgerechnet dann, als Paramount Global - die Firma, der CBS gehört - für eine Zusammenführung mit Skydance Media die Zustimmung Donald Trumps benötigte. Dem waren Colberts Witze auf seine Kosten schon lange ein Dorn im Auge. Indem Colbert auf der Meta-Ebene seinen eigenen spektakulären Fall inszenierte, zog er die von vielen als politisch motiviert eingeschätzte Absetzung seiner Show ins Absurde.

CBS spielte bei dem Gag durchaus mit: Der Sender finanzierte und co-produzierte die „Only in Monroe“-Episode. Doch dass der Gag anschließend im Netz so weite Kreise zog, stieß bei Paramount ursprünglich offenbar auf wenig Begeisterung. Der Journalist Matthew Keys warf der Firma vor, die weitere Verbreitung wegen eines Copyright-Verstoßes „unterdrücken“ zu wollen, obwohl es sich bei „Only In Monroe“ um eine Show handelt, die auf einem Public-Access-Sender ausgestrahlt wird - also einem öffentlich zugänglichen Kanal.

Inzwischen hat CBS seine Anstrengungen, die Verbreitung der Show zu limitieren, aufgegeben. Es habe sich um ein standardisiertes Vorgehen gehandelt, erklärte der Sender in einem Statement gegenüber dem Radiosender NPR. Denn die „Only In Monroe“-Episode mit Colbert sei für die Verbreitung auf nur drei YouTube-Kanälen freigegeben worden: dem der „Late Show“, dem von Monroe Community Media und Colberts eigenem Kanal. Von einer weiteren Anwendung „dieses Standardverfahrens“ sehe man bis zu einer „zusätzlichen Prüfung“ ab. (tsch)

Fraglos mutig: „Er ist wieder da“ wurde von David Wnendt in einen halbdokumentarischen Spielfilm verwandelt (Szene mit Katja Riemann und Oliver Masucci).  (Bild: ProSieben / 2015 Constantin Film Verleih GmbH)
Heute im Free-TV
Diese Bestseller-Verfilmung war eigentlich völlig unmöglich