Ukraine-Krieg Russischer Rückzug im Norden, Klitschko warnt vor Rückkehr

Die russische Armee hat sich offenbar aus Kyjiw zurückgezogen. Doch rund um die ukrainische Hautpstadt gehen der Krieg und die Zerstörung weiter.

Erbarmungslos laufen die Kämpfe in der Ukraine weiter. Zwar sind die russischen Truppen bei Kyjiw auf dem Rückzug, doch rund um die Hauptstadt erschüttern seit Tagen Explosionen die Menschen.

Im Großraum Kyjiws rückt die ukrainische Armee nach britischen Geheimdienstinformationen weiter gegen russische Truppen vor, die dort auf dem Rückzug sind. Vom Frachtflughafen Hostomel, der seit Beginn des Krieges am 24. Februar umkämpft war, hätten sich die Russen demnach inzwischen zurückgezogen. Doch die Zerstörung ist verheerend. Kyjiws Bürgermeister Vitali Klitschko sprach von zahlreichen Explosionen (siehe Video oben). Er warnte die Bevölkerung davor, nach Kyjiw zurückzukehren.

Im Nordwesten der Hauptstadt versuchten ukrainische Truppen nach dieser Darstellung, von Irpin in Richtung Butscha und Hostomel vorzustoßen.

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Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj rechnet nun mit einer verstärkten Offensive im Osten. Russland konzentrierte seine Angriffe am Samstag 2. April 2022, auf den Süden des Nachbarlands. Aus der Umgebung von Dnipro wurden in der Nacht zum Samstag schwere Explosionen gemeldet, wie das Online-Portal „Ukrajinska Prawda“ unter Berufung auf die Gebietsverwaltung berichtete. Auch die Umgebung der südukrainischen Stadt Krywyj Rih wurde demnach mit Mehrfachraketenwerfern vom Typ Grad (Hagel) beschossen. Wie alle Berichte aus den Kampfzonen waren die Angaben nicht unabhängig überprüfbar. Am Freitagabend wurde auch die Hafenstadt Odesa am Schwarzen Meer mit Raketen angegriffen.

In der Nähe von Dnipro wurde nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums ein Militärflugplatz zerstört, ebenso wie ein weiterer bei Poltawa. Insgesamt seien innerhalb eines Tages 67 militärische Objekte zerstört worden, darunter auch Munitionslager, sagte ein Sprecher des Ministeriums. Zudem seien zwei Kampfhubschrauber vom Typ Mi-24 sowie 24 Drohnen abgeschossen worden.

Ukraine-Krieg: Verhandlungen zwischen den Kriegsparteien

Parallel zu den Kämpfen liefen im Hintergrund auch weitere Verhandlungen zwischen den Kriegsparteien. Zum Stand der Gespräche, die in der Regel per Videoschalte stattfinden, wurde aus den Delegationen nichts bekannt.

Trotz der Raketenangriffe - zum Teil von Flugzeugen aus - behauptet die ukrainische Luftwaffe nach eigenen Angaben die Kontrolle über den Luftraum des Landes. „Der Feind hat den ukrainischen Himmel nicht kontrolliert und kontrolliert ihn nicht“, sagte Generalleutnant Mykola Oleschtschuk. Russland habe seit Kriegsbeginn am 24. Februar versucht, die ukrainische Luftwaffe auszuschalten. Dies sei aber nicht gelungen. Mittlerweile greife die russische Luftwaffe weniger mit Flugzeugen an, sondern bombardiere aus der Distanz mit Raketen.

Ukraine-Krieg: Selenskyj warnt Bevölkerung vor Kollaboration

Selenskyj rief die Bevölkerung im russisch besetzten Süden auf, keine Ämter für das Besatzungsregime anzunehmen. „Meine Botschaft an Sie ist einfach: Die Verantwortung für die Kollaboration ist unausweichlich“, sagte der Präsident. Nach ukrainischen Angaben versucht Russland, in den besetzten Gebieten moskautreue Verwaltungen aufzubauen. (dpa/susa)

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