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„Er war ein toller Kerl“Franz Müntefering schwärmt bei „Maischberger“ von Ex-Kanzler Gerhard Schröder

Franz Müntefering wünscht sich einen Politiker wie Gerhard Schröder wieder an der Spitze der Regierung. (Bild: WDR/Oliver Ziebe)

Copyright: WDR/Oliver Ziebe

Franz Müntefering wünscht sich einen Politiker wie Gerhard Schröder wieder an der Spitze der Regierung. (Bild: WDR/Oliver Ziebe)

Für Kanzler Friedrich Merz forderte Franz Müntefering bei „maischberger“ Hilfe von allen Parteien. Für Lars Klingbeil fand er dankende Worte. Ins Schwärmen geriet der Ex-SPD-Chef bei Altkanzler Gerhard Schröder: „Ich würde mir wünschen, wir hätten so einen an der Spitze“.

„Muss besser werden“, lautete das Urteil von Franz Müntefering angesichts des jüngsten Wahldebakels seiner Partei in Baden-Württemberg. Seinem Ruf als „Meister der kurzen Worte“, wie ihn Sandra Maischberger bezeichnete, wurde der ehemalige SPD-Vorsitzende und Vizekanzler damit mehr als gerecht. Man dürfe sich nicht „verstecken, weil etwas schiefgelaufen ist“, sagte er. Vielmehr müsse man gerade in der weltpolitisch schwierigen Lage den jungen Leuten vermitteln, sich auch um andere Menschen zu kümmern. „Wer könnte das, wenn nicht die Sozis“, sagte er und wurde vom Publikum mit Applaus belohnt.

„Besser werden“ müssten auch die Sozialdemokraten selbst. Zwar dankte Müntefering Co-Parteichef Lars Klingbeil, dass er nach der Niederlage bei der Bundestagswahl 2025 Verantwortung übernommen habe. Enthusiastischer beschrieb er allerdings einen anderen Politiker, nämlich den ehemaligen SPD-Bundeskanzler Gerhard Schröder: „Er war schon ein toller Kerl“, blickte er auf die gute Zusammenarbeit zurück: „Ich würde mir wünschen, wir hätten so einen wieder an der Spitze“.

Ob er damit von seiner Partei im Besonderen oder von der Bundesrepublik im Allgemeinen gesprochen hat, blieb unklar. Der Amtsinhaber Friedrich Merz (CDU) habe seine „Rolle recht gut angenommen“, so der 86-Jährige. „Man muss ihm helfen dabei“, richtete er seinen Appell an „die ganze Regierung, die ganzen Parteien, alle, die Demokratie wollen“. Merz sei bereit, eine gute demokratische Politik zu machen. „Und wir dürfen nicht alle da rumstehen und hämisch lachen (...), sondern helfen.“ Dafür seien genug Leute da - und „bei Maischberger hören ja alle zu“, meinte er verschmitzt.

All denjenigen wollte er noch einen anderen Rat mitgeben: Beim Renteneintritt plädierte Müntefering an die Regierung, Unternehmer und Arbeitnehmer eine größere Flexibilität zu geben. „Wenn man das noch hinkriegt, wäre das ein schöner Satz, den man machen könnte.“ Müntefering zeigte sich zuversichtlich, dass es seine SPD zu seinem 100. Geburtstag in 14 Jahren noch gibt - „mit besserem Hintergrund als im Augenblick“, betonte er. „Wir kommen aus der Kurve raus“, gab er sich optimistisch, „Wie“, das konnte und wollte er der Moderatorin aber nicht verraten. Eines ist sicher: „Ich habe einen Plan.“

Die Nato: Sicherheitrückgrat mit Bandscheibenvorfall?

Auch Jan van Aken, Parteivorsitzender der Linken, und FDP-Politikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann (Mitte) diskutierten bei „Maischberger“ über die politische Weltlage. 
 (Bild: WDR/Oliver Ziebe)

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Auch Jan van Aken, Parteivorsitzender der Linken, und FDP-Politikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann (Mitte) diskutierten bei „Maischberger“ über die politische Weltlage. (Bild: WDR/Oliver Ziebe)

Nach einem Plan sehnen sich auch viele im US-amerikanischen-israelischen Angriffskrieg gegen den Iran. „Das Problem ist, die Amerikaner haben keinen Plan, sie haben selten einen Plan“, erklärte die FDP-Politikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann. In einer zweiten Runde diskutierte die Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im Europaparlament mit Linken-Parteivorsitzenden Jan van Aken über die Frage, ob Deutschland in diesen Krieg hineingezogen werden kann. Schließlich habe US-Präsident Donald Trump von den Nato-Ländern gefordert, die wichtige Straße von Hormus zu sichern.

„Ich sehe kein deutsches Schiff dort“, sagte Strack-Zimmermann. Weder Bundeskanzler Merz wolle das, noch glaube sie an eine Mehrheit im deutschen Bundestag. Auch van Aken schloss eine Einmischung Deutschlands aus - „für die nächsten Wochen“, wie er hinzufügte, denn „wenn sich das mehrere Monate hinzieht, ist alles möglich.“ Deshalb müsste man die Sicherheit europäisch denken und sich nicht auf die USA verlassen, meinte er unter Applaus.

„Ich freue mich, dass Sie das so sagen“, zeigte sich Strack-Zimmermann überrascht, denn „kein Linker sagt das.“ Derzeit seien die Länder allerdings nicht in der Lage, Europa zu verteidigen. „Die Nato ist unser Sicherheits-Rückgrat“, betonte sie.

„Dann haben wir einen akuten Bandscheibenvorfall“, griff van Aken das Bild auf. Widerspruch von Strack-Zimmermann blieb aus. Im Gegenteil: Wie öfters an diesem Abend waren die beiden Politiker einer Meinung. Auch dass Deutschland in die nukleare Verteidigung investieren sollte, hielten sie für eine fehlgeleitete Debatte - der Linke aus moralischen Gründen (“Atomwaffen sind geächtet“), die FDP-Politikerin brachte hingegen wirtschaftlich-praktische Argumente: Es sei zu teuer und man solle konventionell Aufrüsten.

Nur bei der Frage der Wehrpflicht prallten dann doch die Welten aufeinander: Strack-Zimmermann sprach sich für eine Musterung von Frauen: „Warum sollen wir 50% der Bevölkerung nicht mustern?“ Van Aken wollte „100%“ nicht mustern und hielt eine Finanzierung des Freiwilligen Sozialen Jahres für effektiver als Zwang. „Die Frage ist nicht, wollen Sie zur Bundeswehr, sondern wärst du bereit, dich zu wehren, wenn deine Familie und dein Heim angegriffen werden?“, lenkte die Europa-Politikerin den Fokus aufs Wesentliche, oder anders gefragt: „Wir beide gehen in den Park“, schilderte sie eine konkrete, wenn auch unwahrscheinliche Situation.

Van Akens Antwort kam wie aus der Pistole geschossen: „Ich würde Sie verteidigen“, versicherte der Linken-Chef. (tsch)

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