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„Höhle der Löwen“ Bitteres Urteil für Geschäftsidee – „Glaube nicht, dass ihr das ganze Jahr überlebt“

V.l.: Sie erhoffen sich ein Investment von 75.000 Euro für 20 Prozent der Anteile an ihrem Unternehmen.

In der Sendung „Die Höhle der Löwen“ präsentieren Jonas Bräuer, Erik Lachmann und Jonas Möslein aus Leipzig mit „Grillaxed“ einen Grillerlebnis-Lieferservice.

Ein Pitch, der eigentlich den Frischfleisch-Hunger der Raubkatzen in der VOX-Gründer-Show wecken sollte. Ausgestattet mit Shirts, Shorts und Hosenträgern entfachten drei Leipziger Grill-Begeisterung im Studio. Doch ihr Zahlenwerk lag dann doch schwer im Magen.

Diese drei Freunde wissen, wie man Deutschland gute Laune macht - mit verheißungsvollem Grill-Gebrutzel. Und dazu natürlich ein gut gekühltes Sommergetränk. Jonas Bräuer (34), Jonas Möslein (39) und Erik Lachmann (38), das Gründertrio von „Grillaxed“ aus Leipzig, hatte schon beim Einlaufen in die VOX-Löwenhöhle die Sympathien ganz bei sich.

Immerhin setzten die Kumpel-Typen, die mit ihren legeren kurzen Jeans, den weißen Shirts und den knallroten Hosenträgern, gar nicht unbedingt wie Unternehmer aussahen, auf eines der absoluten Lieblingsthemen der Deutschen: das Grillen.

Notorischer Haken: der große logistische Aufwand, wenn man etwa mit Freunden in einem Park oder an einem Flussufer grillen möchte. Neben einem funktionstüchtigen Grill müssen Kohle und Lebensmittel gekauft und angeschleppt werden. Und zum Schluss muss man natürlich wieder aufräumen und den Müll wegbringen. „Das hat mit Leichtigkeit und Spontaneität nichts mehr zu tun“, meint Jonas Bräuer.

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„Die Höhle der Löwen“: Unternehmer stellen Lieferservice fürs Grillen vor

Während etwa eine Pizza schnell über das Smartphone bestellt werden kann, gibt es die Möglichkeit für kurfrizstige Grillgelüste nicht. Hier kommt Grillaxed ins Spiel. „Spontan Grillen? Für das Problem hat das Internet noch keine Lösung“, sagte Jonas Möslein - und löste dann das Rätsel um das Lastenfahrrad, den Anhänger und die rot lackierten Boxen auf der Bühne auf. „Grillaxed“ ist ein Lieferservice für das Grillerlebnis. Alles, was für die fröhliche Brutzelei nötig ist, wird schnell und relaxt geliefert, versprechen die drei Kurze-Hosen-Unternehmer. „Wir sind echte Auftragsgriller.“

Die drei stehen für den Rundum-Sorglos-Service für Grillfreunde. Per Lastenfahrrad werden spezielle rote Grillboxen angeliefert, die einen Grill, Anzünder, eine Grillzange, Geschirr und Besteck enthalten. Und natürlich die Grillware, die man vorher über ein Handy ausgewählt hat - sowie kalte Getränke.

„Die Höhle der Löwen“: Gründer haben erstaunlich niedrige Preisforderung

„Das Herzstück unserer Box ist der Holzkohlegrill. Dank neuster Technik ist er sowohl raucharm als auch funkenflugfrei sowie innerhalb von fünf Minuten auf Betriebstemperatur“, behauptete Erik Lachmann. Und das Beste am „Grillaxed“-Erlebnis: „Nach dem Grillen holen wir alles wieder ab, inklusive dem Müll. So bleiben die Parks schön sauber und die Kunden können ganz relaxt bleiben.“

Eine runde Sache - mit durchdachten Leistungen und wirklich schönem Design. Ein gefundenes Fressen, ein echter Löwen-Happen, sollte man meinen. Vor allem, weil auch die Preisforderungen der Leipziger - 75.000 Euro hätten sie gerne für 20 Prozent ihre Firmenanteile gehabt - überschaubar wirkten.

