DSDS 2022 „Deutscher Superstar“ motzt über Jury: „Die Leute haben keine Ahnung“

Der DSDS-Kandidat Riccardo Paolino aus Düsseldorf erklärt sich vor der Jury selbst zum deutschen Superstar.

Der DSDS-Kandidat Riccardo Paolino aus Düsseldorf erklärt sich vor der Jury selbst zum deutschen Superstar.

Diese Jury von „Deutschland sucht den Superstar“ gibt wirklich alles: Sie richtet Mikrofongalgen, schunkelt und grölt mit, begleitet am Klavier. Aber klar: Irgendeiner hat immer was zu motzen.

Die vierte Casting-Folge von „Deutschland sucht den Superstar“ bot Überdurchschnittliches. Vielleicht nicht unbedingt an Einschaltquoten, dafür aber, was die Gesangsleistungen der gezeigten Kandidaten angeht. Fünf von neun schafften es in den Recall und drei von diesen werden die TV-Fans dann demnächst während der Sangesreise gen Italien wiedersehen.

Julia Haß (20), Raphaela Spirydowicz (27) und Daniel Muhadzeri (25) bekamen eines von insgesamt nur 25 Tickets für den Auslands-Recall, der in Apulien stattfinden wird. Am Absatz von Italien wird sich also nicht der Bodensatz der 19. DSDS-Staffel, sondern deren Crème de la Crème messen und um den Einzug in die Live-Shows kämpfen.

DSDS: Kandidat Riccardo erklärt sich zu deutschem Superstar

Riccardo Paolino (25) wird dann nicht dabei sein. Das ist, wenn man ihn so hörte, nicht überraschend. Er empfindet es als „schade für Deutschland“, denn er hielt sich schon vor dem Auftritt für „den deutschen Superstar“. Bei einem Rapper, bei dem Selbstbewusstsein und Selbstüberschätzung dramatisch Hand in Hand gehen, war es auch kein Wunder, dass die wahren Schuldigen für sein Aus schnell gefunden waren: „Die haben keine Ahnung von Musik, die Leute“, motzte er der Jury hinterher, nachdem er den Glaskubus verlassen hatte.

Alles zum Thema Florian Silbereisen

„Oioioi, Riccardo. Also mit dem Rappen brichst du keine Herzen, das ist mal klar. Und im Gesangsteil kam gar nix, nicht ein einziger Ton.“ Selbst Florian Silbereisen, dem wandelnden Versuch, wirklich jedem Honk was Nettes mit auf den Weg zu geben, kam an seine Grenzen.

Es gab drei glasklare Neins für Riccardos „Leistung“ bei „Ich brech die Herzen“ (Kay One). Der Macho-Rapper blickte dann nur auf eine gnädig zurück: „Nur die Dame war nett.“ Wie sie heißt (Ilse DeLange, Anm. d. Red.), wusste er nicht. Wann das Mikro aus war, auch nicht: „Voll die Blamage, ich schwör ... Was, ist die Kamera noch an?“

DSDS: Liebeserklärung für Ilse DeLange

Dass man auch artig zur Jury sein kann, demonstrierte Daniel Muhadzeri. Der 25-jährige Barbier aus Wien hat zwar The Look (und die wohl blauesten Augen der ganzen Staffel, was auch Ilse DeLange auffiel), aber mit dem Sound haperte es. Also eher mit der Nervosität, denn singen kann er. „Du hast eine geile Stimme, aber keine Ahnung, wie du die nutzen musst“, umschrieb DeLange. Toby Gad, laut RTL so ziemlich „se greatest Hitmaker-Produzent of se world“, urteilte klarer: „Das klingt nach sehr viel Arbeit. Dein Timing ist ne Katastrophe.“

Dann kam wieder diese Gutmenschen-Attitude der neuen Jury durch. Mit allen Mitteln wurde dem lampenfiebrigen Daniel geholfen. Toby Gad setzte sich begleitend ans Klavier, DeLange und Silbereisen machten einen auf Rhythmus-Fraktion - und Daniel schwamm trotzdem (oder erst recht). „Mann, Daniel, du willst hier zu DSDS und wackelst rum“, platzte dem Schlager-Titan beinahe der Kragen. Aber nur beinahe, denn er gab dann doch ("Der hat was!") ein Ja. Toby Gad blieb beim Nein. Die Rettung flötete in Gestalt von Ilse DeLange das erlösende „Ja“ zum 2:1 und dem Einzug in den Recall. Daniel aus vollstem Herzen: „Ich liebe dich!“

Auch bei anderen gab die Jury tatkräftige Hilfestellung. Milad Hakimi rettete sie nicht. Der supersympathische Typ ist ein absoluter Sunnyboy und man wünschte wirklich, dass er hätte singen können - er konnte es nicht. Lisa Diringer dagegen hatte die Hilfestellung gar nicht nötig. Als sie „If I Ain't Got You“ von Alicia Keys eilte Toby Gad erneut ans Klavier, um zu unterstützen.

DSDS: Hexenmeisterin überzeugt Jury nicht 

Wenn sie sich auf sein Spiel eingelassen hätte, wäre sie wohl geflogen - denn bei diesem „Duett“ war nur Lisas Gesang Recall-würdig. Bei „Deutschland sucht den Superpianisten“ wäre Toby dagegen wohl rausgeflogen. Eigentlich aber kein Wunder: „Ich hab das noch nie gespielt.“ Julia Haß drehte den Spieß um und ließ die Jury bei einer Fitness-Einheit mit Squats (Kniebeugen) leiden.

Letzten Endes ist das Trio am Pult immer noch auf dem Weg, sich einzugrooven. Immerhin: Hanebüchen unverständliche Entscheidungen, wie sie die früheren Jurys teilweise trafen, blieben auch diesmal aus, auch wenn man trefflich darüber streiten kann, ob nicht auch Kim Janas und/oder eben Lisa Diringer ein Ticket fürs Ausland verdient gehabt hätten.

Und: Die Jury ist nicht bestechlich und trotzt sogar der Magie! Hobby-Hexenmeisterin Pia Hafermas (26) konnte sich jedenfalls nicht in die nächste Runde zaubern. Erst räucherte sie die „eventuell vorhandene“ negative Energie aus und dann hinterließ sie mit ihrem Vortrag leider keinen magischen Eindruck. Da hätte der Harry-Potter-Fan vielleicht doch den Sonorus-Zauber einsetzen sollen, um die eigene Stimme zu stärken.(tsch)

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