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„Wie bei der Hitlerjugend“Nazi-Vorwürfe wegen Raab-Show – RTL reagiert

Stefan Raab steht im Studio seiner RTL-Show.

Stefan Raab steht im Studio seiner RTL-Show.

Aktualisiert

Nach einem Beitrag über Gil Ofarim in der Stefan-Raab-Show werden Vorwürfe laut. Gegenüber EXPRESS.de hat sich RTL dazu geäußert.

Er polarisiert gerne und oft ohne Kompromisse. Doch jetzt ist Stefan Raab für viele deutlich zu weit gegangen. Auch eine Moderations-Kollegin findet deutliche Worte.

„Antisemitismus“, „Nazi-Propaganda“ – die Vorwürfe wiegen schwer. 

Vorwürfe gegen Stefan-Raab-Show: „Nazi-Propaganda“

In Raabs Dschungelshow auf RTL lief am 27. Januar (ausgerechnet am Holocaust-Gedenktag) ein Beitrag über den aktuellen Dschungelcamp-Kandidatin Gil Ofarim. 

Der Sänger mit jüdischem Glauben habe sein musikalisches Talent von seinem Vater Abi geerbt, der – was für ein Gag – gar kein Abi gehabt habe, heißt es da. Und dann weiter: „Das bringt uns zum Betrüger-Gen von Gil, das er seinem Onkel Samuel zu verdanken hat.“

„Leute, hat sich da die Redaktion wirklich einen Onkel von Gil Ofari ausgedacht, mit einem für sie besonders jüdisch klingenden Vornamen, also Samuel, um dann von einem jüdischen Betrüger-Gen zu sprechen, als wären wir nicht bei RTL, sondern in dieser Präsentation der Hitlerjugend aus den 1930er Jahren?“, prangert etwa die Autorin Susanne Siegert auf Instagram an. 

Siegert gilt als eine der bekanntesten Stimmen der digitalen Erinnerungskultur in Deutschland. 

„Das sind keine Witze, sondern Nazi-Propaganda und Antisemitismus“, sagt sie weiter über den Aussschnitt aus der Raab-Show (auf Abruf bei RTL+).

In den Kommentaren unter dem Video bekommt sie viel Zuspruch – auch von Raabs Moderations-Kollegin Ruth Moschner. Sie kommentiert: „Überrascht mich leider null. Antisemitismus ist nicht nur wieder salonfähig, es entwickelt sich auf allen Ebenen in Richtung: Comeback der 1930er.“

Das sagt RTL zu Vorwürfen gegen Stefan Raab

Und was sagt RTL dazu? Auf Anfrage von EXPRESS.de erklärte eine Sendersprecherin: „Wir nehmen die Kritik an dem Einspieler über Gil Ofarim in der ‚Stefan Raab Show‘-Spezialausgabe vom 27. Januar sehr ernst und ordnen ihn klar ein. Der Beitrag setzt sich mit der Person Gil Ofarim und seinem öffentlichen Auftreten im Kontext der bekannten Betrugsvorwürfe auseinander, insbesondere mit der von ihm selbst erhobenen und später widerlegten Behauptung eines antisemitischen Vorfalls. Anlass für die humoristisch überspitzte Befassung mit seiner Person war ausschließlich dieses Verhalten und die mediale Inszenierung der eigenen Person. Im Rahmen der Sendung wurden alle Dschungelcamp-Teilnehmenden dem Zuschauer satirisch nähergebracht; hierzu kamen bewusst überzeichnete, fiktionale und teils absurde Bilder und Geschichten zum Einsatz.“

Und weiter: „RTL weist jede Form von Antisemitismus entschieden zurück. Zugleich sehen wir ein, dass der Einspieler zu Missverständnissen führen konnte. Vor diesem Hintergrund nehmen wir den Beitrag offline und werden künftige Inhalte noch sensibler daraufhin prüfen, welche Deutungen sie ermöglichen.“

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