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+++ EILMELDUNG +++ Marius Borg Høiby Mette-Marits Sohn zu langer Haftstrafe verurteilt

+++ EILMELDUNG +++ Marius Borg Høiby Mette-Marits Sohn zu langer Haftstrafe verurteilt

Marius Borg HøibyMette-Marits Sohn zu langer Haftstrafe verurteilt

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Der Fall Marius Borg Høiby hat Norwegen monatelang in Atem gehalten. Jetzt ist das Urteil gegen den Sohn von Kronprinzessin Mette-Marit gefallen.

Showdown im wohl meistbeachteten Prozess der letzten Jahre in Norwegen: Ein Gericht in Oslo hat Marius Borg Høiby laut norwegischen Medien für eine Reihe von Straftaten zu vier Jahren Haft verurteilt. Das berichteten die Zeitungen „Verdens Gang“ und „Aftenposten“ übereinstimmend.

In dem Prozess, der von Anfang Februar bis Mitte März verhandelt worden war, war Høiby in 40 Punkten angeklagt gewesen. Die Staatsanwaltschaft hielt ihn in 39 Punkten für schuldig und wollte den Norweger für sieben Jahre und sieben Monate hinter Gittern sehen. Høibys Verteidiger hatten dagegen zum Abschluss der Gerichtsverhandlung einen Freispruch von den Vergewaltigungs-Vorwürfen gefordert und auf eineinhalb Jahre Haft für ihren Mandanten plädiert.

Sohn von Mette-Martit wegen Vergewaltigung verurteilt

Von zwei von insgesamt vier Vergewaltigungsvorwürfen nach norwegischem Recht sprach ihn das Gericht laut der Zeitung „Verdens Gang“ frei. Für die anderen zwei wurde er demnach verurteilt. Vier Frauen muss der Norweger eine Entschädigung zahlen, darunter zwei Ex-Freundinnen. Høiby verfolgte das Urteil aus gesundheitlichen Gründen nicht im Gerichtssaal mit, sondern über eine Videoschalte aus dem Gefängnis.

Mehrere der Taten hatte der 29-Jährige gestanden. Dabei geht es etwa um Fälle von Körperverletzung und Vandalismus, Verstöße gegen ein Kontaktverbot zu einer Ex-Freundin, die norwegische Medien nach dem Osloer Stadtteil Frogner „Frogner-Frau“ nennen, verschiedene Verkehrsdelikte sowie den Transport von 3,5 Kilo Marihuana.

Die vorgeworfenen Vergewaltigungen von vier Frauen, während diese schliefen, hatte er dagegen bestritten. Während er mit den Frauen zusammen war, hatte Høiby diese gefilmt und fotografiert. Foto- und Videoaufnahmen auf den Handys des Norwegers hatten in der Beweisführung der Staatsanwaltschaft eine wichtige Rolle gespielt. Die Verteidigung hatte während des Prozesses Zweifel an der Glaubwürdigkeit von einem der mutmaßlichen Opfer gesät.

Im August 2024 nahm die Polizei ihn zum ersten Mal fest. In der Wohnung seiner damaligen Freundin hatte er randaliert, gab später zu, der Frau gegenüber gewalttätig geworden zu sein. Im Laufe der Ermittlungen kamen immer mehr Vorwürfe ans Licht. Kurz vor dem Prozess nahm die Polizei Høiby erneut fest - er hatte gegen ein Kontaktverbot gegenüber seiner Ex-Freundin verstoßen. Seitdem sitzt der 29-Jährige in Untersuchungshaft.

Richter Jon Sverdrup Efjestad (M) im Gerichtssaal während der Urteilsverkündung im Verfahren gegen Marius Borg Høiby.

Copyright: Stian Lysberg Solum/NTB/dpa

Richter Jon Sverdrup Efjestad (M) im Gerichtssaal während der Urteilsverkündung im Verfahren gegen Marius Borg Høiby.

Wer ist Marius Borg Høiby?

