Die Verkäuferinnen konnte nur noch sprachlos mit ansehen, wie sich die Händler um ihr Kunstwerk gegenseitig überboten.
„Bares für Rares“-Gast will nur einen Hunderter für ihr Gemälde - und erhält mehrere tausend Euro dafür

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„Der Sehnsuchtsort manch eines Menschen: die Berge“, versank Horst Lichter im Blau und Weiß des Gemäldes. Diese Sehnsucht schien auch das „Bares für Rares“-Händlerteam zu plagen, denn die Gebote stiegen rasant in die Höhe. (Bild: ZDF)

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Verkäuferin Monika wollte nur 100 Euro für ihr Bild, Expertin Bianca Berding schätzte das Gemälde von Albert Nyfeler auf 800 bis 1.200 Euro. (Bild: ZDF)
„Der Sehnsuchtsort manch eines Menschen: die Berge“, versank Horst Lichter in der Freitagsausgabe von „Bares für Rares“ im Blau und Weiß eines Gemäldes. Monika aus Niederkassel, die ihre Tochter Petra mitgebracht hatte, wusste ganz genau, wie das Bild in den Familienbesitz kam: „Das war ein Geschenk zu meiner Kommunion im April 1965 an meine Eltern.“
„Mein Onkel ist ein Lötschentaler gewesen und meine Tante eine Bonnerin, und die haben das Bild meinen Eltern geschenkt“, erklärte Monika das Bergmotiv, das das Lötschental bei bestem Wetter zeigte. „Wie Menschen darauf kommen, sowas einem Kommunionskind zu schenken“, erinnerte sich Horst Lichter an seine eigene kuriose Ausbeute. „Ich bekam - es ist wirklich kein Witz - zwölf Gummibäume, an die 30 Schachteln Pralinen und an Geld 28 Mark.“

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Julian Schmitz-Avila (links) und Davis Suppes (rechts) lieferten sich ein Wettbieten, das Schmitz-Avila bei 2.800 Euro gewann. (Bild: ZDF)
Wie sich bei der Expertise herausstellen sollte, war das Gemälde von Albert Nyfeler eine großzügige Gabe. „Diese Farbenpracht des Bildes, die ist phänomenal“, schwärmte die Expertin Dr. Bianca Berding. Das Blau des Himmels erinnerte sie an das berühmte Yves-Klein-Blau.
Einzig der Rahmen wies Mängel auf. „Ich vermute sehr, sehr stark, dass das mal längere Zeit im Keller gestanden hat?“, interpretierte die Expertin die Wasserspuren. Die Verkäuferin nickte, aber „es war immer eine Decke drüber“. Das erklärte den guten Zustand der Farben. „Das Bild ist so gut erhalten, obwohl es im Keller war. Das könnte gestern gemalt worden sein“, fand Bianca Berding.
„So ein Blau, das muss man erst einmal hinbekommen“

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Welche Rarität außerdem zum Verkauf angeboten wurde: der Ring mit einem Emaillebild aus den 1920er-Jahren und einem Schätzwert von 700 bis 900 Euro. Der Verkäufer wäre mit „80 Euro vom Waldi“ zufrieden gewesen, doch Walter Lehnertz bezahlte sogar 250 Euro. (Bild: ZDF)
„Preiswunsch?“, fragte Horst Lichter. „100 Euro?“, meinte Monika. Berding sah weit mehr: „Albert Nyfeler ist in der Schweiz ein bekannter Name. Der wird in der Schweiz wirklich gut und solide und durchgehend gut gehandelt.“ Der Schätzwert für den deutschen Kunstmarkt lag bei 800 bis 1.200 Euro. Monika war überrascht: „Hätte ich niemals gedacht!“

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Die Hängeleuchte „Luzette“ von Designer Peter Behrens aus der Zeit um 1920 schätzte Sven Deutschmanek auf 500 bis 600 Euro. Den gewünschten Preis von 450 Euro wollte niemand ausgeben. (Bild: ZDF)
„Das Blau ist schon Wow!“, fand Händlerin Lisa Nüdling. „Wieso trennt man sich denn freiwillig von so einem schönen Himmel?“, fragte sich Julian Schmitz-Avila. „So ein Blau, das muss man erst einmal hinbekommen“, fühlte sich auch David Suppes magisch angezogen.
Schmitz-Avila kannte sich mit dem Maler aus: „Dieses Motiv ist von ihm das beliebteste, das begehrteste, das teuerste.“ Suppes startete mit 700 Euro. Danach gab es kein Halten mehr. Schmitz-Avila und Suppes lieferten sich ein Wettbieten. Bei 2.600 Euro fragte Suppes nach der Expertise. Da die Verkäuferinnen den Schätzpreis nicht verraten mussten, beschlossen sie grinsend: „Dann schweigen wir gerne.“

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Die Bronzestatuette „Der Bücherwurm“ von Carl Hans Bernewitz aus der Zeit zwischen 1917 und den 1930er-Jahren hatte einen Wert von 500 bis 750 Euro. Jos van Katwijk schnappte sich die Figur für 350 Euro. (Bild: ZDF)
Bei 2.800 Euro überließ Suppes das Gemälde seinem Kollegen. Monika und Petra freuten sich über die unerwartete Summe: „Unbeschreiblich!“
„Bares für Rares“: Hängeleuchte aus den 20er-Jahren wird zum Ladenhüter

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Der funktionsfähige Kraftmesser „Globus“ aus den 1930er-Jahren wurde auf 700 bis 800 Euro geschätzt. Walter Lehnertz machte mit 750 Euro das höchste Gebot. (Bild: ZDF)
Weitere Rarität, die am Freitag zum Verkauf angeboten wurden: ein Ring mit einem Emaillebild aus den 1920er-Jahren und einem Schätzwert von 700 bis 900 Euro. Der Verkäufer wäre mit „80 Euro vom Waldi“ zufrieden gewesen, doch Walter Lehnertz bezahlte sogar 250 Euro.
Die Hängeleuchte „Luzette“ von Designer Peter Behrens aus der Zeit um 1920 schätzte Sven Deutschmanek auf 500 bis 600 Euro. Die Verhandlung kam nur schwer in die Gänge. Den gewünschten Preis von 450 Euro wollte niemand ausgeben.
Die Bronzestatuette „Der Bücherwurm“ von Carl Hans Bernewitz aus der Zeit zwischen 1917 und den 1930er-Jahren hatte einen Wert von 500 bis 750 Euro. Walter Lehnertz wollte nicht mehr als 320 Euro ausgeben, also schnappte sich Jos van Katwijk die Figur für 350 Euro.
Der funktionsfähige Kraftmesser „Globus“ aus den 1930er-Jahren wurde auf 700 bis 800 Euro geschätzt. Die Männer scharten sich sofort um den Automaten und testeten ihre Kraft. Alle waren begeistert, doch Walter Lehnertz machte mit 750 Euro das höchste Gebot. (tsch)

