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„Kitchen Impossible“ Tim Raue spricht offen aus, wie sein Verhältnis zu Tim Mälzer ist

Tim Raue steht mit verschränkten Armen im Bild und lacht in die Kamera.

„Nieren, Genitalien, Würmer und alles, was in unserem Kulturkreis als Haustier gilt“, würden bei Tim Raue niemals auf den Tisch kommen, erzählt er im Interview mit EXPRESS.de.

Sie sind beste Freunde und große Konkurrenten: Tim Mälzer und Tim Raue. Am 3. April 2022 sind sie mal wieder als Gegner bei „Kitchen Impossible“ zu sehen.

Er ist der größte Gegner von „Kitchen Impossible“-Gastgeber Tim Mälzer (51) – und zugleich sein bester Freund: Sternekoch Tim Raue (47) fällt mit lockeren Sprüchen und der ein oder anderen überkochenden Emotion auf.

Mit EXPRESS.de sprach Tim Raue über die Folgen der Corona-Pandemie für die Gastronomie, Ausraster im TV, seine besondere Freundschaft zu Tim Mälzer, kulinarische Weltreisen – und darüber, was er im Rheinland am liebsten isst.

Denn Raue ist einmal mehr im großen „Best-Friends-Special“ von „Kitchen Impossible“ (Sonntag, 3. April, 20.15 Uhr, VOX) zu sehen.

„Kitchen Impossible“: Starkoch Tim Raue über die Corona-Pandemie

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Corona hat uns alle schwer getroffen, besonders hart war es für Gastronomen. Hat die Pandemie Ihre Sicht auf Ihren Beruf verändert?

Tim Raue: Ich bin weiter mit voller Überzeugung Koch und Gastronom. In den vergangenen zwei Jahren war es jedoch wichtiger denn je, mit unternehmerischer Flexibilität und Kreativität neue Konzepte zu realisieren.

Im TV erlebt man Sie durchaus auch mal als aufbrausend – beispielsweise, wenn Kollege Mälzer Sie nervt. Werden Sie auch in Ihrer Küche noch laut?

Tim Raue: Emotionen machen mich aus, sie leiten mich und ich bringe sie zum Ausdruck, das kann für empfindsame Menschen manchmal zu viel sein. In der Küche herrscht vor allem Konzentration, das gilt auch für mich.

Tim Mälzer (l.) und Tim Raue liegen in Liegestühlen.

Beste Freunde und Konkurrenten: Bei „Kitchen Impossible“ geht es nicht nur gechillt zu. Es kracht mitunter ordentlich zwischen Tim Raue und Tim Mälzer.

Am 3. April  sind Sie wieder in der Best-Friends-Edition von „Kitchen Impossible“ zu sehen. In der Vox-Show beschimpfen Sie sich mit Mälzer durchaus „zünftig“. Dann gibt es wieder sanfte Töne von Ihnen, wenn sie Mälzer als Freund beschreiben. Wie ist Ihr Verhältnis, wenn die Kameras nicht laufen?

Tim Raue: Wir sind Freunde.

Essen Sie beide oft gemeinsam?

Tim Raue: Bei den Dreharbeiten essen und trinken wir sehr oft und sehr viel ...

Mit was provozieren Sie Tim Mälzer am liebsten? Und womit lockt er sie aus der Reserve?

Tim Raue: Wir sind beide unbändig ehrgeizig und haben eine besondere Chemie miteinander, da führt immer eins zum anderen.

Gibt es generell einen Vorwurf, den man Ihnen mal gemacht hat, den Sie so gar nicht ertragen können?

Tim Raue: Ich reflektiere mich, meine Handlungen und meine Aktionen ständig und bekomme aus allen Richtungen Feedback. Da gilt es zwischen sachlicher Kritik und Emotionen – und auch Beschimpfungen – abzuwägen, wie ich darauf reagiere. Es hilft, das meiste zu ignorieren, vor allem auf sich zu hören und den Menschen im engsten Umfeld zuzuhören.

In Ihrer TV-Sendung „Herr Raue reist! So schmeckt die Welt“ sind Sie rund um den Globus unterwegs. Was war Ihr absolutes Lieblingsziel?

