Verwirrung um Iran-Deal: Was will Donald Trump wirklich?
„Nichts zu überstürzen“Trump dämpft nach Durchbruch-Ankündigung Hoffnung auf Iran-Deal

Copyright: Alex Brandon/AP/dpa
Wie nah ist eine erste Einigung im Iran-Krieg? Erst sagte Trump, ein Rahmenabkommen mit dem Iran sei weitgehend ausgehandelt - nun bremst er die Erwartungen wieder. (Archivbild)
Erst die große Hoffnung auf Frieden, dann die kalte Dusche. US-Präsident Donald Trump sorgt mit widersprüchlichen Aussagen zum Iran-Konflikt für weltweite Verwirrung. Steht ein Deal kurz bevor oder platzt alles wieder?
Nachdem er zunächst einen Durchbruch bei den Verhandlungen verkündet hatte, trat Donald Trump, der Präsident der USA, nur eine Nacht später wieder auf die Bremse. Er habe seine Vertreter angewiesen, „nichts zu überstürzen“, schrieb er am Sonntag (US-Ortszeit) auf seiner Plattform Truth Social. Es dürfe „keine Fehler“ geben. Zuvor hatten sich sowohl Trump als auch US-Außenminister Marco Rubio deutlich zuversichtlicher gezeigt. Rubio hatte in Indien sogar „gute Nachrichten“ in den kommenden Stunden in Aussicht gestellt. Doch die widersprüchlichen Signale aus Washington sorgen für große Unsicherheit.
Das steht im geheimen Abkommen
Im Kern der Verhandlungen steht ein sogenanntes Memorandum of Understanding (MoU), eine Art Vor-Vertrag für weitere Friedensgespräche. Das US-Nachrichtenportal „Axios“ berichtet unter Berufung auf einen US-Beamten über die brisanten Details des Entwurfs.
Demnach ist eine Verlängerung der Waffenruhe um 60 Tage vorgesehen. In dieser Zeit soll die für die Weltwirtschaft so wichtige Straße von Hormus wieder gebührenfrei befahrbar sein. Der Iran würde sich verpflichten, die dort verlegten Minen zu räumen und zuzusagen, niemals Atomwaffen anzustreben. Im Gegenzug würden die USA die Blockade iranischer Häfen aufheben und Sanktionen lockern. Der Entwurf sieht laut dem Bericht auch ein Ende des Krieges zwischen Israel und der vom Iran unterstützten Hisbollah-Miliz im Libanon vor.

Copyright: Manish Swarup/AP/dpa
US-Außenminister Marco Rubio sprach von möglichen «guten Nachrichten».
Trump sorgt mit KI-Bild für „Wie bitte?!“-Moment
Die Aussagen aus den USA bleiben ein einziges Auf und Ab. Am Samstag schrieb Trump noch, ein Rahmenabkommen sei „weitestgehend“ ausgehandelt. Am Sonntag hieß es dann: „Beide Seiten müssen sich die nötige Zeit nehmen und alles richtig machen.“ Bis eine Einigung erzielt sei, bleibe die US-Blockade iranischer Häfen „in vollem Umfang“ bestehen. Für einen echten „Wie bitte?!“-Moment sorgte Trump, als er am Sonntagmorgen ein mit künstlicher Intelligenz generiertes Bild postete, das einen US-Angriff auf ein iranisches Schiff zeigt – und das mitten in den heiklen Verhandlungen. Außenminister Rubio mahnte, das übergeordnete Ziel sei, „dass der Iran niemals eine Atomwaffe besitzen“ dürfe. Die Straße von Hormus gehöre nicht dem Iran, betonte er.
So reagieren der Iran und Israel
Aus dem Iran kamen nach Trumps erster Ankündigung schnell zurückhaltende Reaktionen. Ein Militärsprecher stellte auf der Plattform X klar, dass die Straße von Hormus auch bei einem Abkommen „unter voller iranischer Verwaltung und Souveränität bleiben“ werde. Die iranische Nachrichtenagentur Fars schrieb, Trumps Behauptung einer „freien Durchfahrt“ sei „unvollständig“.
Der iranische Präsident Massud Peseschkian zeigte sich zwar offen für eine diplomatische Lösung, betonte aber das tiefe Misstrauen gegenüber Washington. „Die Erfahrungen aus vergangenen Verhandlungen mit den USA zwingen uns zu äußerster Vorsicht“, sagte er.

Copyright: Shadati/XinHua/dpa
Der iranische Präsident äußerte großes Misstrauen gegenüber Washington. (Archivfoto)
Auch in Israel ist die Sorge groß, Trump könnte einen „schlechten Deal“ abschließen. Ein Kommentator der Zeitung „Israel Hajom“ schrieb, das „absolute Minimum“ sei die Entfernung sämtlichen angereicherten Urans aus dem Iran. Sollte Israel im Rahmen des Deals seine Truppen aus dem Südlibanon abziehen müssen, wären das „sehr schlechte Nachrichten für die Bewohner Nordisraels“ und „sehr gute Nachrichten für die Hisbollah-Miliz“.
Die kommenden Tage werden zeigen, ob die Hoffnung auf Frieden eine echte Chance hat oder ob die widersprüchlichen Signale die Verhandlungen zum Scheitern bringen. (dpa/red)
Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.
