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WhatsApp-Aus für SchülerChef der Lehrer hat klare Meinung zur Verbots-Debatte

Soziale Netzwerke auf dem Smartphone

Copyright: Yui Mok/PA Wire/dpa

Messenger wie WhatsApp spielten «heute eine zentrale Rolle in der alltäglichen Kommunikation und Terminabstimmung», sagte Stefan Düll.

Der oberste Lehrer Deutschlands lehnt ein WhatsApp-Verbot für junge Leute ab. Was steckt dahinter?

Eine mögliche Beschränkung von Messengern wie WhatsApp für junge Menschen sorgt für Diskussionen. Der Chef des Deutschen Lehrerverbands, Stefan Düll, äußert sich dazu skeptisch. Er erklärte gegenüber den Blättern der Funke-Mediengruppe, dass «ein generelles Verbot oder weitreichende Nutzungseinschränkungen» seiner Ansicht nach «in der Praxis kaum realistisch» seien.

Laut Düll haben Dienste wie WhatsApp eine immense Bedeutung für das tägliche Leben. Er betonte, sie seien für die «alltäglichen Kommunikation und Terminabstimmung» unverzichtbar. Dies betreffe Bereiche «innerhalb von Familien, in Vereinen, in Jugendgruppen, in religiösen Gemeinschaften.»

Ministerin Prien facht Debatte neu an

Ausgelöst wurde die Diskussion von Bundesbildungsministerin Karin Prien (CDU). Am Mittwoch plädierte sie im WDR dafür, Messenger für junge Leute stärker zu kontrollieren. Die Politikerin sagte dem Sender, wie die dpa meldet: «Ich glaube, wir müssen nicht nur über Social-Media-Regulierung, sondern auch über Messengerdienst-Regulierung sprechen». Anlass dafür ist eine vom WDR beauftragte Erhebung von Infratest dimap. Diese befasste sich mit problematischen Inhalten wie Mobbing oder Beschimpfungen in Klassen-Gruppen.

Düll, der Chef des Lehrerverbands, gibt zu: «Solche Fälle kommen vor und werden an Schulen durchaus als belastend erlebt». Zugleich sei es aber kompliziert, das wirkliche Ausmaß der problematischen Nachrichten in den Gruppenchats zu erfassen. «Eine systematische Beobachtung findet nicht statt, da Lehrkräfte bewusst nicht in diesen Chats vertreten sind», erläuterte Düll.

Datenschutz fesselt Lehrkräften die Hände

Die Ursache dafür seien laut Düll Hürden im Datenschutz. Pädagogen und die Schulleitung erhalten demnach erst dann Zugang zu den Klassenchats, sobald Beleidigungen oder Drohungen auftreten. Voraussetzung ist, dass die betroffenen Schülerinnen, Schüler oder deren Eltern die Chatprotokolle offenlegen. (red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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