Drohne trifft Tschernobyl: Sorge vor neuer Atom-Katastrophe
Angriff auf TschernobylDrohne trifft Gebäude nur Meter von Atommüll-Lager entfernt

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Die Sperrzone um das havarierte Atomkraftwerk von Tschernobyl dient heute als Lager für abgebrannte Brennelemente. (Archivbild)
Alarmstufe Rot in der Ukraine! Eine russische Drohne hat in der Todeszone von Tschernobyl eingeschlagen. Die Sorge vor einer neuen Atom-Katastrophe ist riesig, denn der Treffer war nur einen Steinwurf von einem Lager mit hochgefährlichem Atommüll entfernt.
Der ukrainische Staatskonzern Energoatom bestätigte, dass bei der nächtlichen Attacke ein Gebäude des Hauptlagers für gebrauchte Brennstäbe getroffen wurde. Demnach ist das Bauwerk für die Annahme von Behältern teilweise zerstört. Glück im Unglück: An genau dieser Stelle wurde kein verbrauchter Kernbrennstoff aufbewahrt. Die Strahlenwerte sind laut offiziellen Angaben innerhalb der erlaubten Grenzwerte.
Ein Brand, der sich auf einer Fläche von 40 Quadratmetern ausgebreitet hatte, ist inzwischen unter Kontrolle. Das teilte das Unternehmen mit. In diesem zentralen Depot, das sich in der Sperrzone des vor 40 Jahren verunglückten Atomkraftwerks befindet, werden gebrauchte Brennstäbe aus anderen ukrainischen Meilern für eine lange Zeitspanne aufbewahrt.
IAEA-Chef: Vorfall ist „äußerst besorgniserregend“
Von ukrainischer Seite wurde die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) über die „erheblichen Schäden“ am Bauwerk unterrichtet. Getroffen hat es die Fassade, Fenster und Türen. Die Druckwelle der Detonation hat auch Gebäude in der Nachbarschaft beschädigt. Ein Team der IAEA plant nun einen Besuch der Anlage, um das Ausmaß der Zerstörung zu prüfen.
IAEA-Generaldirektor Rafael Grossi fand auf der Plattform X klare Worte. Der Zwischenfall sei „äußerst besorgniserregend“. Der Grund für seine massive Sorge: Der Angriff passierte auf einem Grundstück, wo riesige Mengen an Nuklearmaterial lagern – nur ein paar Meter vom beschädigten Gebäude weg. Ein Detail, das die enorme Gefahr aufzeigt.
Angriffe auf Atomanlagen verstoßen gegen Sicherheitsprinzipien
Grossi betonte, dass Attacken auf Atomeinrichtungen „völlig inakzeptabel“ seien. Sie verletzen direkt die wichtigsten Sicherheitsprinzipien inmitten eines bewaffneten Konflikts.
Solche Vorfälle sind nicht neu. Im Laufe der russischen Invasion in die Ukraine, die nun über vier Jahre währt, gab es schon öfter brenzlige Situationen bei Atomanlagen. Insbesondere das Kraftwerk Saporischschja im Süden ist wiederholt von Kampfhandlungen betroffen.
Der Vorfall weckt die schlimmsten Erinnerungen: Am 26. April 1986 geriet im AKW Tschernobyl, das damals zur Sowjetrepublik Ukraine gehörte, ein Experiment außer Kontrolle, was zum Super-GAU führte. In der Folge verteilten sich radioaktive Partikelwolken in abgeschwächter Konzentration über Nord- sowie Westeuropa. (dpa/red)
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