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Statt Zehn-Euro-Verkauf auf FlohmarktPaar macht bei „Bares für Rares“ XXL-Gewinn

Zwei Verkäufer wollten bei „Bares für Rares“ ein Jahreszeiten-Putto loswerden. (Bild: ZDF)

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Zwei Verkäufer wollten bei „Bares für Rares“ ein Jahreszeiten-Putto loswerden. (Bild: ZDF)

Die Geschichte eines Verkaufsobjekts hätte fast unspektakulär geendet - für zehn Euro auf dem Trödelmarkt. Doch ein Zufall veränderte alles. Bei „Bares für Rares“ zeigte sich, welches Potenzial wirklich in dem Stück steckte.

Dass dieses Stück ausgerechnet bei „Bares für Rares“ landete - und dort hoffentlich ordentlich Geld einbringen würde - war pures Glück. Denn beinahe hätten die heutigen Besitzer es vor vielen Jahren für ein paar Euro auf dem Flohmarkt verscherbelt. Christel und Roland hatten einen Jahreszeiten-Putto mitgebracht, der den bunten Frühling verkörperte. Bleibt die spannende Frage: Welcher Händler ließ sich vom Frühling verführen und zu welchem Preis?

Der österreichische Bildhauer Michael Powolny hatte Anfang des 20. Jahrhunderts den Entwurf für die Figur geliefert. (Bild: ZDF)

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Der österreichische Bildhauer Michael Powolny hatte Anfang des 20. Jahrhunderts den Entwurf für die Figur geliefert. (Bild: ZDF)

Und woher kam das hübsche Kerlchen überhaupt? Einst hatte es einem ehemaligen Kollegen von Roland gehört. Als dieser ins Altersheim zog, schenkte er die Figur Christel. „Wir dachten erst, wir geben das Ding für zehn Euro auf den Flohmarkt“, gab Roland zu. Erst ein Opernbesuch in Wien änderte alles. Dort entdeckte das Paar ein ähnliches Exemplar, ausgezeichnet mit stolzen 70.000 Schilling. Das entsprach damals rund 10.000 D-Mark. Spätestens da wurde klar: Dieses Objekt könnte deutlich mehr wert sein als gedacht.

Ob Experte Colmar Schulte-Goltz diesen Verdacht bestätigte? Zunächst erklärte er, worum es sich bei der Figur eigentlich handelte: Sie gehörte zu einer vierteiligen Serie mit den Motiven Frühling, Sommer, Herbst und Winter. Die Marke auf dem Sockel ließ keinen Zweifel zu: Das Logo stammte von der erlesenen Wiener Keramik. Der Entwurf kam sogar vom Gründer der Wiener Keramik persönlich: dem österreichischen Bildhauer Michael Powolny. Für Schulte-Goltz war er ein „viel beachteter und höchstsammelwürdiger Künstler, der bis heute von sich reden macht“.

„Bares für Rares“-Händler sichert sich Porzellan: „Für solche Objekte brenne ich“

Einst wollten die Verkäufer die Figur für zehn Euro am Flohmarkt loswerden. (Bild: ZDF)

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Einst wollten die Verkäufer die Figur für zehn Euro am Flohmarkt loswerden. (Bild: ZDF)

Zwischen 1907 und 1912 gefertigt, galt der Frühlings-Putto heute als das begehrteste Stück der vier Figuren. Ein kleiner Schönheitsfehler blieb allerdings: An einigen Stellen war die Glasur abgeplatzt. Vom einst angedachten Flohmarktpreis für zehn Euro war der Wunschpreis inzwischen weit entfernt. Roland stellte sich für das zerbrechliche Objekt 1.000 bis 2.000 Euro vor. Der Experte sah das sogar noch optimistischer: Trotz oder vielleicht gerade wegen der kleinen Blessuren taxierte Colmar Schulte-Goltz die Figur auf 2.700 bis 3.700 Euro.