Høiby ist der älteste Sohn von Kronprinzessin Mette-Marit und dem Norweger Morten Borg. Als er zwei Jahre alt war, traf seine Mutter den norwegischen Kronprinzen auf einem Festival. Høiby wuchs deshalb als Ziehsohn von Haakon und als großer Halbbruder der beiden gemeinsamen Kinder des Kronprinzenpaars, Prinzessin Ingrid Alexandra und Prinz Sverre Magnus, auf.

Er ist Teil der Königsfamilie, aber nicht des Königshauses und übernimmt auch keine offiziellen Aufgaben für die Royals. Høiby hat in der Vergangenheit offen über Drogensucht und psychische Probleme gesprochen. Einen Beruf übt er nicht aus.

Unter Tränen hatte Høiby in dem Prozess die Medien angeklagt, von denen er seit frühester Kindheit verfolgt worden sei. Sich selbst hatte er als „Monster“ in der öffentlichen Wahrnehmung und „Hassobjekt von ganz Norwegen“ bezeichnet.

Wie sehr hat der Skandal die Königsfamilie erschüttert?

In einer ohnehin schwierigen Zeit für die norwegischen Royals hat der Prozess gegen den Ziehsohn von Kronprinz Haakon die Familie zusätzlich belastet. Von der Gerichtsverhandlung haben sich Mette-Marit und Co. ferngehalten, Høiby aber regelmäßig im Gefängnis besucht. Die Kronprinzessin ist schwer krank und braucht dringend eine neue Lunge. Außerdem steht sie in Norwegen für ihre Freundschaft mit dem US-amerikanischen Sexualverbrecher Jeffrey Epstein seit Monaten in der Kritik.

Wie lief der Prozess?

In dem sieben Wochen langen Mammutprozess zwischen Anfang Februar und Mitte März traten neben Høiby selbst zahlreiche Zeugen auf, darunter Ex-Freundinnen, Freunde, Nachbarn, Bekannte, Forscher und Kriminalbeamte. Fotos und Videos auf den Handys des Norwegers spielten bei der Beweisführung eine wichtige Rolle. Hunderte SMS zwischen dem Angeklagten und den mutmaßlichen Opfern wurden verlesen und Internetsuchverläufe offengelegt. Dadurch wurden Details über Høibys Intimleben und Sexvorlieben bekannt. Mehrfach klagte der 29-Jährige unter Tränen die Medien an, ihn seit seiner Kindheit zu verfolgen, und nahm seine Eltern in Schutz.

Wieso sitzt Mette-Marits Sohn in U-Haft?

Kurz vor Prozessbeginn hatte Høiby erneut gegen ein Kontaktverbot gegenüber einer Ex-Freundin verstoßen und wurde festgenommen. Die beiden hatten sich in den Monaten vor der Verhandlung Medienberichten zufolge intensiv gesehen, obwohl schon ein Besuchsverbot bestand. Mehrfach versuchte Mette-Marits Sohn während des Prozesses und danach, aus der U-Haft freizukommen - notfalls mit elektronischer Fußfessel. Mit Verweis auf den verschlechterten Gesundheitszustand seiner Mutter hatte er es auch kurz vor der Urteilsverkündung noch einmal versucht, jedoch ohne Erfolg.

Kommt Høiby hinter Gitter?

Davon scheinen sowohl Staatsanwaltschaft als auch Verteidigung auszugehen. Die Anklage hatte zum Ende des Prozesses sieben Jahre und sieben Monate Haft für den royalen Ziehsohn gefordert. Høibys Anwälte hatten dagegen auf eineinhalb Jahre Haft für die Straftaten plädiert, die der Norweger eingeräumt hat. In Bezug auf die schwersten Anklagen - die Vergewaltigungsvorwürfe - forderten die Verteidiger einen Freispruch. Die Zeit in Untersuchungshaft soll nach dem Wunsch beider Seiten von der Haftstrafe abgezogen werden. (dpa)

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