Abo

+++ EILMELDUNG +++ Durchsuchung in Kölner Veedel Um 4.30 Uhr Einsatz mit Spezialkräften gestartet

+++ EILMELDUNG +++ Durchsuchung in Kölner Veedel Um 4.30 Uhr Einsatz mit Spezialkräften gestartet

„Man streitet nicht dauernd öffentlich herum“Winfried Kretschmann kritisiert bei Lanz Handeln der Koalition

Winfried Kretschmann zog bei „Markus Lanz“ nach 15 Jahren als Ministerpräsident Baden-Württembergs eine persönliche Bilanz.  (Bild: ZDF/ Cornelia Lehmann)

Copyright: ZDF/ Cornelia Lehmann

Winfried Kretschmann zog bei „Markus Lanz“ nach 15 Jahren als Ministerpräsident Baden-Württembergs eine persönliche Bilanz. (Bild: ZDF/ Cornelia Lehmann)

Bei „Markus Lanz“ rechnete Winfried Kretschmann mit dem politischen Stil der schwarz-roten Koalition ab. Statt Geschlossenheit und verlässlicher Absprachen erlebe man zu oft öffentliche Reibereien und Forderungen, die der Partner ohnehin nicht mittragen könne.

Der raue Ton in der deutschen Politik ist längst keine Momentaufnahme mehr. Bundeskanzler Friedrich Merz beklagte sich erst kürzlich im „Spiegel“ über die Angriffe auf seine Person und sagte: „Kein Bundeskanzler vor mir hat so etwas ertragen müssen.“ Für „Markus Lanz“ war das am Dienstagabend der passende Aufhänger, um in seiner Sendung über das politische Klima im Land, die Lehren aus der Corona-Zeit und den Zustand der aktuellen Regierung zu sprechen. Zu Gast war unter anderem Winfried Kretschmann, der nach 15 Jahren als Ministerpräsident Baden-Württembergs eine persönliche Bilanz zog.

Neben Winfried Kretschmann (l.) war auch Stephan Weil, SPD-Politiker und Ex-Ministerpräsident von Niedersachsen, bei „Markus Lanz“ zu Gast. (Bild: ZDF/ Cornelia Lehmann)

Copyright: ZDF/ Cornelia Lehmann

Neben Winfried Kretschmann (l.) war auch Stephan Weil, SPD-Politiker und Ex-Ministerpräsident von Niedersachsen, bei „Markus Lanz“ zu Gast. (Bild: ZDF/ Cornelia Lehmann)

In der ZDF-Sendung erklärte er, er gehe zwar „zufrieden aus dem Amt“, doch „ein Großteil“ seines Amtes sei „von schweren Krisen geprägt“ gewesen. Besonders präsent sei ihm dabei die Corona-Pandemie im Gedächtnis geblieben. Lanz fragte direkt nach: „Ist der Eindruck richtig, dass wir uns in Corona irgendwie verloren haben als Gesellschaft?“ Kretschmann nickte und antwortete mit ernstem Blick: „Ein Teil hat sich verloren. (...) Verschwörungserzählungen haben sich ausgebreitet bis hin in Kreise und Personen, wo ich das selbst für völlig undenkbar gehalten hätte.“ Gleichzeitig verteidigte Kretschmann seinen politischen Kurs in dieser Zeit.

Winfried Kretschmann: „Ich werde oft aufgefordert, mich zu entschuldigen“

Die Politikexpertin Melanie Amann ordnet bei Lanz das politische Wirken Winfried Kretschmanns und Stephan Weils (l.) ein. (Bild:  ZDF/ Cornelia Lehmann )

Copyright: ZDF/ Cornelia Lehmann

Die Politikexpertin Melanie Amann ordnet bei Lanz das politische Wirken Winfried Kretschmanns und Stephan Weils (l.) ein. (Bild: ZDF/ Cornelia Lehmann )

Mit Blick auf die strengen Maßnahmen sagte er: „Da habe ich mir echt nichts vorzuwerfen, das muss ich klipp und klar sagen. Ich werde oft aufgefordert, mich zu entschuldigen. In der Situation habe ich richtig gehandelt.“ Journalistin Melanie Amann bremste die Selbstgewissheit jedoch und verwies auf die anhaltenden gesellschaftlichen Gräben: „Trotzdem leben wir mit dem Problem, dass (...) Teile der Öffentlichkeit heute sagen: 'Das war gemein und wir fühlen uns bestätigt (...), dass das falsch war, was damals geschehen ist'.“

Lanz lenkte das Gespräch schließlich auf die Gegenwart - und auf den Ton, der seit Corona, wie er anmerkte, „deutlich rauer“ geworden sei. Melanie Amann stimmte zu, verband ihre Einschätzung aber mit einer Spitze gegen die heutige Bundesregierung. Vor allem Merz sah sie kritisch und sagte: „Dieser Mann kreist um sich selbst und ich weiß nicht, ob er dem Druck gewachsen ist, den dieses Amt mit sich bringt.“ SPD-Politiker Stephan Weil räumte ein, dass das Kanzleramt besondere Belastbarkeit verlange: „Wer Bundeskanzler wird, der muss ein dickes Fell haben.“ Zugleich verteidigte er Merz in einem Punkt, denn er habe „recht damit, dass (...) auch Bundeskanzler als Menschen (...) Anspruch auf Respekt haben und das teilweise völlig verloren gegangen ist“.

Winfried Kretschmann: „Ich weiß nicht, ob ich noch so lange lebe“

„Er macht ja vielleicht auch mehr richtig, als so im Allgemeinen öffentlich diskutiert wird“, so der SPD-Mann. Winfried Kretschmann blieb wiederum kritisch und blickte streng auf das öffentliche Auftreten der Koalition. Über Merz sagte er: „Man streitet nicht dauernd öffentlich herum. Man stellt nicht Forderungen auf, von denen man weiß, dass der Koalitionspartner das gar nicht machen wird. Das ist einfach schlechtes Handwerk!“ Deutliche Worte fand der Grünen-Politiker auch für die wirtschaftliche Lage im Süden des Landes. Die Krise in Baden-Württemberg beschrieb er als „einigermaßen dramatisch“, denn: „Wir haben einen massiven Arbeitsplatzabbau.“

Von dort aus weitete Kretschmann den Blick auf Deutschland insgesamt. Er warnte, große Teile der Gesellschaft seien „im Sicherheitsdenken“ und hätten „irgendwie das Gefühl dafür verloren“, „dass dieser Wohlstand hart durch Produktivitätsfortschritte“ erarbeitet werden müsse. „Wir sind nicht einfach selbstverständlich eine führende Industrienation“, mahnte er. Trotz aller Sorgen endete sein Ausblick nicht resigniert, sondern mit einem Appell: „Jetzt muss man einfach nach vorne gehen. (...) Wir müssen jetzt in die Infrastruktur investieren. Das kostet Geld, aber auf mittlere Sicht werden wir alle anderen hinter uns lassen. Ich weiß nicht, ob ich noch so lange lebe.“ Lanz reagierte sofort und konterte: „Sie leben noch ganz lange hoffentlich!“ (tsch)

Geschockte, ungläubige gesichter, nur eine grinst: Georgina Fleur (links) hat bei „Kampf der RealityAllstars“ (RTLZWEI) alles unter Kontrolle. Denkt sie. (Bild: RTLZWEI)

Show-Urgestein bleibt nur eine bittere Erkenntnis

„Krass, was mit Reality passiert ist!“