Colmar Schulte-Goltz taxierte den Wert der Figur auf 2.700 bis 3.700 Euro. (Bild: ZDF)

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Colmar Schulte-Goltz taxierte den Wert der Figur auf 2.700 bis 3.700 Euro. (Bild: ZDF)

Im Händlerraum sorgte der kleine Keramik-Frühling sofort für gute Laune. Besonders Julian Schmitz-Avila war entzückt: „Das ist schön!“ Die Händler trieben sich mit ihren Geboten allesamt gegenseitig nach oben. Am Ende machte Schmitz-Avila bei 2.650 Euro den Sack zu. „Für solche Objekte brenne ich.“ Gut also, dass die Flohmarkt-Idee damals nie umgesetzt wurde ...

„Herr der Ringe“-Fan nimmt Fanartikel enttäuscht wieder mit nach Hause

Julian Schmitz-Avila bezahlte am Ende 2.650 Euro. (Bild: ZDF)

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Julian Schmitz-Avila bezahlte am Ende 2.650 Euro. (Bild: ZDF)

Einen ähnlich ambitionierten Preis hatte Ulrich im Kopf. Er wollte sich von seiner Sammlung außergewöhnlicher Pfeifen trennen. Für 3.000 Euro wäre er bereit gewesen, seine „Herr der Ringe“-Pfeifen von Gimli, Gandalf, Aragorn und Bilbo abzugeben. „So sahen sie im Film auch aus“, stellte Kümmel beim Blick auf die Fanartikel fest. „Sie sind aber wirklich zum Rauchen gedacht.“ Alle Exemplare waren unbenutzt, originalverpackt und in makellosem Zustand. Doch als die Expertise nur 1.200 bis 1.500 Euro auswies, winkte Ulrich ab. „Da habe ich ja schon wesentlich mehr für bezahlt, als ich die vor ein paar Jahren gekauft habe.“

War der nächste Deal erfolgreicher? Das Blechstück zeigte eine Werbefigur der Motorenölmarke Veedol und konnte laut Detlev Kümmel etwa 100 bis 150 Euro einbringen. „Ich glaube, fast jeder LKW-Fahrer hatte diese Galionsfigur in den 1960er-Jahren am Kühlergrill.“ Der Verkäufer hoffte auf 50 Euro, doch im Händlerraum ging es deutlich höher hinaus. Christian Vechtel griff schließlich zu und zahlte 220 Euro.

Jugendstil-Ensemble aus Omas Erbe begeistert „Bares für Rares“-Händler

Als Nächstes kam feiner Schmuck aus Omas Nachlass auf den Tisch. Das Set bestand aus Ring, Brosche und Ohrhängern samt Schatulle und stammte aus der Zeit um 1900. Rund 500 Euro waren dafür drin. Gefertigt aus 585er-Gold und besetzt mit kleinen Saphiren sowie Perlen, überzeugte das Jugendstil-Ensemble ebenfalls Christian Vechtel. Für 610 Euro wechselte der Schmuck schließlich den Besitzer.

Ein „fabelhaftes Stück Kultur“ hatten die letzten Verkäufer laut Colmar Schulte-Goltz im Gepäck. Bei dem eleganten Gefäß handelte es sich vermutlich um eine Jardinière aus der Jugendstilzeit aus dem Hause WMF. Für das dekorative Stück aus einer versilberten Zinn- und Messinglegierung standen eigentlich 250 bis 350 Euro im Raum. Am Ende wurden es immerhin 200 Euro - bezahlt von Markus Wildhagen. (tsch)

Der Verkäufer einer Bronzefigur kam mit bodenständigen Erwartungen zu „Bares für Rares“. Als er dann von der Expertin den wahren Wert seiner Rarität erfuhr, fehlten ihm die Worte ...
 (Bild: ZDF)

„Bares für Rares“-Gast will Antiquität seiner Ex-Frau loswerden - beim Schätzwert fehlen ihm die Worte