„Die Höhle der Löwen“: Carsten Maschmeyer genervt - „Ich glaube nicht an die Profitabilität“

Doch dann schlug ausgerechnet das Zahlenwerk den Raubtieren auf den Magen: Bislang ist „Grillaxed“ nur in Leipzig vertreten. Andere deutsche Großstädte sollen rasch folgen. In drei Monaten in der Sachsen-Metropole hatten sich 800 Kunden gefunden, was bei durchschnittlich vier Essern und Trinkern pro Bestellung allerdings dann doch nur rund 200 Aufträgen entspricht. „Dann ist es ja noch weniger“, stöhnte Carsten Maschmeyer ziemlich enttäuscht. Er zog sich als erster Investor latent genervt wieder zurück. „Ich glaube nicht an die Profitabilität.“

Tatsächlich dürft es schwer - und teuer - werden, den sympathischen Grill-Service auf dem Lastenfahrrad im großen Stil zu „skalieren“, wie es im Business-Sprech immer so schön heißt. Die Logistik ist komplex, der Personalbedarf - allein für die Ausfahrer - enorm. „Das ist mir zu riskant“, sagte dann auch Nico Rosberg und stieg aus. „Es ist schwer zu sehen, wann du Geld verdienst“, formulierte dann auch Judith Williams - bei aller Grillbegeisterung und Sympathie für die Leipziger Jungs - ihre Zweifel.

Die Höhle der Löwen: Hartes Urteil von Nils Glagau - „Glaube nicht, dass ihr das ganze Jahr überlebt“

Nils Glagau, der zuvor die fahrbaren Grill-Einheiten so neugierig in Augenschein genommen hatte, rang am längsten mit sich. „Großes Lob“, sprach er aus, „weil Ihr Freiheitsliebe mit Grillgenuss verbindet“.

Allerdings meinte der erfahrene Serien-Investor dann aber auch: „Ich glaube nicht, dass Ihr das ganze Jahr überlebt.“ Immerhin ist Grillen ja doch ein Saison-Geschäft. Und die deutschen Sommer sind - leider - oft kurz. Ein Argument, dem sich dann auch Dagmar Wöhrl anschloss. „Allein könnt Ihr davon nicht leben“, sagte sie. Kein Deal also für „Grillaxed“.

Die Leipziger nahmen die komplette Zurückweisung mit Gelassenheit. Und mit Humor. „Das Outfit hat gestimmt“, sagten sie über ihre etwas gewagten Hosen.

„Die Höhle der Löwen“: Judith Williams skeptisch - „Da kannst du so viel Geld verbrennen“

Das Schlusswort der liebenswerten Sendung, in der zuvor auch die Gründer des Hanfextrakt-Beauty-Linie „This Place“ ohne Deal abziehen mussten, hatte Judith Williams: „Nette Jungs“, sagte sie über die „Auftragsgriller“ aus Sachsen. „Aber da kannst du so viel Geld verbrennen.“

Kein Problem, die Löwen zu überzeugen, hatte dagegen schon gleich zu Beginn der Sendung die in Deutschland lebende Thailänderin Pim Ampikitpanich, die ihre köstlichen Kochbox-Mischungen „Konkrua“ mit Georg Kofler groß machen möchte.

Familienvater Roman Römmich, der mit „Imagine Playhouse“ (nach Aufzeichnung der Sendung umbenannt in: "ImagiNew Playhome") fantasievolle Kinder-Spielhäuser vermarkten will, schloss einen Deal mit Ralf Dümmel ab. Und Carsten Maschmeyer sowie Georg Kofler begeisterten sich für das Potenzial von edlen Keego-Titan-Trinkflaschen für Sportler. (tsch)

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