Das WM-Spiel des Iran wurde zur Protestbühne. Auf den Rängen gab es Pfiffe, auf dem Rasen rätselhafte Jubel-Botschaften.
Irre Szenen bei WM-SpielPfiffe bei der Hymne, Protest-Banner und politische Jubel-Gesten

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Immer wieder waren während des Iran-Spiels politische Banner im Stadion zu sehen.
Ein Fußballspiel, das viel mehr war als nur Sport. Beim WM-Duell zwischen Iran und Neuseeland entlud sich die politische Hochspannung – mit Protesten, Symbolen und Gesten, die Rätsel aufgeben.
Das 2:2 des Iran gegen Neuseeland bei der Weltmeisterschaft war ein Spiel mit enormer politischer und emotionaler Ladung. Vor und im gewaltigen Stadion von Inglewood, Los Angeles, kollidierten die Meinungen: Unterstützer und Gegner des Regimes in Teheran trafen aufeinander, und das Spielfeld wurde zur Protestbühne.
Fahnen-Krieg und Protest-Banner im Stadion
Auf den Rängen tobte ein Kampf der Symbole. Neben der aktuellen iranischen Flagge wurde immer wieder die alte „Löwe-und-Sonne“-Fahne aus der Zeit vor der Islamischen Revolution gezeigt. Sie gilt als Zeichen des Widerstands, das besonders in der südkalifornischen Diaspora viele Befürworter hat. Der Weltverband FIFA hatte per Gerichtsbeschluss die Erlaubnis, diese Flaggen zu konfiszieren – Ordner waren wiederholt im Einsatz, um die Symbole zu entfernen.
Für Aufsehen sorgten auch diverse Transparente. Eines trug die Aufschrift „42.000 #IranMassacre“ – ein deutlicher Verweis auf die gewaltsame Unterdrückung der Proteste in Teheran Anfang des Jahres, die Tausende Opfer forderte. Eine andere kleine Gruppe hielt ein Plakat mit der Notiz „Minab168“ hoch. Es erinnerte an einen US-Angriff in der Stadt Minab am Persischen Golf Ende Februar, bei dem mindestens 168 Schülerinnen ums Leben gekommen sein sollen.

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Schon vor dem Spiel kam es zu Protestbekundungen.
Laute Pfiffe während der Nationalhymne
Ein Moment, der eigentlich der Besinnung dient, wurde zum Protestakt: Während die iranische Nationalhymne erklang, hallten laute Pfiffe durch die Arena. Die iranischen Akteure standen derweil geschlossen am Mittelkreis, die Hand auf der Brust. Auf der Ehrentribüne verfolgte auch FIFA-Präsident Gianni Infantino die Szenerie.
Ein Fan brachte die gespaltene Stimmung vor dem Stadion gegenüber der Deutschen Presse-Agentur auf den Punkt: „Ich freue mich, hier die Menschen im Iran zu unterstützen, ich unterstütze nicht das Regime.“ Umso lauter wurde es dann bei den Toren für den Iran, die frenetisch gefeiert wurden. „Die Atmosphäre während des Spiels war unglaublich“, schwärmte Stürmer Mehdi Taremi.

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In der Arena waren Anhänger und Gegner des Kurses Teherans.
Rätselhafter Jubel: Geheime Botschaften der Torschützen?
Für besonders viel Wirbel sorgten die Jubel-Aktionen. Ramin Rezaeian stülpte sich nach seinem Ausgleichstor das Trikot über den Kopf und deutete im Anschluss eine politische Motivation an, ohne jedoch konkreter zu werden. Sein Mitspieler Mohammad Mohebi feierte sein Tor sogar mit einer ganzen Reihe von Gesten.
Zunächst formte er mit seinen Händen Pistolen, die er in die Luft abfeuerte. Direkt danach folgte der „Freeze“-Jubel, bei dem die Fingerspitzen in die Armbeuge gelegt werden. Diese Pose, berühmt gemacht durch die Los Angeles Lakers und Basketball-Champion Dennis Schröder, symbolisiert eiskalte Nerven im Abschluss.
Konfrontiert mit seinen Aktionen, wiegelte Mohebi ab. Die Idee sei ihm spontan gekommen. „Und ich wollte das für alle Fans machen, einfach als Jubel“, sagte er und ließ damit jede weitere Interpretation offen. (dpa/red)
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