Im Abwehrkampf gegen die russische Invasion schlägt die Ukraine mit heftigen Drohnenattacken zurück. Dicker Rauch über der russischen Hauptstadt, es gibt Tote.
Feuer-Hölle bei MoskauUkrainische Drohnen sorgen für „schreckliche Nacht“

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Ein Screenshot aus einem Video, das vom ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj veröffentlicht wurde, soll Rauchsäulen nahe Moskau nach ukrainischen Angriffen zeigen.
Die ukrainischen Streitkräfte haben ihre Attacken auf russisches Gebiet fortgesetzt. Erneut geriet die Gegend um Moskau ins Fadenkreuz. Von gewaltigen Drohnenattacken berichtete die Metropole. Bürgermeister Sergej Sobjanin teilte online mit, dass die Armee der Ukraine insgesamt 370 unbemannte Flugobjekte auf die Hauptstadt angesetzt habe.
Anscheinend waren vor allem Logistikzentren und Depots des russischen E-Commerce-Riesen Wildberries das Ziel der neuesten Angriffsserie. Eine Lagerhalle von Wildberries in der Moskauer Umgebung sei getroffen worden, bestätigte die Firma. Am Samstag (18. Juli) verbreiteten sich in sozialen Medien massenhaft Bilder und Clips, die gigantische Rauchwolken über den Firmengeländen zeigen. Ob die Aufnahmen authentisch sind, lässt sich nicht unabhängig bestätigen.
Tödliche Attacke auf Wildberries-Depot
Eine weitere ukrainische Attacke auf ein Logistikzentrum von Wildberries forderte Todesopfer. Laut russischen Behördeninformationen starben sieben Personen, 24 weitere erlitten Verletzungen. Der Angriff mit einer Drohne fand in der Ortschaft Kotowsk statt, wie der Gouverneur der westrussischen Tambow-Region, Jewgeni Perwijschow, am Samstag erläuterte. Bei den Getöteten handelte es sich um Angestellte der Nachtschicht des Warenlagers.
Laut Berichten von ukrainischen Medien sowie russischen Telegram-Kanälen wurde auch ein Öllager in der Moskauer Gegend attackiert. In jüngster Zeit hat die ukrainische Armee ihre Drohnenattacken auf Russland spürbar intensiviert. Sie zielt dabei gezielt auf Infrastruktureinrichtungen, um laut eigener Aussage die Versorgungslinien der russischen Streitkräfte zu unterbrechen.
Auch das ukrainische Staatsoberhaupt Wolodymyr Selenskyj meldete sich in den sozialen Medien bezüglich der neuesten Angriffsserie zu Wort. Selenskyj schrieb: „Zwei große Logistikstandorte wurden getroffen – in den Regionen Moskau und Tambow, mehr als 500 und fast 700 Kilometer von der Frontlinie entfernt“.
Von Selenskyj hieß es außerdem, Russland habe die Wildberries-Einrichtungen dazu verwendet, um „sanktionierte Komponenten für die Drohnenproduktion und Navigationsausrüstung zu liefern“. Der Präsident bestätigte darüber hinaus eine Attacke auf eine „Ölanlage“.
Russische Militärblogger unterstrichen unterdessen am Sonntag, dass der Online-Händler Wildberries ebenfalls mit Rüstungsgütern Geschäfte gemacht habe. Ein bekannter Telegram-Kanal, der über 300.000 Follower hat, schrieb am Samstag: „Bei Wildberries wird eine enorme Menge an Militär- und Dual-Use-Gütern verkauft“.
Es wurde weiter berichtet, dass Freiwillige dort oft Equipment einkauften, das für militärische Einsätze erforderlich sei. Aus diesem Grund befürchten die Militärblogger jetzt negative Folgen für die russischen Truppen. In dem Kanal stand zu lesen: „Angriffe auf Lagerhäuser würden daher auch die Versorgung der Front und der Freiwilligenbewegung ernsthaft beeinträchtigen“. Andere russische Blogger, die über den Krieg schreiben, reagierten mit Spott auf die Attacken und kritisierten den Kreml sowie die Militärspitze.
Wildberries-Chefin: „Eine schreckliche Nacht“
Die Chefin von Wildberries, Tatiana Kim, wurde währenddessen vom russischen Exil-Medium Meduza zitiert. Kim schrieb: „Es ist eine schreckliche Nacht, schreckliche Ereignisse für unsere Gesellschaft und für unser Land. Es ist ein Schmerz, der nicht in Worten vermittelt werden kann“. Sie kündigte zudem Unterstützung für die Angehörigen der Mitarbeiter an, die bei den Attacken ums Leben kamen. (red)
Die gewaltigen Rauchschwaden nach den Attacken auf Ziele bei Moskau waren laut Meduza sogar in der russischen Metropole selbst deutlich zu sehen. Von einer immensen Rauchentwicklung, die aus bis zu 50 Kilometern Entfernung wahrnehmbar gewesen sein soll, berichtete auch der russische Telegram-Kanal Astra. (red)
