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„Russische Schatten“EU-Parlament reagiert: Platzt Pirlos Italien-Traum?

Italiens Fußballlegende Andrea Pirlo steht an der Seitenlinie

Copyright: IMAGO/ABACAPRESS

Italiens Fußballlegende Andrea Pirlo wird als nächster Nationaltrainer gehandelt. Doch Verbindungen nach Russland geben Grund zur Sorge.

Verbindungen nach Russland bringen das Engagement von Andrea Pirlo in Italien ins Wanken. Beginnt die Nationaltrainer-Suche von vorn?

Andrea Pirlo schrieb im Luschniki-Stadion fleißig Autogramme, er posierte für Selfies und trat im roten Trikot sogar noch einmal gegen den Ball.

Der Auftritt des Weltmeisters von 2006 in Moskau hatte schon im Mai für Kritik gesorgt, nun bringen Pirlos Verbindungen nach Russland seine eigentlich schon beschlossene Ernennung zum italienischen Nationaltrainer ins Wanken. Von einem „russischen Schatten“ schrieb die „Gazzetta dello Sport“ am Sonntag über die neuen Bedenken.

Vizepräsidentin des EU-Parlaments: „Geld kann viele Dinge kaufen“

Nach den Absagen von Pep Guardiola und Carlo Ancelotti schien die Suche nach einem Heilsbringer mit der Personalie Pirlo endlich abgeschlossen!

Nun aber geht das Warten erst einmal weiter: Laut Bericht lässt der neue Präsident des italienischen Verbandes FIGC, Giovanni Malagò, die Geschäftsbeziehungen des 47-Jährigen zum russischen Wettanbieter Fonbet prüfen. Fonbet hatte auch den PR-Auftritt Pirlos beim „Tag des Fußballs“ im Mai organisiert, auch Marco Materazzi hatte an der Veranstaltung teilgenommen. Für beide gab es daraufhin in der Heimat viel Kritik.

„Geld kann viele Dinge kaufen, es kann sogar, unglaublicherweise, einen Sportchampion dazu bringen, in Moskau Bälle zu signieren, in denselben Stunden, in denen dieses kriminelle Regime wahllos Zivilisten tötet und europäische Länder bedroht“, schrieb Pina Picierno, Vizepräsidentin des EU-Parlaments.

Auch am Wochenende äußerten mehrere italienische Politiker verschiedener Parteien Zweifel, ob eine Person mit einer solchen Verbindung Italien als Nationaltrainer repräsentieren sollte. Pirlo steht derzeit beim Erstligisten United FC in Dubai unter Vertrag und dient zugleich als globaler Markenbotschafter von Fonbet.

Nach Angaben der „Gazzetta dello Sport“ gilt dabei weniger das Engagement für einen Wettanbieter als problematisch – ein solcher Vertrag könnte beendet werden –, sondern vielmehr die russische Herkunft des Unternehmens vor dem Hintergrund des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine, auf deren Seite Pirlos Heimat Italien klar steht.

Nun soll Malagò eine Prüfung der Vertragsunterlagen veranlasst haben. Die Anwälte des früheren Nationalspielers betonen dem Bericht zufolge, der Vertrag mit Fonbet stehe ausschließlich im Zusammenhang mit seiner Tätigkeit beim Klub aus Dubai.

Mit einer Auflösung des Trainervertrags könne Pirlo auch die Zusammenarbeit mit dem Wettanbieter einseitig und ohne Vertragsstrafe beenden.

Entsprechende Gespräche sollen bereits laufen. Erst danach könne der italienische Fußballverband, der nach drei verpassten Weltmeisterschaften in Folge unter Druck steht, die Verhandlungen über den Posten des Nationaltrainers offiziell aufnehmen. Fest steht, aller Kritik zum Trotz: Pirlo ist weiterhin der Favorit für das Amt. (red/sid)

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