Tim Raue: Alle sechs Ziele waren grandios. In Mexiko City habe ich die allerleckersten Churros gegessen, die waren himmlisch. Und mein Freund Jorge Vallejo vom „Quintonil“ hat mir eines der besten Essen meines Lebens gekocht. Istanbul hat mit seiner Gastfreundschaft und seiner traditionellen türkischen Küche begeistert, Phuket hat mir einen magischen Sonnenuntergang beschert und eine unfassbar aromatische Seafood-Küche. New Orleans gab mir die Möglichkeit, die Schärfe meines Lebens zu besuchen – Tabasco! Madrid hat mich mit seiner Würde beeindruckt und seiner gelassenen Tapas-Küche. Sizilien ist meine Heimat  – und die Liebenswürdigkeit der Menschen und ihre sonnige Küche haben mich wie immer im Sturm erobert.

Tim Raue (vorne links) und sein Team lächeln in die Kamera.

Tim Raue (vorne links) und sein Team halten mit dem Restaurant „Tim Raue“ in Berlin-Kreuzberg zwei Michelin Sternen und 19,5 Gault-Millau-Punkte.

Und wo war es kulinarisch eher ein Graus?

Tim Raue: Man kann überall das Haar in der Suppe finden, man muss deswegen aber kein Drama machen, sondern das ein oder andere probieren und dann einfach stehen lassen. Ich mache zukünftig definitiv einen Bogen um alles aus gebackenem Maismehl, das liegt wie Betonklötze in meinem Magen.

Was überrascht Sie auf Ihren Reisen am meisten?

Tim Raue: Wenn Vorurteile widerlegt werden, die uns medial so oft aufgetischt werden, dass wir ein verzerrtes Bild eines Landes haben. Natürlich gibt es Drogen und Gewalt in Mexiko City – wir haben aber eine sehr saubere Stadt vorgefunden und sehr großzügige Menschen getroffen. Essen ist ihr täglich Brot – und das geht durchaus auch auf die Hüften.

Wie streng achten Sie selbst auf Ihre Ernährung?

Tim Raue: Da habe ich in der ersten Staffel versagt! Ich habe bei den Dreharbeiten sieben Kilo zugelegt. Ich esse teilweise bis zu sechsmal am Tag – und abends geht es mit dem Team noch zum Dinner. Da werde ich in Zukunft ein Alternativkonzept verfolgen: Morgens Sport, über den Tag nur probieren, nicht essen, und abends „Dinner canceling“.

Dürfen Freunde und Familie eigentlich noch für Sie kochen?

Tim Raue: Ich liebe es in Restaurants zu gehen, bin gerne Gast. Vor allem bin ich entspannt und meckere nicht rum.

Wie sehen Sie den Veggie- und Vegantrend?

Tim Raue: Wir müssen unsere Ernährung ändern, unser tierischer Konsum hat Überhand genommen. Und es gibt nun mal Gäste, die mit einem Fleischersatzprodukt besser klarkommen als ohne. Für mich ist die Textur elementar, ich möchte in etwas beißen, das sich für mich gut anfühlt.

In der Pandemie haben viele wieder das Kochen entdeckt und einige haben das, was Sie durch weniger Ausgehen gespart haben, in bessere Lebensmittel gesteckt. Ist ein Trend zu mehr Qualitätsbewusstsein in Deutschland erkennbar oder ist das doch nur ein Wunschtraum?

Tim Raue: Das ist eine bestätigte Entwicklung, die großartig ist!

Wenn Sie mal bei uns im Rheinland sind – was essen Sie dann auf jeden Fall?

Tim Raue: Wir drehen öfters in Köln – und dann muss es für mich Himmel un Ääd geben!

„Kitchen Impossible“: Ehrgeiz wird bei Tim Raue großgeschrieben

Tim Raue, geboren am 31. März 1974 in Berlin, wuchs in einfachen Verhältnissen auf. 1991 machte er seine Kochausbildung im Restaurant „Chalet Suisse“. 1997 wurde er Küchenchef im Restaurant „Rosenbaum“, 2002 im Restaurant „44“ im Berliner Swissôtel.

2007 kürte ihn der Gault-Millau zum „Koch des Jahres“, das Restaurant „44“ wurde mit einem Stern ausgezeichnet. 2008 wurde Raue dann kulinarischer Direktor der Adlon-Collection. Dort eröffnete er die Restaurants „Ma Tim Raue“ (ein Stern), „Uma“ und die „Shochu Bar“.

Im September 2010 eröffnete er das „Restaurant Tim Raue“ in Kreuzberg (2 Sterne), außerdem besitzt er das „Studio tim raue“, das „Sra Bua by Tim Raue“ und das „La Soupe Populaire“. Raue wirkt in diversen TV-Produktionen mit, dazu gehören „Herr Raue reist!“, „Kitchen Impossible“, „The Taste“ und „Ready to Beef!“. Tim Raue ist verheiratet und lebt in Berlin.

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